Heimat-Diskussion bei Oberbayern-Preisverleihung – Bilder-Impressionen

Im Stucksaal vom Ballhaus in Rosenheim fand die heurige Verleihung des Heimatpreises Oberbayern durch Bayerns Staats-, Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder statt. Zwischen der Festrede des Ministers und der Preisverleihung tauschten sich in einer lockeren Gesprächsrunde

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer von Rosenheim, der Musiker Stefan Dettl von der Kapelle „LaBrassBanda“, Bezirkstagspräsident Josef Mederer und Sternekoch Alfons Schuhbeck mit Minister Söder zum Thema „Heimat Bayern“ aus.

Minister Söder begann in seinen Ausführungen mit der Frage: „Braucht man Heimat?“ und gab hierzu auch klar eine bekennende Antwort mit den Worten: „Heimat ist seelischer Anker und Heimat ist dort, wo es einen hinzieht“. Dass Heimat mehr als ein Begriff und ein Gefühl ist, zeigten dann die Beiträge der geladenen Diskussionsgäste. Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer erlebte selbst die Not einer Flucht und ist seit 40 Jahren in Rosenheim daheim, sie sagte: „Ich schätze Toleranz über alles und ich bin stolz auf die mir gehörende Schalk-Tracht, stolz bin ich aber auch auf die Glaubenspflege“. Der in Traunstein geborene und 35 Jahre in Waging am See wirkende Sternekoch Alfons Schuhbeck gibt als 68-Jähriger noch täglich im Beruf Gas und er sagte: „Bayern ist ein Land mit Jahreszeiten, gerade jetzt erwacht die Natur, machen wir uns das zunutze und lassen wir Sonniges in die Küche, denn Bayern ist schließlich eine Heimat mit kulinarischer Tradition“. Josef Mederer als Präsident des Bezirkstages von Oberbayern, dem größten Bezirk in Bayern, sagte in seiner Stellungnahme, dass die bayrischen Bezirke die Grundlagen geschaffen haben, dass es in Bayern ein Heimatministerium gibt und weiters erläuterte er: „Die Volksmusikpflege, die Museen, die Dialekt-Vielfalt und die Trachten, das sind viele kleine Mosaiksteine und eine große Genugtuung in unseren Bemühungen, auch fortan Traditionen zu pflegen und zu leben“. Weltweit als Musiker und bayerischer Dialektpfleger unterwegs ist Stefan Dettl, für ihn ist der Begriff Heimat unbeschreiblich und ein angenehmes Gefühl. „Trotz oder gerade wegen meines bayerischen Dialektes wurde ich bislang überall gut aufgenommen“ – so der Musiker, der für seine Kritik am Bayerischen Rundfunk, dass dieser den bayerischen Dialekt sowie die Volks- und Blasmusik aus allen UKW-Wellen verbannt und auf den Digital-Sender BR-Heimat verlegt hat, starken Beifall erhielt. Zustimmung erhielt auch die Aussage von Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer für ihre Definition: „Heimat ist Identität und braucht Vertrauen, sie ist schützens-, liebens- und fördernswert und sie darf nicht oberflächlich wahrgenommen werden, weil sie nur tief drinnen im Herzen richtig spürbar wird“.

Den heurigen Heimatpreis für Oberbayern erhielten der Bayernbund, der Gebirgs- und Volkstrachtenverein Ilmtaler Pfaffenhofen an der Ilm, die Herzogstadt Burghausen, die Tölzer Leonhardifahrt, das Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern sowie der Volksmusiktag Mittendrin/Kulturverein Mittendrin in Eichstätt.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von der Heimatpreis-Verleihung Oberbayern im Ballhaus von Rosenheim.

Nähere Informationen: www.stmflh.bayern.de

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg