Die Trachtler des Trachtengau Niederbayern tagten in Pauluszell

5o Vereine zählt der Trachtengauverband Niederbayern. Nahezu 150 Delegierte aus 46 Trachtenvereinen füllten am Sonntag, 30.Oktober den Wirtssaal des Gasthauses Rieder. Zur musikalischen Unterhaltung spielten die „Oaicher Blechbeiser“ auf.
Zur Eröffnung sprach Helmut Englberger, 1.Vorstand des gastgebenden Heimat- und Volkstrachtenvereins, begrüßende Worte, die allen Trachtlerinnen und Trachtlern, den Ehrengästen Staatssekretär Bernd Sibler, MdB Florian Ossner, MdL Erwin Huber, stellv. Landrat Rudolf Lehner und der 1.Bürgermeisterin Maria Neudecker, Gemeinde Wurmsham sowie Bürgermeister Bernhard Gerauer, Gemeinde Neufraunhofen galten. Er brachte zum Ausdruck dass die Herbstgauversammlung nach Pauluszell verlegt wurde. Englhuber stellte den Pauluszeller Trachtenverein kurz vor, der im Jahr 1947 gegründet wurde und zur Zeit 452 Mitglieder aufzuweisen hat, davon sind 45 Kinder unter 16 Jahren. Der Verein habe eine Volkstanz-, eine Kindertanz-, eine Plattler-, eine Kinderplattler- sowie eine Theatergruppe. Zudem richteten sie bereits im Jahr 2000 und 2007 das Niederbayerische Gaufest in Pauluszell aus. Der erste Gauvorstand Bernd Walter zeigte sich hoch erfreut über die zahlreiche Beteiligung und wertete dies als einen Beweis dafür, dass man mit der Arbeit auf dem richtigen Weg sei. Ebenso betonte er die erfolgreiche gute Verbundenheit der Vereine mit der Vorstandschaft des Trachtengaues Niederbayern, wofür er sich herzlich bedankte. Ein ehrendes Gedenken galt den Verstorbenen, besonders dem erst kürzlich verstorbenen Ehrenvorstand Alois Höldl beim Trachtenverein Vilsheim und langjährigen stellv. Gaujugendleiters beim Trachtengau. Bürgermeisterin Maria Neudecker, selbst in der Vereinstracht, sprach Anerkennung für die Kulturerhaltung und Jugendarbeit allen Heimat- und Trachtenvereinen aus. Denn Trachtenpflege sei die Pflege bodenständiger Tracht in allen Bestandteilen, beispielsweise das Herstellen von Trachten möglichst in Handarbeit sowie das Tragen der Tracht als Ausdruck einer inneren Einstellung und Heimatverbundenheit. Auch die Pflege des Brauchtums, angefangen von historischen Tänzen- und Volkstänzen, die Weitergabe des Singens und Musizierens, die Mitwirkung bei kirchlichen Festen im Jahresablauf bis hin zur Pflege der bayerischen Sprache und Mundart und die Pflege des Laienspiels, gehören dazu. Es ist eine Freude zu sehen, mit welcher Begeisterung und Stolz so viele Trachtlerinnen und Trachtler jeder Altersgruppe aktiv sind. Die Pflege der Tracht bei Veranstaltungen und im Alltag, Theateraufführungen, Tanzgruppen, Musikgruppen und Goaslschnalzer. Für jeden Interessenten an der Trachtensache und der Heimatverbundenheit bietet der Verein ein breites Betätigungsfeld. Abschließend stelle Neudecker in kurzen Zügen die Gemeinde Wurmsham den Anwesenden vor. „Die Trachten-Idee lebt“ mit diesen Worten und mit der Aufforderung, sich selbstbewusst dem Wertewandel in der Gesellschaft zu stellen, hieß der Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultur, Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler die Trachtlerinnen und Trachtler zusammen mit der gesamten Gauvorstandschaft in Pauluszell willkommen. Sibler würdigte die trachtlerischen Anstrengungen gerade im ländlichen Raum in einer globalisierten Welt und die spür- und sichtbaren Erfolge im Ehrenamt. Das alte Kulturgut zu bewahren und die Bindung an die Heimat zu vertiefen: „Da bin i dahoam“. Der Bundestagsabgeordnete Florian Ossner sei besonders stolz auf die Arbeit der Jugendleiter und die vielen Freiwilligen im Ehrenamt, den die Jugendarbeit im Verein könne nicht viel genug gewürdigt werden. Ebenso freue es ihm sehr, dass der bayerische Dialekt bewahrt bleibt, „wo man heutzutage doch so viele fremde Ausdrücke hört“. “ Die Heimat- und Volstrachtenvereine im gesamten Trachtengau Niederbayern haben seit Bestehens stets bewiesen, dass es möglich ist, die Trachten zu bewahren, das Brauchtum zu pflegen und die Liebe zur Heimat zu erhalten. Stellvertretende Landrat Rudolf Lehner überbrachte die Grüße des Landrates Peter Dreier und persönlich, um die Verbundenheit mit ihrem Verband zu zeigen. Tradition und Brauchtum sind ein wesentlicher Bestandteil unserer schönen, bayerischen Heimat. Heimat – hier füllt man sich zu Hause und geborgen. Heimat – wo man die unbeschwerte Zeit der Kindheit und Jugend verbrachte. Und zu dieser Heimat gehört der Brauchtum, der besonders von den Heimat- und Trachtenvereinen hochgehalten wird. Tradition und Brauchtum wird so von Generation zu Generation weiter getragen. Diese aus Jahrtausend alter, christlicher Tradition heraus gewachsene bayerische Kultur mit all seinen Bräuchen und Festen im Jahreslauf, erfreut die Menschen und gab ihnen immer wieder Halt, Geborgenheit und Orientierung. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit, ist es besonders wichtig, dass die Erhaltung und Pflege des bodenständigen Brauchtums und alter Traditionen hochgehalten wird. Mit dem neue Trachtenkulturzentrum in Holzhausen ist zudem, eine wie ich meine, wichtige Kultur- und Bildungsstätte geschaffen worden, die viele Möglichkeiten für die Zukunft bietet. Ihre Arbeit für den Erhalt bayerischen Brauchtums ist nicht hoch genug einzuzschätzen, so Lehner. In seinem Tätigkeitsbericht führte 1.Gauvorstand Bernd Walter, Deggendorf in chronologischer Folge die zahlreichen Aktivitäten seit der letzten Gauversammlung vor Augen, die erkennen ließen, dass Sitzungen, Besprechungen, Versammlungen und bei den einzelnen Vereinen, Schulungen, Vorsprachen bei Behörden viel Zeit und Arbeitsaufwand erfordern und das viele Wochenenden für die Trachtenarbeit aufgewendet wurden. Zudem berichtete Walter von der Verbandstagung des Bayerischen Trachtenverbandes, die kürzlich in Bernried stattfand. Hierzu konnte er über erfolgreiche Bilanzen nach einem Jahr Betrieb im Trachtenkulturzentrum Holzhausen berichten. Ein Zeichen der Geschlossenheit und Einigkeit war die Abstimmung über die Beitragsanpassung aufgrund der gestiegenen Aufgaben mit Beginn des Holzhausenprojets durch die Einführung des Beitrages von einem Euro pro Trachtlermitglied noch drei Gauverbände aus dem Dachverband ausgetreten, so erfolgte die nunmehrige Erhöhung auf 1,50 Euro ohne Gegenstimme und ohne Diskussion. In der Zeit vom 25. bis 27.November 2016 wird im Trachtenkulturzentrum in Holzhausen der 1.Adventsmarkt des Bayerischen Trachtenverbandes zu Gunsten der Aktion Sternstunden. Ein großes Fest 2017 wiurd das Jubiläum „100 Jahre Patrona Bavariae“ sein, das am 13. Mai mit der Erzbiözese München und Freising auf dem Münchner Marienplatz gefeiert werden wird. Es folgten die Berichte des Gaujugendleiters Armin Schmid, Obertraubling und des Gauvorstänzers Stefan Hauser, Unterneuhausen, sowie der Gaumusikwart Johann Schedlbauer, Bogen die in ihren Ausführungen auf zahlreiche Veranstaltungen, Übungsabende, Seminartage in Kerschbaum, Vereinsübungsleiterlehrgang, Fahrt zur „Grünen Woche“ in Berlin, Tanzfest in Hinterskirchen und beim ZLF in München verweisen konnten.Der Kassenbericht wurde vom Gaukassier Josef Hofbauer, Straubing vorgetragen und ausführlichst erläutert. Man konnte entnehmen, dass der Kassenstand zufriedenstellend sei. Kassenprüfer Heini Böse, Adlkofen bescheinigte den beiden Kassieren eine vorbildliche Kassenführung und Richtigkeit der Bankauszüge, darauhin wurde der gesamten Gauvorstandschaft die Entlastung erteilt. Im Anschluss folgten die jeweiligen Berichte der Sachausschüsse Trachten: Maria Fischl, Bad Abbach, Volkstanz: Edgar Holz, Rohrstetten, Mundart und Laienspiel: Helmut Ostermaier, Bad Abbach. Für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft im Trachtengau Niederbayern wurde der Werner Mirlach vom Trachtenverein Isartaler Landshut geehrt und ausgezeichnet. Zum Punkt Festlichkeiten wurde bekanntgegeben, dass 2017 kein Gaufest vergeben werden konnte. Die beiden Trachtenvereine Lalling (70 Jahre) und Bogen (90 Jahre) werden ihre Gründungsfeste in einem kleineren Rahmen feiern. Am 02.April 2017 wird in Vilsbiburg bereits zum zehnten Mal das Passionssingen veranstaltet und die Frühjahrs-Gauversammlung des Trachtengaues Niederbayern wird ebenfalls am 02.April in Bogen stattfinden. Abschließend bedankte sich der Gauvorstand Bernd Walter bei allen Vereinen des Gaues Niederbayern die eine geschlossene Einheit darstellen und immer der gesamten Gauvorstandschaft zur Seite stehen „Wir sind immer bemüht, das Beste zu erreichen, damit Zufriedenheit herrscht, denn nur gemeinsam sind wir stark“. Der Dank gilt allen Gauausschussmitgliedern, Sachgebietsvertretern und den ARGE-Sprechern, der Jugend, Erwachsenen sowie der Jugendvorstandschaft für die gute und harmonische Zusammenarbeit, nach dem bewährten Wahlspruch: „Treu der Sitt. treu der Tracht, treu der Heimat“. Mit der Bayernhymne – Gott mit dir, du Land der Bayern wurde am Sonntagnachmittag in Pauluszell die Herbstgauversammlung des Trachtengaues Hinterskirchen beendet.
Bildtexte:
-Gastgebender Verein „Heimat- und Volstrachtenverein Pauluszell“
-4093 Nahezu 150 Delegierte und Ehrengäste füllten am Sonntag, 30.Oktober den Wirtssaal des Gasthauses Rieder in Pauluszell
-4086 Bernd Sibler, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultur, Wissenschaft und Kunst, bei seinem Grußwort
-4071 Bürgermeisterin Maria Neudecker, in der Vereinstracht sei seiner Grußwortansprache
-4103 Die Gauvorstandschaft mit dem 1.Gauvorstand Bernd Walter (Bildmitte)
-4109 Werner Mirlach vom Trachtenverein Isartaler Landshut wurde für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft beim Trachtengau Niederbayern vom ersten Gauvorstand Bernd Walter geehrt und ausgezeichnet
-4115 Die Gauvorstandschaft bei der Bayernhymne
Alle Fotos: Hans Kronseder

Bericht und Bilder: Hans Kronseder

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg