Gebannte Stille bei der „Bairischen Passion“ in Kolbermoor

Ein besonderes Geschenk war für die Stadtkirche Kolbermoor die von verschiedenen Gruppen des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes gestaltete „Bairische Passion“ zugunsten des Orgelprojektes in der Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit.

Dabei bewies Walter Weinzierl mit der in Mundart vorgetragenen Markus-Passion, daß die sogenannte „Inkulturation des Evangeliums“ nicht nur außereuropäisch gelingen kann, sondern auch hierzulande eine Chance bietet, den Glauben angemessen und womöglich leichter verständlich zum Ausdruck zu bringen – hier eben mit einem bairischen Text.
Erstaunlich war, wie es Weinzierl gelang, über eine ganze Stunde hinweg eine gebannte Stille in der vollbesetzten Pfarrkirche auszulösen, indem er mit ruhiger und sonorer Stimme den Evangeliumstext vortrug. Einen wesentlichen Beitrag leisteten dabei natürlich auch die Musikgruppen, die zwischen den einzelnen Passionsabschnitten das Geschehen musikalisch ausdeuteten, begleiteten und auch meditativ unterstützten: der warme Bläserklang der „Mitteroim-Bläser“, die angenehm verhaltene „Höglinger Stubnmusi“ und die „Sunnaukirchner Sängerinnen“ mit akkurater Harfenbegleitung. Für besondere Momente sorgte als Ziachsolist auch der Organisator und Leiter des Abends, Thomas Weinzierl.
Die ruhige Spannung im Kirchenraum wurde schlußendlich abgelöst von kräftigem Applaus der dankbaren Zuhörer, die nicht nur die Freude über das Gehörte auf den Weg mitnahmen, sondern auch die Essenz der Passion in sich nachklingen ließen: Zwar konns Ostermysterium neamd ganz versteh, da Glaubn muaß uns helfa, mit dem werds scho geh.“

(gfr)

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg