Ein Hoch auf die Hochrieshütte – Sanierung und Erweiterung

Nicht nur für die Rosenheimer, deren Hausberg die Hochries ist, sondern auch für die Samerberger und für viele weitere Bewohner und Gäste aus der oberbayerischen Region war die Eröffnung der neu gestalteten Räumlichkeiten am und im Hochries-Gipfelhaus der Sektion Rosenheim auf der Hochries ein freudiges Ereignis. Mit zwei Millionen Euro veranschlagter Kosten, deren Rahmen dank Ehrenamt und Sparsamkeit voll eingehalten wurde, war die Baumaßnahme die bisher größte Investition in der 138jährigen Geschichte der Alpenvereins-Sektion Rosenheim. Zur Eröffnung konnte Alpenvereins-Vorsitzender Franz Knarr viele und verdiente Handwerker begrüßen, die sich an schwieriger Örtlichkeit bewährt haben. Unter den von Knarr begrüßten Ehrengästen waren Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller aus Frasdorf, Bürgermeister Georg Huber vom Samerberg, Tourismusvereins-Vorsitzender Hans Auer vom Samerberg sowie die Wieslberg-Musikanten vom Samerberg, die zur passenden musikalischen Gestaltung der Feier beitrugen. Ein besonderer Gruß und Dank galt den Wirtsleuten Elke und Florian Robl, die während der gesamten Bauzeit vielerlei Einschränkungen zu bewältigen hatten und die bei der Einweihungsfeier ihre kulinarischen Fähigkeiten wieder einmal unter Beweis stellen konnten. Bezugnehmend auf den Schwierigkeitsgrad einer Baustelle auf einem Berggipfel und angesichts der gebotenen Aus- und Weitsichten sagte Knarr weiter: „Wir machen viel richtig, aber wir konnten und können es nicht allen recht machen – aber freuen wir uns über den schönsten Platz auf der ganzen Welt“. Nach humorvollen Worten des Vorsitzenden ergriff Schatzmeister Dieter Vögele das Wort und sagte zu Beginn: „Jetzt ist Schluss mit lustig!“. Damit meinte er vor allem die Zahlenwelt, die sich in der Geschichte des Alpenvereins und mit dem großen Bauwerk auftat und auftut. „Die Verantwortlichen der Sektion Rosenheim vom Deutschen Alpenverein als Eigentümer der Hochrieshütte haben zu allen Zeiten versucht, mit den gegebenen Mitteln und Möglichkeiten ihr Bestes zu geben. Im Laufe der Zeit hat sich die Hütten-Versorgung natürlich geändert vom Tragen mit der Kraxe bis zum Flugtransport mit dem Hubschrauber, letztlich war es immer ein ständiges Anpassen an die zeitlichen Anforderungen“ – so Dieter Vögele, der dann an folgende geschichtliche Entwicklungen an und auf der Hochries erinnerte: 1914 Bau der Hochries-Skihütte, 1920 erste Erweiterung, 1934 Neubau aus Holz durch Notstandsarbeiter, 1958 Neubau aus Stein (Holzbau war nicht mehr zu sanieren – die Finanzierung war möglich durch den Verkauf von Grundstücken und Seitenalmen), 1976 nach dem Bau der Hochries-Seilbahn erhält die Hochrieshütte Anschluss an das öffentliche Strom- und Wassernetz, 1980 Neubau der Rosenheimer Stube, 1994 Erneuerung von Gaststube und Küche und 2006 Neubau des Windfangs.

2015 gab die Mitgliederversammlung der 9.500 Mitglieder zählenden Alpenvereinssektion Rosenheim grünes Licht zur Weiterentwicklung mit dem Projekt „Hochrieshütte 2015 und Folgejahre“. Es standen an die Dach- und Fassadensanierung, die Wärmedämmung, das Zimmerlager, die Sanitärbereich-Ausstattung sowie Gastgeber- und Gast-Räumlichkeiten. Bis zu 30.000 Besucher kommen alljährlich auf die Hochries, ein Drittel davon mit der Hochriesbahn, die sich zukünftig an 22 neuen Betten in Drei- und Vierbett-Räumen mit WC und Waschbecken erfreuen können (zusätzlich zu den bisherigen 25 Betten). Die Sanitäranlagen wurden von Grund auf erneuert und die Heizung wurde auf Pellets umgestellt. Wie Dieter Vögele weiter berichtete, war die un-normale Baustelle eine besondere Herausforderung. „Abhängigkeit vom Wetter, 453 Materialtransportflüge von Sonnbach aus und letztlich rund 100.000 Euro nur Flugkosten sind erstaunliche Fakten. Aber nach statistisch 21.453 Arbeitsstunden von Arbeitern der 14 beteiligten Handwerksbetriebe können wir diesen, sowie den Planern, dem Bodenverband Moserbodenstraße, den betroffenen Grundstückseigentümern, der Hochriesbahn, den Gemeinden Frasdorf und Samerberg, dem Landratsamt Rosenheim sowie Baron Rasso von Cramer-Klett, Frau Schnitzenbaumer-Dietrich und dem Bayerischen Staatsforst für ihre nachbarrechtliche Zustimmung und nachbarschaftliche Freundschaft nur mit ganzem Herzen danken“. Alsdann sagte Dieter Vögele: „Erhebet das Glas und trinkt auf das Blühen und Gedeihen der Alpenvereins-Sektion Rosenheim und seiner Hochrieshütte.

Fotos:  Hötzelsperger – Eindrücke von der Eröffnungsfeier der Hochrieshütte nach Investitionen von zwei Millionen Euro.

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg