Grüne Woche: Bayerns Urlaubshöfe setzen auf Stallgeruch

Berlin – Mehr Stallgeruch, mehr Internet: Was eher wie ein Widerspruch klingt, soll zum Erfolgsrezept für die rund 5.000 Urlaubsbauernhöfe im Freistaat werden. So sieht es jedenfalls der „Zukunftsplan Urlaub auf dem Bauernhof“ vor, den Landwirtschaftsminister Helmut Brunner im vergangenen Jahr auf Basis einer Marktanalyse hat erarbeiten lassen. „Immer mehr Urlaubsgäste wollen ein möglichst authentisches Bauernhof-Erlebnis und sie wollen es auf professionelle Weise online buchen können“, sagte der Minister auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Für die bayerischen Betriebe kommt es laut Brunner deshalb darauf an, sich den Gästetrends entsprechend aufzustellen und Alleinstellungsmerkmale gegenüber anderen Anbietern wie aktive Mitarbeit im Stall, gemeinsame Ernteeinsätze oder Kochkurse online noch besser zu präsentieren. Empfehlungen dazu liefert der Zukunftsplan, der den Betrieben Entwicklungspotenziale aufzeigen soll. Und weil vor allem jüngere Gäste zunehmend Bewertungsportale für ihre Buchungsentscheidung nutzen, setzt der Minister hier auf besondere Anreize: Ab sofort sollen die als „höchst gastfreundlich“ bewerteten Betriebe einmal pro Jahr mit dem „Goldenen Gockel“ ausgezeichnet werden – verbunden mit der Botschaft: „Zur Nachahmung empfohlen!“.

Auf der Grünen Woche sind die bayerischen Anbieter von „Urlaub auf dem Bauernhof“ traditionell stark vertreten, viele Betriebe melden nach der Messe ein spürbares Plus bei den Anfragen. „Der bayerische Auftritt macht den Berlinern offensichtlich Lust auf Ferien in Bayern“, so Brunner. Auf den Urlaubsbauernhöfen im Freistaat werden derzeit jährlich rund elf Millionen Übernachtungen gezählt.

Foto: Grüne Woche 2016: Landwirtschaft live erleben: Dazu muss man nur auf den ErlebnisBauernhof auf der Grünen Woche kommen

Rainer Nitzsche

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