Die Orientalische Mörtelwespe – Kunst am Übertopf

Als die ersten Tiere in den siebziger Jahren in Österreich aus ihren Konkons geschlüpft sind, hat es eine gewisse Zeit gedauert, bis die ersten Insektenkundler die Art in Österreich 1979 entdeckt und bestimmt haben. Wie die Einreise der etwa 15-20 mm langen ausgewachsenen Mörtelwespe (Sceliphron curvatum) – auch Mauerwespe genannt – ausgesehen hat, weiß niemand so genau. Nahe liegt, dass sie ihren weiten Weg aus Zentralasien (Indien, Nepal, Pakistan …) in ihren „sicheren Lehmtönnchen“ über Warentransporte zu uns geschafft hat. Sie hat sich sehr schnell ausgebreitet und konnte inzwischen in 13 europäischen Ländern nachgewiesen werden. Die Bilder in diesem Beitrag stammen aus dem Chiemgau und wurden vor einpaar Tagen aufgenommen. Die auf den Bildern sichtbaren Tönnchen sind etwa 25 mm lang und wurden auf 2 Übertöpfen in einem Gartenhaus entdeckt.

Die Tönnchen aus Lehm, den Brutzellen der Orientalischen Mörtelwespe, werden zum Beispiel hinter Wandteppichen, an Kartons, hinter Bücherwänden und an rauhen Blumenübertöpfen entdeckt. Sie baut die Tönnchen aus Lehm, gruppenweise und in parallelen Anordnungen von 5 – 30 Stück.  Für den Bau einer Brutzelle, einem Lehmtönnchen, benötigt sie etwa einen Tag. Dies hängt davon ab, wie weit sie fliegen muss, um zum Lehm zu kommen. Da die Lehmtönnchen nicht wasserfest sind, baut sie diese immer in Innenräumen oder etwa an südexponierten, geschützten Stellen eines Hauses.

Als Nahrungsvorrat für die Larven trägt das Weibchen 8 – 25 lebende Spinnen ein und legt dann vor dem Verschließen des Tönnchens ein Ei dazu. Diese Futtermenge ist ausreichend, um die geschlüpfte Larve bis zu ihrer Verpuppung ernähren zu können. Später stößt die frisch geschlüpfte Wespe den Deckel der Zelle von innen auf und geht auf Partnersuche.

Und zum Schluss noch die Nachricht zur Beruhigung: die Orientalische Mörtelwespe ist nicht gefährlich oder schädlich.

Wer Bilder der geschlüpften Orientalischen Mörtelwespe sehen möchte, wird bei Google mit der Suche unter „Orientalische_Mörtelwespe Bilder“ fündig.

Bericht und Bilder: Wolfgang Dietzen

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Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg