Geschichten zu Ehren von Otfried Preußler im Behandlungszentrum Aschau i. Chiemgau

„Ich bin ein Geschichtenerzähler“, sagte Otfried Preußler immer von sich; wer das immer noch nicht wissen sollte, der konnte sich im Behandlungszentrum Aschau (BZ Aschau) bei der großen Lesung zum vierten Todestag von Otfried Preußler persönlich davon überzeugen.

Alle seine Märchen- und Sagengestalten wurden bei den sechs Lesungen in der „Talstation“ des BZ Aschau wieder lebendig.
In diesem Jahr feiert das BZ Aschau seinen 100 Geburtstag und „die dumme Augustine“ (Maria Braun) wollte der segensreichen Einrichtung im Priental zu diesem Jubiläum eine Geschichte von Otfried Preußler schenken. So ganz konnte sie sich noch nicht entscheiden, denn die Vielfalt des Angebotes war zu groß und die angebotenen Geschichten waren alle so gut, aber bis zum Tag des Jubiläums im Mai sind noch ein paar Wochen Zeit für diese Entscheidung: In den Hungerjahren des Ersten Weltkriegs schickte der Katholische Jugendfürsorgeverein München bedürftige Kinder zur Erholung aufs Land. Theodor Freiherr von Cramer-Klett von Hohenaschau stellte ein Haus in Haindorf und Geld für „bedürftige Krüppelkinder“ zur Verfügung. Am 15. Mai 1917 hielten die ersten Kinder aus München ihren Einzug in Aschau. Im Jahre 1918 schenkte Baron Cramer-Klett das gesamte Anwesen dem Katholischen Jugendfürsorgeverein München. Er blieb zeitlebens mit der Aufgabe und den Kindern in sorgender Weise verbunden.
Otfried Preußlers Erzählungen machten für Augustine und die Besucher aus Aschau und vom Otfried-Preußler-Gymnasium in Pullach die Märchen- und Sagenwelt wieder lebendig. Seit fast drei Generationen werden seine Bücher gelesen und die Figuren daraus sind allen vertraut. Die Kleine Hexe (Doris Gschlößl) erschien leibhaftig mit Kopftuch, bunten Gewändern und Hexennase und erzählte von ihren Abenteuern. Den Zuhörern im gut besuchten Veranstaltungsraum im BZ Aschau sind die Geschichten von Otfried Preußler bestens bekannt, so konnten sie bei den sechs Geschichten, – vorgelesen vom Chefarzt Dr. Peter Konsek über Hans Eckert und Schulleiterin Susanne Kremer bis hin zu Philipp Manuel Riedl, Doris Gschlößl, Sophia Schneeweis, Sebastian Meierdiercks und Fabian Neubauer vom BZ Aschau, sowie Oberstudiendirektorin Renate Einzel-Bergmann vom Otfried-Preußler-Gymnasium in Pullach richtig mit den Helden mitfiebern. Sechs Erzähler – sechs Helden – sechs Bücher – die Zahl Sechs tauchte immer wieder auf und die Bücher sind im BZ Aschau für alle Patienten, Bewohner und Mitarbeiter Basiswissen. Die Gruppen der Tagesstätte im BZ sind nach den bekanntesten Werken von Otfried Preußler benannt: von der „Kleinen Hexe“ dem „Kleinen Gespenst“ und dem „kleinen Wassermann“, über den „Räuber Hotzenplotz“, „Hörbe mit dem großen Hut“ und „Pumphutt“ bis hin zu den „Abenteuern des starken Wanja“. Anita Biebl, Susanne Wernberger und Simone Auer umrahmten mit einem gemeinsamen Chor – bestehend aus den Schülern des Aschauer Behandlungszentrums und des Otfried-Preußler-Gymnasiums in Pullach – den Abend musikalisch.
15000 Euro brachten die Schüler des Otfried-Preußler-Gymnasiums in Pullach aus dem Isartal mit nach Aschau ins Priental, Schülersprecher Quirin Stahuber und Oberstudiendirektorin Renate Einzel-Bergmann überreichten den Riesen-Scheck an Geschäftsführer Elmar Kuhn. Das Geld hatte das Gymnasium beim Weihnachtsbasar und mit einem Spendenlauf über 3000 Kilometer erwirtschaftet. Elmar Kuhn, bedankte sich bei Renate Einzel-Bergmann und den Schülerinnen und Schülern für die großherzige Spende; der Spielplatz des Behandlungszentrums, der durch das Hochwasser stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, soll mit diesen Mitteln wieder hergestellt werden. Kuhn erinnerte an das langjährige segensreiche Wirken von Otfried Preußler für das Behandlungszentrum in Aschau. „Seit weit mehr als 40 Jahren besteht diese Verbindung unseres Hauses zu Otfried Preußler und seiner Familie, sie entstand durch mehrere Besuche von ihm bei uns in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts; Otfried Preußler war ein Mensch, der etwas tun wollte, der anderen helfen wollte. Auch nach seinem Tod wirkt Otfried Preußler weiter für das BZ Aschau“. Seit 1992 war er Erster Vorsitzender der von ihm mitbegründeten gemeinnützigen Vereinigung „Hilfswerk für die Orthopädische Kinderklinik Aschau“, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die jungen Patienten und ihre Familien in Notfällen zu unterstützen.
Über den Namen des bekannten Buchautors, der zeitlebens für Kinder und damit auch für spätere Erwachsene schrieb, kam das Otfried-Preußler-Gymnasium in Pullach in den vergangenen Jahren zu seiner Bekanntschaft mit dem Behandlungszentrum in Aschau. Im laufenden Schuljahr kamen Schülerinnen aus Pullach nach Aschau, um sich bei der täglichen Arbeit persönlich ein Bild von der Arbeit im Behandlungszentrum zu machen. Letztlich soll auch ein gemeinsamer Name beide Einrichtungen verbinden: das private Förderzentrum im BZ Aschau, eine staatlich anerkannte Volksschule zur sonderpädagogischen Förderung, will bei der zuständigen Regierung von Oberbayern einen Antrag stellen, künftig den Namen Otfried-Preußler-Schule führen zu dürfen.

Fotos und Bericht: Heinrich Rehberg –

15000 Euro brachten die Schüler des Otfried-Preußler-Gymnasiums in Pullach aus dem Isartal mit nach Aschau ins Priental, Quirin Stahuber und Oberstudiendirektorin Renate Einzel-Bergmann überreichten den Riesen-Scheck an Geschäftsführer Elmar Kuhn.

Die Kleine Hexe (Doris Gschlößl) erschien leibhaftig bei der dummen Augustine (Maria Braun) auf der Bühne und erzählte von ihren Abenteuern

Schulleiterin Susanne Kremer (rechts) erzählt vom „Räuber Hotzenplotz“ Alle Märchen- und Sagengestalten von Otfried Preußler wurden bei den sechs Lesungen in der „Talstation“ des BZ Aschau lebendig
Chefarzt Dr. Peter Konsek erzählt vom „starken Wanja“ Alle Märchen- und Sagengestalten von Otfried Preußler wurden bei den sechs Lesungen in der „Talstation“ des BZ Aschau lebendig

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg