Die Hochries erhält ein neues Gipfelkreuz

Am Sonntag feierten eine große Anzahl von Bergwanderer, Vereinsmitgliedern und Almleute, die zu Fuß oder mit der Hochriesbahn auf den Gipfel der Hochries gekommen sind Bergmesse. Alljährlich wird diese am letzten Samstag im September vom Gebirgstrachten-Erhaltungsverein Samerberg, Grainbach und der Sektion Rosenheim des Deutschen Alpenvereins organisiert.

In diesem Jahr war das Besondere, dass die beiden Vereine das von Wind und Wetter in die Jahre gekommene Gipfelkreuz durch ein neues ersetzten. Sepp Wagner, der Schiasai von Grainbach hat es im Auftrag des Trachtenvereins, der es als Geschenk zum 100-jährigen Bestehens der Hochrieshütte gegeben hat, gefertigt. Das kupferne Kruzifix wurde nach Restaurierung am nach Süden ausgerichteten aus Lärchenholz gezimmerten Kreuz wieder angebracht.

Nach der Begrüßung durch die Vorstände Fred Wiesholzer und Franz Knarr gab

Pfarrer Robert Baumgartner aus Rohrdorf dem Kreuz den christlichen Segen. Zusammen mit Diakon Günther Schmitzberger und Kaplan Johannes Kappauf aus Milbertshofen mit ihren Ministranten zelebrierte er auch die feierlich Bergmesse. Die Fürbitten wurden von Irmgard Wörndl und Michael Bauer vorgetragen. Die musikalische Umrahmung gestalteten die Samer Sänger unter Leitung von Gabi Reiserer und Hans Wiesholzer sowie die Bläsergruppe „de Jungen Samer“.

Nach einem allseitig unter wolkigem Himmel gesungenen „Großer Gott wir loben Dich“ gab es in der Hochrieshütte bei Elke und Florian noch Speis und Trank mit zünftiger Musi.

Lange bevor auf der Hochries ein Gipfelkreuz stand haben die Mitglieder der 1877 gegründeten Alpenvereinssektion Rosenheim 1892 ein Fremdenbuchkästchen aufgestellt. Am 30./31. Juli ging es damals zu Fuß durch die prächtigen Buchenwälder von Brannenburg über Kirchwald an der stillen Einsiedelei vorbei zum Duftbäu wo die Mitglieder mit Sektionsvorstand Dr. Julius Mayr an der Spitze übernachteten. Am nächsten Tag ging es dann bei reinem Himmel zum Feuchteck und hinüber zum Gipfel der Hochries wo begleitet von Musik das Fremdenbuchkästchen aufgestellt wurde – so ist es dem Sektionsarchiv zu entnehmen.

1909 war es dann der Gebirgstrachten-Erhaltungs-Verein „Hochris“ Samerberg, der dem Antrag des damaligen Schriftführer Josef Sollinger, „auf der Spitze der Hochries ein Kreuz aufzustellen“ stattgegeben wurde. Diese Idee wurde vom ersten Vorstand Sebastian Bauer, Kassier Wolfgang Gsinn und weiteren Ausschussmitgliedern kräftig unterstützt. Hauptsächlich durch Gaben und Geldgeschenken sowie anderwärtigen Bemühung verschiedener Mitglieder wurde das erste Gipfelkreuz an seinem Bestimmungsort auf der Hochries am 26. September 1909 errichtet – so steht es im Protokollbuch des Trachtenvereins. Eine Urkunde dokumentiert dieses Ereignis.

Im Laufe der mehr als Hundert Jahre musste das Kreuz mehrmals erneuert werden – letztmals 1977 zum 100 –jährigen Bestehen der Sektion Rosenheim – damals von Zimmermeister Hans Sattelberger gefertigt .

So steht das neue Gipfelkreuz auf dem Rosenheimer Hausberg der Hochries auf 1569 m und über ihm nur der Himmel mit Sonne oder Wolken, im Wind, Sturm bei Regen und Schnee.

Rainer Nitzsche

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