Pfarrer Josef Aicher als Regenwald-Retter in Rosenheim

Er hat eine halbe Million Hektar Regenwald im Kongo vor der Abholzung gerettet. Für seinen Einsatz für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und seine Aufbauarbeit dort bekam er erst kürzlich das Bundesverdienstkreuz: Pfarrer Josef Aicher aus Petting im Chiemgau, früher auch Pfarrer in Olching, ist ein echter Regenwald-Kenner und lebt seit 36 Jahren im Kongo. Klare Sache für ihn, dass er während seines Heimaturlaubs unbedingt die REGENWALD-Ausstellung im Lokschuppen besuchen wollte. Vier Stunden lang ließ er sich durch diese Erlebnisausstellung führen und kein Detail entgehen. „Ich bin begeistert“, sagte der 82jährige danach. „Es ist beeindruckend, wie großartig der Lokschuppen die Artenvielfalt und den Reichtum an Tieren und Pflanzen präsentiert. Bei den Ameisen hab ich mich fast wie daheim im Kongo gefühlt.“ Auch die Medienstationen und das Regenwald-Kino seien sehr sehenswert. „Und es ist wichtig, die Menschen darauf hinzuweisen, wie wichtig der Erhalt der Regenwälder ist. Es tut mir weh, wenn ich sehe, wieviel Regenwald brutal zerstört wird.“

Im Kongo könnten die Menschen ohne den Regenwald nicht existieren, betonte Aicher. „Er ist Lieferant für ihr Brennholz, sie bauen damit ihre Hütten, und früher gab es auch Wildtiere für die Ernährung. Doch damit ist es jetzt schon vorbei.“ Eigentlich zog der Geistliche als Missionar in den Regenwald. Im Laufe der Jahre wurde die Arbeit mehr. Aicher ist Pfarrer, kümmert sich um die Sorgen der Menschen, sammelt seit Jahren Geld für die Ausbildung von Ärzten und Krankenschwestern. 2007 ereilte ihn eine Hiobsbotschaft: eine halbe Million Hektar Regenwald sollten verkauft und damit zur Abholzung freigegeben werden. Aicher setzte in seinem Heimatland Deutschland und bei der Erzdiözese Salzburg alle Hebel in Bewegung, um im Kampf um den Erhalt der Regenwälder Unterstützung zu bekommen. Er informierte in Vorträgen die Oberhäupter in den Orten im Kongo über die Folgen der Abholzung. Mit seinem Freund Rainer Widmann aus Olching konnte er schließlich keine geringere als Bundeskanzlerin Angela Merkel für sich gewinnen. Widmann ist stellvertretender Vorsitzender des Fachausschusses Entwicklungspolitik in der CSU und konnte wertvolle Kontakte herstellen. Am Ende stand ein kleines Wunder: die Kanzlerin vereinbarte mit dem Umweltminister des Kongo José Endundu Bononge, dass eine halbe Million Hektar Regenwald zu einem Artenschutz-Territorium werden sollen. „Wir haben das immer noch nicht umgesetzt, aber wir arbeiten daran“, erzählte Aicher. „Die Bundesregierung tut viel, um die Menschen im Kongo zu unterstützen.“ Schon gibt es neue Pläne: Aicher will Kooperativen gründen, um eine Landwirtschaft aufzubauen und den Handel mit Produkten zu verbessern. Außerdem sollen Werkstätten für die landwirtschaftlichen Maschinen und damit auch Arbeitsplätze entstehen. „Da gibt es noch viel zu tun für mich“, meinte der Pfarrer lächelnd. Und gab den Menschen hierzulande noch einen Ratschlag mit auf den Weg. „Ich halte es mit dem Heiligen Franziskus: wir müssen Tiere und Pflanzen als Geschwister behandeln und freundschaftlich mit ihnen umgehen. Der Herrgott hat uns die Welt geschenkt, damit wir sie nutzen, und nicht, damit wir sie zerstören.“

Foto: Pfarrer Josef Aicher (rechts) mit dem Leiter des Ausstellungszentrums Lokschuppen Dr. Peter Miesbeck.

REGENWALD
Eine Ausstellung der VERANSTALTUNGS + KONGRESS GmbH Rosenheim in Kooperation mit den Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns und dem Museum Fünf Kontinente.
Ausstellungszentrum Lokschuppen Rosenheim
Rathausstraße 24, 83022 Rosenheim
Öffnungszeiten: 11. April bis 23. November 2014
Mo – Fr von 09:00 – 18:00 Uhr I Sa, So u. Feiertag von 10:00 – 18:00 Uhr
Telefon: +49 (0) 80 31 / 3 65 90 36 E-mail: lokschuppen@vkr-rosenheim.de
Presse Rosi Raab
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Anton Hötzelsperger

Nachrichten

Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg