Eindrucksvolles, 65. Gedenken für die Chiemgauer Kriegsopfer auf der Kampenwand

Seit dem Erstellen eines Gipfelkreuzes auf der Kampenwand vor 65 Jahren ist es den Gemeinden des Chiemgaus ein verpflichtendes Anliegen, der Gefallen und Vermissten der beiden Weltkriege am letzten August-Sonntag zu gedenken. Heuer war die Gemeinde Obing mit der Ausrichtung der Feier betraut, Obing war damit wie schon vor 25 Jahren bei der 1.275-Jahr-Feier wieder Ausrichter. Heuer anlässlich des 1.300jährigen Gemeindejubiläums nahmen neben den zahlreichen Fahnenabordnungen der Veteranen- und Kriegervereine aus den Landkreisen Traunstein und Rosenheim auch 20 Ortsvereine aus Obing mit ihren Fahnen teil. Kaiserwetter mit Sonne und lauem Wind auf der Kampenwand war der heurigen Gedenkfeier beschieden und entsprechend stark war die Anteilnahme. Ein langer Festzug voran mit der Blaskapelle Obing, mit kirchlichem Dienst sowie mit Ehrengästen und Fahnenabordnungen zog zu Beginn eindrucksvoll von der Steinlingalm zur Gedächtniskapelle „Maria, Königin des Friedens“. Dort hieß Obings 1. Bürgermeister Josef Huber die Vertreter des Bayerischen Landtags, der Regierung und des Bezirks Oberbayern sowie der Landkreise Traunstein und Rosenheim willkommen. Sein weiterer Gruß galt dem Ehrenvorsitzenden der Veteranenvereine im Landkreis Traunstein Siegfried Engel sowie Sebastian Unterhuber und Paul Kink als noch aktiv Beteiligte bei der Erstellung des Kampenwand-Kreuzes. Weitere Ehrengäste waren Alois Glück als ehemaliger Landtagspräsident von Bayern, Max Bertl als Landesvorsitzender vom Bayerischen Trachtenverband und dessen Ehrenvorsitzender Otto Dufter, die Bayernbund-Landesvorsitzenden Adolf Dinglreiter und Christian Glas, die Gauvorstände Michael Huber und Georg Westner vom Chiemgau-Alpenverband, Bürgermeister Peter Solnar von der Gemeinde Aschau mit zahlreichen Bürgermeister-Kollegen sowie die Familie Schaffner aus Höslwang, denen die Betreuung des Kreuzes auf der Kampenwand ein immerwährendes Anliegen ist.

Den Gottesdienst in der schön geschmückten Gedächtniskapelle zelebrierte Obings Ehrenbürger und Ruhestandspfarrer Valentin Tremmel. Dieser stellte nicht nur die Kollekte zur weiteren Kreuz-Pflege zur Verfügung, sondern auch das Höslwanger Engagement in den Mittelpunkt seiner ersten Ausführungen. „Die Idee der Höslwanger ein Kreuz zu zeugen, dauerte länger als neun Monate, doch war es letztlich eine großartige Geburt als vor 65 Jahren 3.000 Leute aus dem Chiemgau dabei waren“ – so der Pfarrer zu Beginn der Eucharistiefeier für die Vermissten und Toten des Chiemgaus in unsäglich leidvollen Kriegsjahren. Die musikalische Gestaltung der Feier lag in besten Händen bei den Aschauer Alphornbläsern, bei der Blaskapelle Obing und mit dem Ehrensalut bei der Gebirgsschützenkompanie Aschau. Nach dem Gottesdienst erinnerte Vorsitzender Ernst Hofstetter von der Krieger- und Soldatenkameradschaft Obing an den Sinn des Zusammenkommens, alsdann legten Michael Bernauer vom Landkreis Traunstein und Pius Graf für den Landkreis Rosenheim einen Kranz zur Erinnerung an die Opfer der Kriege nieder. Mit der Bayernhymne, dem gemeinsamen Rückmarsch zur Steinlingalm und mit der dortigen Einkehr klang der Festtag aus.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von der Gedenkmesse für die Gefallenen des Chiemgaus auf der Kampenwand

 

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg