Herbst in der Samerberger Filze

Mit der Herbstwanderung in die Samerberger Filze am 17. Oktober ging die diesjährige Saison der Samerberger Kräuterwanderungen zu Ende. Eine gut gelaunte Gruppe von elf Naturfreunden hatte sich weder von der Kälte, noch von den tiefhängenden Wolken davon abhalten lassen, mit Johanna Labus zusammen zu erkunden, wie sich die Natur winterfest macht. Ein Winter am Samerberg wäre tödlich für Pflanzen und Tiere, wenn sie nicht spezielle Vorkehrungen treffen würden. Manche Laubbäume schaffen es bekanntlich veile hundert Winter zu überleben. Das ist nur möglich, wenn sie sich rechtzeitig von ihrem grünen Laub trennen: im Sommer ernähren die grünen Blätter den Baum, im Winter würde diese „Küche“ ihn umbringen. Andere Arten machen erst gar keinen Versuch, den Winter auszuhalten. Lieber sterben sie vorher! So macht es z.B. das Springkraut. Trotzdem ist es im nächsten Frühling wieder da, und es hat sich sogar prächtig vermehrt. Für seine Kinder hat es in seinem kurzen Leben liebevoll und mit großer Kunstfertigkeit gesorgt. Die Moose sind die Zwerge im Pflanzenreich, und zugleich die ältesten Landpflanzen. Sie haben alle Katrastrophen der Erdgeschichte überlebt. Für sie ist unser Samerberger Winter ein Kinderspiel. Die Exkursionsteilnehmer waren begeistert von den kleinen Meistern des Überlebens.
Begeistert waren sie auch von der Schönheit unserer Samerberger Filze, besonders, als sich die dicke Wolkendecke hob, und den Blick auf die bereits schneeweißen Hänge der Hochries freigab. Ein aus Miesbach angereister Vogelexperte lobte besonders die sorgfältig gepflegten Streuwiesen, und die reich strukturierte Landschaft, die vielen seltenen Vogelarten den Lebensraum bietet, auf den sie angewiesen sind. Von diesen seltenen Zeitgenossen war freilich nichts mehr zu sehen und zu hören. Sie hatten schon den Abflug gemacht, in Richtung Süden, manche sogar mit dem Ziel Südafrika, um sich dort vor unserem Winter in Sicherheit zu bringen. Hut ab, vor dem Können dieser kleinen Tiere!

Andrea Aschauer

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