Frasdorfer Bürgermedaille für Hildegard Osterhammer

Mit der Bürgermedaille der Gemeinde Frasdorf wurde die vielfach engagierte Hildegard Osterhammer von Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller ausgezeichnet.

„Hildegard Osterhammer hat sich um die ganze Gemeinde Frasdorf verdient gemacht“, so Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller. „Sie bot zeitlebens das Bild einer engagierten und couragierten Frau, die stets für die Allgemeinheit da war“. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde verlieh sie Hildegard Osterhammer die Bürgermedaille der Gemeinde Frasdorf. Auf Vorschlag aus der Bevölkerung beschloss der Frasdorfer Gemeinderat einstimmig ihr diese Auszeichnung zukommen zu lassen, das Gremium ist sehr sparsam mit der Verleihung dieser höchsten Ehrung der Gemeinde: Hildegard Osterhammer ist die erste Frau, die diese höchste Frasdorfer Auszeichnung bisher erhalten hat. Vor ihr erhielten sechs Männer die Bürgermedaille: Bezirksmusikpfleger Wastl Fanderl, Altbürgermeister Franz-Xaver Stettner, der ehemalige zweite Bürgermeister Georg Buchauer, der ehemalige Lehrer und Dorfchronist Hans Hoesch, der ehemalige Gemeinderat und dritte Bürgermeister Andreas Freund, sowie Altbürgermeister Benno Voggenauer. Wie außerordentlich diese Ehrung ist, ließ sich auch daran erkennen, dass Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller gemeinsam mit ihren beiden Stellvertretern Sepp Hollinger und Peter Freund in das Haus am Laubensteinweg kam.
Ausführlich ging Marianne Steindlmüller in ihrer Laudatio auf das Wirken von Hildegard Osterhammer in der Gemeinde Frasdorf, in der Nachbarschaft am Samerberg und weit darüber hinaus in der Region ein. Als Mitglied im Pfarrgemeinderat – davon zwölf Jahre als Vorsitzende – und im Heimat- und Kulturverein ist es ihr ein großes Anliegen, die Kirchen, Kapellen, Wegkreuze und Marterl der Gemeinde, sowohl kunsthistorisch, wie auch in ihrer religiösen Bedeutung zu erhalten und wieder mit Leben zu erfüllen. Sie gestaltete gemeinsam mit ihrem Mann Franz unzählige Diavorträge mit den Sehenswürdigkeiten der Region, verfasste mehrere Büchlein und Führer über die Kirchen der Pfarrei, über die Flurdenkmäler (auch in der Nachbarpfarrei Samerberg) und bietet Kirchenführungen an. Besonders liegt ihr die spätgotische Wallfahrtskirche St. Florian am Herzen. „Wir kümmern uns ein bissel um die Kirche St. Florian“, es ist schon eine charmante Untertreibung wenn Franz und Hildegard Osterhammer von „ein bissel Arbeit“ um die alte Wallfahrtskirche St. Florian sprechen. Mit unermüdlichem Eifer trug sie dazu bei, den verschollenen Seitenaltar zu Ehren von St. Wolfgang wieder an seinen ursprünglichen Platz zurückzuführen. Fast schon eine Detektivgeschichte rankt sich um diesen Sankt-Wolfgangs-Altar. Er stammt aus der Zeit um 1520. Im Jahr 1858 wurde er verkauft und war seitdem lange Zeit verschollen. Erst 1980 tauchte er in Brüssel wieder auf, angeblich aus Amerika zurück und wurde dem internationalen Kunsthandel angeboten. Das Diözesanmuseum in Freising kaufte das Werk an und stellte es aus. „Ein kleines unscheinbares Schild wies auf die Herkunft hin – plötzlich sollte der verschollene Altar wieder im Land und sogar in der Münchener Erzdiözese sein“. Mitte der achtziger Jahre fanden ihn Franz und Hildegard Osterhammer bei einem Museumsbesuch in Freising. Als 1989 die Sanierung und Renovierung der St. Florianskirche begann, versuchten die beiden den Altar wieder an seinen Ursprungsort zurückzubringen. Ein umfangreicher Briefwechsel mit kirchlichen und weltlichen Stellen begann, alle hatten sie nicht mit der Hartnäckigkeit von Hildegard Osterhammer gerechnet. So kehrte der Sankt-Wolfgangs-Altar nach 136 Jahren als Leihgabe unter hohen Auflagen an seinen alten Platz zurück. Die Pfarrei Frasdorf musste – neben den üblichen Sicherheitseinrichtungen – sicherstellen, dass der Altar der Öffentlichkeit zugänglich war. In den ersten Jahren wurde diese Last der Betreuung der Kirche an den Öffnungstagen auf viele Schultern in der Pfarrgemeinde verteilt, ungezählte Besucher wollten den Altar mit der spannenden Geschichte sehen. Als der große Ansturm nachließ, übernahm Hildegard Osterhammer alleine die Führungen, als beste Kennerin der alten Kirche und begnadete Erzählerin ist sie prädestiniert für diese Aufgabe. Darüber hinaus koordiniert sie in der Pfarrei die Kirchenmusik und ist als Lektorin und Wortgottesdiensthelferin tätig. Für den Heimat- und Kulturverein ist Hildegard Osterhammer ebenfalls tätig; so führt sie regelmäßig Schulklassen im Höhlen- und im Dorfmuseum. Der Verein ernannte sie für ihre Verdienste zum Ehrenmitglied. Auch in der Nachbarschaftshilfe ist sie sehr engagiert.
Auf Vorschlag der Gemeinde Frasdorf erhielt sie für ihre unschätzbare Arbeit um die Erforschung und den Erhalt der Kirche St. Florian im Jahr 2012 das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern.

Bericht und Foto: Heinrich Rehberg – Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller und ihre beiden Stellvertreter Peter Freund (links) und Sepp Hollinger (rechts hinten) bei der Verleihung der Bürgermedaille an Hildegard Osterhammer, rechts daneben Franz Osterhammer, der starke Mann neben einer starken Frau.

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg