Frasdorfer Primiz-Bericht und Bilder von Heinrich Rehberg

Solch ein großes kirchliches Fest wie die Primiz von Pater Konrad Felix Maria Fischer (OJSS) hat es seit über 60 Jahren in Frasdorf nicht mehr gegeben. Wie stolz die Einheimischen auf ihren Neupriester sind, bekundeten sie bei dem großen Festgottesdienst an der Westerndorfer Kapelle. Zahllose Frauen, Männer und Kinder aus der Gemeinde Frasdorf, aus den Gemeinden des Pfarrverbandes Oberes Priental und darüber hinaus aus der ganzen Region wurden von Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller, von Primizlader Christian Glas und vom Primizianten selbst begrüßt, nachdem sie in einem beeindruckenden Kirchenzug vom Frasdorfer Rathaus durch das Dorf zur Wiese an der Westerndorfer Kapelle gezogen waren. Über 30 Vereins- und Kirchenfahnen aus dem Pfarrverband, rund 70 Ministranten, knapp 30 Priester aus der Diözese, dazu zahlreiche Ordenspriester und Ordensleute des Ordens „Werk Jesu des Hohenpriesters“ (O.J.S.S.) aus aller Welt und viele Mitglieder der Ortsvereine aus Aschau, Frasdorf, Sachrang und Wildenwart trugen zum imposanten Gesamtbild bei.
Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller dankte allen Frauen und Männern, die viele Monate lang für ein „Vergelts Gott“ im Verborgenen auf diesen Tag hin gearbeitet hatten, sie wünschte dem Neupriester viel Kraft für seine künftigen Aufgaben, künftige werde er vor allem als Berater und Zuhörer gefordert werden. „Wenn du alles erfüllen willst, was die Menschen erwarten, wirst du in kürzester Zeit ausgepowert und demotiviert sein. Wenn du nur im Beruf aufgehst, werden die Kontakte, aber auch die Einsamkeit zunehmen. Halte Maß in allen Dingen“.
Ungezählte Gottesdienstbesucher wohnten der festlichen Eucharistiefeier unter den Klängen der Blasmusik und der Singgemeinschaft bei idealem Wetter bei. Zum ersten Mal durfte Neupriester Pater Konrad Felix Maria Fischer die Messe zelebrieren.
Pater Paul Maria Sigl (OJSS) hielt die eindrucksvolle Festpredigt. „Wir haben hier während der Vorbereitung viel vom Fest gelesen und gehört, der Festzug geht über die festlich geschmückte Straße zur Festwiese, dort wird der Festgottesdienst gefeiert und zurück geht es in die Festhalle zum Festmahl – ein bissel viel Fest für einen schwachen Menschen. Nicht für den Primizianten, Priester und Menschen veranstalten wir diese Feier, sondern für Gott. Ohne den Beistand Gottes hätten wir heute hier nur ein ganz normales Trachtenfest. Priester wie Pater Konrad und ich sind keine besonderen Menschen sondern ganz normale Männer wie alle hier. Erst die Verbindung mit Gott schafft dann die Besonderheit“. Der Glaube müsse auch weiterhin den Mittelpunkt des Lebens hier in Bayern darstellen, nicht umsonst sei die Mariensäule in München der Mittelpunkt der bayerischen Landvermessung, von hier gingen alle Entfernungen im ganzen Lande aus.
Da hatte zum Schluss des Gottesdienstes Pater Konrad Felix Maria Fischer allen guten Grund zum Danke-Sagen. Sein „Vergelt’s Gott“ galt stellvertretend der Frasdorfer Singgemeinschaft unter der Leitung von Professor Dr. Bernadette Osterhammer, der Musikkapelle Wildenwart unter der Stabführung von Wolfgang Kink, den Eltern, Geschwistern und Verwandten, den Organisatoren mit Christian Glas und Sepp Steindlmüller an der Spitze, sowie den Gemeinden Frasdorf und Aschau für ihre allseitige Unterstützung.
Am Ende seiner ersten Eucharistiefeier spendete Pater Konrad Felix Maria Fischer zusammen mit seinem slowakischen Amtsbruder, der mit ihm am Vortag die Priesterweihe erhalten hatte, allen Gläubigen seiner Heimatgemeinde den Primizsegen. Nach der Messe wurde Aufstellung zum großen Festzug genommen, an dem sich alle Gottesdienstteilnehmer beteiligten. Durch ein langes Spalier wurde Pater Konrad Felix Maria Fischer von Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller mit seinen Eltern und Geschwistern zur weltlichen Feier in die Lamstoahalle geleitet.
Gemeindereferentin Regina Mayer übergab ihm vor der Halle ein Merkbuch für angehende Priester, das die Ministranten erstellt haben, Trachtenvorstand Sepp Enzinger überreichte das gemeinsame Geschenk aller Vereine der politischen Gemeinde Frasdorf und des Pfarrverbands Oberes Priental. Bei der abendlichen Vesper in der Pfarrkirche Sankt Margaretha spendete Pater Konrad Felix Maria allen Gläubigen den Einzelprimizsegen.
Konrad Fischer (30) ist in Frasdorf Laiming aufgewachsen, künftig wird er als Pater Konrad Felix Maria Fischer (OJSS) im Auftrag seines Ordens weltweit zum Einsatz kommen. Nach seiner Berufung zum Ordensgeistlichen vor zehn Jahren trat er in den Orden „Werk Jesu des Hohenpriesters“, abgekürzt Opus J.S.S. ein, dabei handelt es sich um eine „Internationale Öffentliche klerikale Vereinigung päpstlichen Rechts“ Die Ausbildung der Seminaristen des Werkes Jesu des Hohenpriesters (OJSS) erfolgt in Rom. Während seiner Studienzeit bekam er bereits einen ersten Einblick in die weltweiten Aufgaben und die gesamte Palette der Einsatzmöglichkeiten seiner Ordensgemeinschaft. Am 8. Dezember 2014 erhielt er in der Wallfahrtskirche Maria Trost bei Gratzen in Südböhmen die Diakonweihe, am Samstag, 12. September wurde Pater Konrad Felix Maria Fischer in der gleichen Basilika von Mauro Kardinal Piacenza, dem päpstlichen Großpönitentiar zum Priester geweiht. Wohin ihn der Orden in den kommenden Jahren schicken wird, weiß er noch nicht, vermutlich wird er am Missionsstützpunkt für Anbetung und Organisation in Civitella bei Rom ein Jahr in die Besonderheiten und Aufgaben eines Missionsordens eingewiesen. Der spätere Einsatz erfolgt weltweit.

Bilder und Text: Heinrich Rehberg

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg