Hauptalmbegehung: Heidl setzt sich für passende Rahmenbedingungen ein

Die Hauptalmbegehung des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern führt in diesem Jahr in das Gebiet zwischen Hochries und Priental. Zusammen mit rund tausend Wanderern hat sich Bauernpräsident Heidl dort ein Bild von der wertvollen Arbeit der bayerischen Bergbauern gemacht. „Durch die Bewirtschaftung und oft harte Arbeit wird hier oben auf den Almen die uralte Kulturlandschaft und die Artenvielfalt erhalten“, sagte der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl. „Die Almbauern zeigen damit eindrücklich, wie eng Lebensqualität und Kulturlandschaft in Bayern zusammenhängen. Das gilt hoch oben in den Bergen genauso wie in anderen Regionen. Unsere Heimat ist durch bäuerliche Betriebe geprägt.“

Doch das ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Damit die Bauernhöfe in Bayern nachhaltig bewirtschaftet werden können, sind die politischen und finanziellen Rahmenbedingungen ausschlaggebend. „Für den Erhalt der bayerischen Landwirtschaft in all ihrer Vielfalt ist eine starke EU-Agrarpolitik mit Direktzahlungen, Agrarumweltprogrammen sowie den Ausgleichszahlungen für benachteiligte Gebiete unbedingt notwendig“, sagte Heidl bei der Mittagsrast auf der Riesenalm. Der Bauernverband kämpfe deshalb für eine sinnvolle Weiterentwicklung und den Erhalt dieses wichtigen Fundaments für die bayerischen Bauernhöfe. Außerdem müsse endlich das „Schwarze Peter“-Spiel zwischen München, Berlin und Brüssel aufhören. „Statt den immer gleichen Lippenbekenntnissen brauchen wir jetzt endlich echte Vereinfachungen und weniger Bürokratie. „Entscheidend ist aber auch, dass Bauern für ihre Arbeit und ihre hochwertigen Erzeugnisse bessere Preise bekommen. Denn: Bayern braucht Bauern!“, so Heidl.

Ein Weg für bessere Wertschöpfung und eine erfolgreiche Zukunft auf den Bauernhöfen liegt für Heidl in der gezielten Vermarktung bayerischer Erzeugnisse. Zusammen mit vielen Verbänden und Organisationen der „grünen Branche“ hat der Bayerische Bauernverband deshalb den Verein „Unsere bayerischen Bauern“ ins Leben gerufen. „Unser Ziel ist es, deutlich zu machen, wie wichtig die Arbeit der bayerischen Bauernfamilien für uns alle ist“, sagt Heidl.  „Denn wir brauchen Verbraucher, die wissen, was sie an der Landwirtschaft vor ihrer Haustüre haben und die das auch beim Einkaufen berücksichtigen.“

Die Arbeit der Bauernfamilien und insbesondere die Weidewirtschaft in den Bergen sind aber nicht nur von den politischen Rahmenbedingungen und angemessenen Preisen abhängig. Auch die Rückkehr von Bär und Wolf stellt die Bergbauern vor enorme Herausforderungen. „Während Umweltministerin Ulrike Scharf vor einigen Tagen einen Namenswettbewerb für Bärenkinder gestartet hat und damit fleißig mithilft, gefährliche Wildtiere zu verniedlichen, warten die Bergbauern noch immer auf ein tragfähiges Wildtiermanagement“, kritisiert Heidl. „Es geht hier um die Zukunft der Almen und unserer Bergbauern!

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg