Deutscher Trachtentag mit Bundesversammlung in Holzhausen – Teil I

Drei Tage lang stand das Trachtenkulturzentrum in Holzhausen (Marktgemeinde Geisenhausen im Landkreis Landshut) im Blickfeld von 110 Delegierten aus den Reihen des Deutschen Trachtenverbandes (DTV). Höhepunkte beim „Deutschen Trachtentag 2016“ waren die Verleihung des Titels „Tracht des Jahres“ an den Trachtenverein Hinterskirchen und der Besuch des Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer.Zu Beginn der Bundesdelegiertenversammlung im voll besetzten Augustiner Stadl würdigte DTV-Präsident Knut Kreuch (Oberbürgermeister der thüringischen Residenzstadt Gotha) die geniale Leistung des Bayerischen Trachtverbandes beim Bau des Trachtenkulturzentrums (TKZ). „Eine solche Verbandsleistung gibt es in Europa wohl nur einmal, jeder Cent ist bestens angelegt“, so Präsident Kreuch, der unter den Ehrengästen den Bundestagsabgeordneten Florian Oßner sowie die Landtagsabgeordneten Ruth Müller, Franz Schedlbauer, Hubert Aiwanger und Erwin Huber begrüßen konnte. Ein besonderer Gruß galt Ehrenvorsitzendem Otto Kragler, dem „Vater der Deutschen Trachtenbewegung“, Ehrenvorsitzenden Otto Dufter vom Bayerischen Trachtenverband sowie den Ehrenmitgliedern des DTV Elfriede Kragler und Zeno Buchholz. Bayerns Landesvorsitzender Max Bertl zeigte sich bei seiner Begrüßung stolz, Gastgeber des trachtlerischen Bundestreffens zu sein und er dankte allen, die mit Arbeit, Kraft, Ideen und Geld zum Gelingen des Trachtenkulturzentrums beigetragen haben. Bürgermeister Josef Reff von Geisenhausen berichtete vom Aufschwung in seiner Gemeinde durch das TKZ. Florian Oßner als CSU-Bundestagsabgeordneter würdigte in seinem Grußwort das stark gelebte Brauchtum in Bayern, das –zum Beispiel bei der Grünen Woche- auch in der Bundeshauptstadt vernommen wird. Hubert Aiwanger, Bundesvorsitzender der Freien Wähler, freute sich am Anblick der prächtig anzusehenden Trachten und er bezeichnete die Trachtler als Träger einer Gesinnung, die wichtig ist, um für die Heimat einstehen zu können. Franz Schedlbauer als Vertreter des Bezirks von Niederbayern (und Bürgermeister von Bogen) sagte in seiner Grußbotschaft, dass es wichtig ist, zu wissen, wo man herkommt, dann nur dann wisse man auch, wo man hingehöre und hinwolle. In gewohnt temperamentvoller und redegewandter Art informierte Präsident Knut Kreuch über die Aufgaben und Ziele des Deutschen Trachtenverbandes. „Deutsche tragt Tracht, wohin ihr geht – damit Europa weiß und sieht, wo ihr steht!“ – mit dieser zentralen Botschaft begann Kreuch die zum elften Male erfolgte Auszeichnung „Tracht des Jahres“. Heuer wurde diese Auszeichnung dem Trachtenverein Hinterskirchen zuteil. Die Vorstellung der „Holzlandtracht“ nahmen Vorstand Wast Obermaier und Ehrenvorstand Hans Speer mit Mitgliedern des Trachtenvereins Hinterskirchen vor. Dass der Trachtenverein Hinterskirchen nicht nur eine schöne und historische Bauerntracht sondern auch Zukunft hat, zeigt sich dadurch, dass der Verein 70 Kinder unter 14 Jahren hat. Mit Auftritten vor dem Papst in Rom und beim G7-Gipfel in Bayern kam die Hinterskirchener Tracht schon zu internationaler Anerkennung.

Eine Million Mitglieder hat der Deutsche Trachtenverband, rund die Hälfte ist in Bayern aktiv. Das größte Fest für Trachtler ist die „Europeade“, die heuer vom 19. bis 24. Juli in Namur in der Nähe der belgischen Hauptstadt Brüssel (unter erhöhten Sicherheits-Auflagen) stattfindet. Der Deutsche Trachtenverband fördert das Tragen der Tracht durch den „Tag der Tracht“, der immer am dritten Sonntag im Oktober stattfindet. An den Buchstaben des Wortes „Holzhausen“ bezeichnete Kreuch den Charakter der Trachtler von heimatverbunden bis naturtalentiert. Ein besonderer Dank galt den Mitgliedern des Bundesvorstandes, der Trachtenjugend und Ulla Danz, die seit 15 Jahren in der Geschäftsstelle bestens organisiert ist. Das nächste große Fest ist das Deutsche Trachtenfest mit 67 Trachtengruppen, 8 Musikkapellen und rund 2.000 Teilnehmern in Öhringen im Hohenloher Land im Land Baden-Württemberg. Die Carl-Grübel-Medaille in Bronze für über 50jährige Trachten-Aktivität bekam Ehrenmitglied Zeno Buchholz vom Oberpfälzer Gauverband. Als  ältester aktiver Trachtenverein Deutschlands konnte Vorsitzender Helmut Amberger vom „Verein der Bayern in Berlin“ zum 140. Vereinsjubiläum die Deutsche Trachtentafel in Brillant entgegen nehmen. Eindrucksvoll präsentierten Bürgermeister Lars Kolan, Peggy Nitsche und Marga Morgenstern den Spreewald und ihre Stadt Lübben. Dort werden im nächsten Jahr der Deutsche Trachtentag und zwei Jahre später das Deutsche Trachtenfest stattfinden.

Über den Besuch von Ministerpräsident Horst Seehofer berichten wir noch gesondert

Fotos: Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg