Festabend anlässlich 110 Jahre Trachtenverein Söllhuben

„Vor einer Woche gingen Bilder mit Trachtlern beim G7-Treffen um die Welt und sie zeigten kein künstliches, sondern ein wahres Bayern, denn die Tracht lebt“ – mit diesen Worten gratulierte Gauvorstand Peter Eicher vom Gauverband I der Oberbayerischen Gebirgstrachtenvereine beim Festabend dem Trachtenverein „D´Hochlandler“ Söllhuben zu dessen 110. Geburtstag. Gefeiert wurde dies nach langer Vorbereitung im voll besetzten Festzelt unter dem Motto „Vo Jung bis Oid, vo friara bis heid – des wird gfeiert und zwar gscheid“ – und der Abend wurde dem Motto voll gerecht.

Eindrucksvoller Auftakt mit der Festmusikkapelle Wildenwart unter der Leitung von Wolfgang Kink war der Auftanz mit 44 Paaren der Kinder-, Jugend- und Aktivengruppe. Der Anblick der großen Schar der Dirndl und Buam in sauberer Tracht machte Vorstand Martin Vordermayer und Festleiter Hans Schmid sichtlich und berechtigt stolz. Auch Josef Huber als stellvertretender Landrat vom Landkreis Rosenheim dankte für die gute Art der Brauchtumspflege und wünschte „Ois Guade“ für die Zukunft. Schirmherr und Bürgermeister Josef Häusler von der Gemeinde Riedering, der vor 20 Jahren beim Gaufest vom Gauverband I in Söllhuben Festleiter war, lobte das Zusammenhelfen über mehrere Generationen hinweg. „Ungezählte Stunden ehrenamtlicher Arbeit haben zu einem unbezahlbaren Ergebnis geführt, das darf uns stolz machen. Andererseits müssen wir aber auch die Herausforderungen der Zeit und Gesellschaft sehen. Deswegen bin ich froh und dankbar, dass Ihr heute eine Gruppe von Asylbewerbern eingeladen habt, damit diese einen ersten Einblick in die heimatliche Brauchtumspflege bekommen.“ – so der Bürgermeister. Gauvorstand Peter Eicher dankte für die stets enge Zusammenarbeit mit dem Trachtenverein Söllhuben und er stellte zwei Trachtler des Festvereins als Vorbilder heraus. „Ehrenvorstand Johann Bartl führte den Verein 30 Jahre als Vorstand und auch Barthl Hollinger war drei Jahrzehnte im Gauverband I, im Gebiet Simssee und auch in seinem Heimatverein verantwortlich tätig“, sagte Gauvorstand Peter Eicher.

In vier Blöcken und ohne Pause wurde der Festabend eingeteilt. Sprechszenen mit Festleiter Hans Schmid und seiner Frau Wally sorgten für geschichtliche Informationen im Sinne der Vereinsentwicklung. Vom Festverein gab es Auftritte der Kinder mit dem Lied „Der Wirt“, mit dem Häuslratz, mit der Ziachmusi und mit der Sternpolka. Die Jugend zeigte ein Harfentrio, das Mühlradl, den Ruhpoldinger 2er und den Laubentanz. Einen eigenen Block bekam der Patenverein „Die lustigen Wildenwarter“ mit denen –so der Festleiter – die Söllhubener Trachtler schon viel gemacht und „mitgemacht“ haben. Der GTEV Wildenwart dankte mit Plattlern, mit den singenden Huber-Dirndl und mit dem Sterntanz. Als Geschenk brachten die Wildenwarter ein Holzfass ohne Bier, einen Hunderter zum Befüllen des Fasses sowie reichlich Brotzeit mit. Die Amboß-Polka als Gemeinschaftsplattler verdeutlichte die freundschaftlichen Verbindungen zwischen Söllhuben und Wildenwart, was –wie von Lambert Huber gesagt wurde- schon zu mehrfachen Eheverbindungen zwischen den beiden Trachtenvereinen geführt hat. Das letzte Bühnen-Kapitel vom Festabend gestalteten die Aktiven des Festvereins mit dem „Söllhubener Plattler“, mit dem „Hochlandler-Tanz“, mit einer Weisenbläsergruppe unter der Leitung von Annette Grüber (sie bekam für ihre Musikförderung im Ort und Verein noch einen Extra-Blumenstrauß), mit dem Mangfalltaler-Plattler und mit dem Kronentanz als krönenden Abschluss. Nach dem offiziellen Programm ging es in die urige Bar, so dass für viele der Schlaf bis zum sonntäglichen Weckruf für das Jubiläumsfest mit Gottesdienst, Fahnenweihe und Festzug arg gering war. „Aber schee war´s“ – so Schriftführerin Susi Stocker im Sinne der Söllhubener Festgemeinschaft.

Foto: Hötzelsperger – Eindrücke vom Festabend beim Trachtenverein D´Hochlandler Söllhuben

Weitere Informationen: www.trachtenverein-soellhuben.de

Anton Hötzelsperger

Nachrichten

Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg