Festabend und Kirchenzug beim Almbauerntag in Frasdorf

„Wir freuen uns, dass wir nach der 69. Hauptalmbegehung im August jetzt auch den Almbauerntag zum ersten Mal bei uns in Frasdorf ausrichten dürfen“, so Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller beim Festabend des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern in der Lamstoahalle.

Und weiter sagte die Bürgermeisterin: „es war schon Zeit, dass wir den Almbauern, den Sennerinnen und Sennern im Sommer einmal die Frasdorfer und Aschauer Almen zeigen konnten und ihnen dazu heute Abend auch noch Tradition und Brauchtum aus Frasdorf und allerhand Wissenswertes über die Almen der Region vermitteln können. Der Trachtenverein wird sich um das Brauchtum kümmern, der Vorsitzende des Heimat und Geschichtsvereins Frasdorf Rupert Wörndl und Thomas Fischer erzählen allerlei Lustiges und Trauriges, Interessantes und Kurioses über die hiesigen Berge und ihre Almen“. Trachtenvorstand Sepp Enzinger bot den Gästen zwischen Garmisch und Berchtesgaden alles an, was ein Chiemgauer Trachtenverein zu bieten hat, schneidige Plattler, flinke Dreherinnen, Sänger und Musikanten und dazu die Musikkapelle Wildenwart. Das Programm in der gut besuchten Lamstoahalle bot allen Besuchern etwas, besonderes Interesse fand bei allen die außergewöhnliche Dekoration: über 50 Kuhglocken und Schellen hingen über der Bühne und im ganzen Saal verteilt, dazu waren überall die kunstvollen Fuikel und der reiche Kopfschmuck der Kühe vom Almabtrieb zu bewundern. Als außergewöhnliche Gäste sangen die Walchschmied Sänger vom Leben auf den Almen, von Jagd und Wilderei, begleitet von Johannes Fischer auf der Harfe. Die Almkirta Musi aus Frasdorf und Aschau gestaltete den staden Teil und die Wildenwarter Weisenbläser brachten getragene Töne von den Almen direkt in die Lamstoahalle. Die Jugendgruppe und die Aktiven des Festvereins zeigten den Gästen im Saal alle Plattler und Trachtentänze, für die der Chiemgau bekannt ist und die von den anderen Gauen rundherum bewundert und wegen ihrer Exaktheit bestaunt werden.
Rupert Wörndl und Thomas Fischer führten als Ansager durch den Abend, brachten allerlei aus dem Kuriositätenkabinett der hiesigen Almen, erzählten von der Leichtfertigkeit auf den Almen und dem Bestreben der Behörden dagegen anzugehen und stellten dazu noch ein paar regionale Persönlichkeiten aus dem Almleben der Vergangenheit vor. „Obwohl sie längst der grüne Rasen deckt, sind sie immer noch im Gespräch und damit unter uns“, so Thomas Fischer.
Am Sonntag trafen sich alle wieder in der Kirche zum Festgottesdienst, zelebriert von Pfarrer Johannes Palus. Im Evangelium vom guten Hirten und in seiner Predigt gab er dem Vorsitzenden des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern Georg Mair unfreiwillig eine Steilvorlage mit dem Eindringen des Wolfes in die Schafherde. Mair griff dieses Bild bei der Versammlung in der Lamstoahalle wieder auf und verwahrte sich entschieden gegen die Wiedereinführung des Wolfes in den Alpenraum. (wir berichteten). Nach der Kirche zeigten die Frasdorfer den Gästen aus ganz Oberbayern beim Festzug voller Stolz ihr sauber aufgeräumtes Dorf, zahlreiche Sennerinnen, die im Anschluss geehrt wurden, genossen es an diesem Tage auf dem Leutewagen des Frasdorfer Trachtenvereins durch das Dorf kutschiert zu werden.
Bei der Versammlung zum 69. Almbauerntag mit ihren zahlreichen Ehrungen wurde Michael Hinterstoißer, der Geschäftsführer des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern für seine Verdienste zum Ehrengeschäftsführer der bayerischen Arbeitsgemeinschaft für Bergbauernfragen ernannt. Diesen Posten bekleidete er über 30 Jahre lang ehrenamtlich. Aus der Hand des ehemaligen Staatssekretärs Alfons Zeller erhielt er die dazugehörige Urkunde und eine holzgeschnitzte Almkuh.

Bericht und Foto: Heinrich Rehberg – Bei der Versammlung zum 69. Almbauerntag wurde Michael Hinterstoißer, der Geschäftsführer des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern für seine Verdienste zum Ehrengeschäftsführer der bayerischen Arbeitsgemeinschaft für Bergbauernfragen ernannt. Diesen Posten bekleidete er über 30 Jahre lang ehrenamtlich. Aus der Hand des ehemaligen Staatssekretärs Alfons Zeller erhielt er die Urkunde und eine holzgeschnitzte Almkuh.
Von links Vorstand Georg Mair – Michael Hinterstoißer – Staatssekretär a.D. Alfons Zeller – Staatsminister Helmut Brunner

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg