„Der Lehrer von Stein“ – Buch-Tipp aus Aschau i. Chiemgau

Der Heimat- und Geschichtsverein von Aschau i. Chiemgau hat kürzlich das Buch „Der Lehrer von Stein“ herausgebracht. Davon sollen dieser Bericht und die Bilder zeugen. Der Schulweg für die Kinder im oberbayerischen Priental windet sich bis zu sieben Kilometer hinein bis nach Sachrang, dem Bergdorf nahe der Tiroler Grenze. Die Straße ist ein zerfurchter, etwas breiterer Feldweg. Er genügt den Ochsenkarren und Fuhrwerken. Selten verirrt sich eine Kutsche in das abgelegene Gebirgstal. Es gibt noch keine Elektrizität, kein Telefon, kein Radio, kein Motorrad oder Auto. Für`s Licht verwenden die Menschen mittlerweile aber schon Öllampen – ein großer Fortschritt gegenüber den kurzlebigen rußenden Kienspänen.

Der Schulhausbau in der Einöde Stein 1907, direkt neben Straße und Prienfluss, markiert einen neuen Zeitabschnitt in dem von Land- und Forstwirtschaft geprägten Tal. Der 25jährige Max Hickl zieht 1908 als erster Lehrer für die siebenklassige Volksschule von Rosenheim hierher auf`s Land.

Seine Aufgeschlossenheit gegenüber neuesten technischen Möglichkeiten, seine Verbundenheit mit der heimischen Bevölkerung und  sein vorbildlicher Dienst an der Gemeinschaft erinnern unwillkürlich an das Sachranger „Universal-Genie“, den „Müllner-Peter“ (Peter Huber, *1766 +1843), der ein gutes halbes Jahrhundert vor ihm hier wirkte.

Hickl und seiner Fotoleidenschaft verdanken wir einen Bilderschatz, mit dem er dem Leben und Wirken der Menschen in den weit verstreuten Weilern und Einöden des engen Tales ein fotografisches Denkmal setzt.

Im Buch geht es vor allem um die Zeit zwischen 1908 und 1927; die Jahre vor, während und nach dem I. Weltkrieg und deren Einfluss auf die einfachen Menschen im Priental. Die Aufzeichnungen in der „Schulgeschichte“ und die nahezu 300 abgedruckten Fotos von Max Hickl zeichnen ein beispielhaftes Bild jener folgenschweren Zeit, wie sie sich in ähnlicher Weise auch in anderen bayerischen Gebirgsorten zugetragen haben könnte.

Das Buch „Der Lehrer von Stein“ umfasst 232 Seiten und 292 Abbildungen. Herausgeber: Heimat- und Geschichtsverein Aschau i.Chiemgau e.V., ISB-Nr. 978-3-00049871-8; www.geschichtsverein-aschau.de. Erhältlich in der Tourist Info 83229 Aschau i.Ch., Telefon 08052 904938 oder info@schau.de.

Preis: € 17,00; Versand: € 2,50

Bericht wurde zur Verfügung gestellt von Wolfgang Bude, Aschau i. Chiemgau

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg