Gauheimatabend der Chiemgauer Trachtler in Unterwössen

Beste Unterhaltung für ein voll besetztes Festzelt brachte der Gauheimatabend des Chiemgau-Alpenverbandes. „Man traut sich gar nicht auf die Toilette zu gehen“, so eine gestandene Trachtler im Vorbeigehen, „aus lauter Angst, etwas zu verpassen.“ Diese Aussage brachte die Stimmung im Zelt auf den Punkt.So richtig voll auf der doch so großen Bühne wurde es wenn die Kinder in Vielzahl antraten. Dirndl und Buam hatten erkennbar überaus fleißig geprobt und waren mit Feuereifer dabei. Entsprechend die Begeisterung des Publikums, das nicht genug bekam, die schmuck herausgeputzten Kinder zu fotografieren. Jugend und Aktive des Trachtenvereins gaben ordentlich Gas. Wenn die Dirndln drehten wurde einem vom Zuschauen schwindlig. Kraftvoll und schnell die Buam im Plattler. Ruhige Momente, ebenso beklatscht, gab es wenn die drei Schlechinger Alphornbläser anstimmten, die Aktivenmusi des Festvereins aufspielte oder die Huber Dirndln im Dreigesang glänzten. Von den Sitzen und auf die Bänke riss es die Zuschauer immer dann, wenn Gaujugendgruppe oder Gaugruppe auftraten. Einen stimmungsvollen und besonderen Abschluss setzte der Heimatverein D‘Achentaler mit dem Sterntanz. Am Ende stand ein riesiger Stern mit einer „125“ in der Sternmitte, deutliches Zeichen dafür, dass der Trachtenverein D‘Achentaler diese Woche und vor allem am kommenden Samstag sein Jubiläum feiert.

Für Ton und vor allem Takt sorgte die Musikkapelle Wössen mit über 60 Musikanten unter Leitung von Martin Nieß. Durch den Abend führte die stellvertretende Vorsitzende des Gastgebers des Trachtenvereins D‘Achentaler, Andrea Größ.

Schirmherr und Bürgermeister Ludwig Entfellner brachte zum Ausdruck, wie „ungemein“ sich die Gemeinde freut so viele Gäste von nah und fern zu begrüßen. Er blickte zurück auf die Anfänge des Trachtenvereins, die bis heute nachwirken. Die von den Unterwössnern maßgeblich mitgetragene Neuformierung der heimischen Trachtenvereine im Chiemgau-Alpenverband habe sich bis heute als richtig erwiesen. „Wir können heute mit dem Radl zu unseren Nachbarvereinen fahren.“ Der stellvertretende Gauvorstand Schorsch Westner zollte den Achentalern und dem ganzen Dorf hohen Respekt für die geleistete Arbeit und Organisationen.

Zuvor hatten am Rathausplatz Gauvorstand Miche Huber, Schirmherr Ludwig Entfellner und die Vorstandschaft der Achentaler die Gastvereine und deren Fahnenabordnungen empfangen. Unter den ankommenden Gästen war der Vorstand der bayerischen Trachtler Max Bertl mit Frau. Gauvorstand Miche Huber sieht im Gaufest ein einzigartiges generationenübergreifendes Fest, gerade für junge Leute das Fest des Jahres. Die Aufgabe sieht er, die Jugend auch in Zukunft für die Trachtensache zu gewinnen. Im festlichen Zug mit der Musikkapelle Wössen marschierten die Trachtler mit den Fahnenabordnungen zur Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal mit Pfarrer Martin Straßer. Die schloss mit dem Gewehrsalut der Gebirgsschützen.

Bericht und Bilder: Ludwig Flug

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg