DEHOGA Bayern zeigt Erfolgsbeispiele wie den Gasthof Schwarz in Hohenwart

500 Dorfwirtschaften, so hat eine Studie ergeben, verschwinden jedes Jahr von der bayerischen Landkarte. Für den Präsidenten des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, DEHOGA Bayern, ist das zwar eine tragische Zahl, aber noch lange kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Denn es gibt sie, die Erfolgsgeschichten, die Betriebe, die trotz aller Widrigkeiten und gesellschaftlichen Veränderungen Erfolg haben.

Als ein Beispiel besuchte der Präsident von rund 12.000 gastgewerblichen Betrieben in Bayern jetzt den Gasthof Schwarz in Hohenwart. Brandl verwies in seinem Statement auf die Bedeutung der Gastronomie auch und gerade im ländlichen Raum. Gerade diese flächendeckende Vielfalt sei es, die Bayern so beliebt mache. Immerhin sei die bayerische Gastronomie und die damit verbundene Gemütlichkeit ein wichtiger Baustein für die erfolgreiche Tourismusmarke Bayern. Allerdings habe regional gesehen das Wirtshaus auch eine gesellschaftliche Funktion. Es sei, so Brandl, ein sozialer Ort, Treffpunkt, Bühne und Börse, Raum für Feiern und Festlichkeiten, zum Austausch. „Vielen wird diese Bedeutung erst bewusst, wenn es kein Wirtshaus mehr im Ort gibt“, unterstrich Brandl. Dies bestätigte auch Johann Aicher, Bürgermeister der Gemeinde Feichten. Dort hat die Gemeinde vor einigen Jahren den leer stehenden Gasthof gekauft und betreibt diesen jetzt in eigener Regie weiter – nicht zuletzt, damit die Vereine eine Heimat haben.
Allerdings, so betonte Brandl in seinen Ausführungen weiter, müsse diese Bedeutung der Wirtshäuser auch entsprechend geschätzt werden. Einerseits von den Menschen, die die Wirtshäuser nicht nur besuchen, sondern auch die betriebswirtschaftlich notwendigen Preise akzeptieren, andererseits von der Politik, die gefordert sei, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Wirte auch langfristig erfolgreich sein können. Ein Beispiel dafür sei der reduzierte Mehrwertsteuersatz auf Speisen, um für die Gastronomie das Ungleichgewicht gegenüber Metzgereien und Bäckereien, die in der Regel mit einem reduzierten Mehrwertsteuersatz kalkulieren können, auszugleichen. „Wer Leistung haben will, muss akzeptieren, dass ein reduzierter Mehrwertsteuersatz notwendig ist“, so der Präsident.
Als „Botschafter und Visitenkarte für die Marke Bayern“, bezeichnete der Landtagsabgeordnete Dr. Martin Huber das Gastgewerbe. Ansatzpunkte für eine Förderung sah er bei der Städtebauförderung. Und die Politik müsse immer wieder auf die Bedeutung der Branche hinweisen, „sonst fehlt etwas Elementares in der Marke Bayern.
Konrad Schwarz, in dessen Gasthof das Gespräch stattfand, ist einer dieser Bausteine in der bayerischen Gastlichkeit. Seit 35 Jahren betreibt er erfolgreich den Gasthof mit Wirtsstuben, 250-Personen-Saal und 28 Fremdenzimmern. Er setzt auf regionale Küche, bietet saisonale, frische Gerichte und geht selbst auf die Jagd, um ganz besondere Wild-Spezialitäten anbieten zu können. Allerdings betont auch er: „Man muss immer dranbleiben, das Karussell muss sich ständig drehen.“ Notwendig dafür seien stetige Innovationen und Investitionen, damit die Gäste auch weiterhin gerne kommen.

Foto: Sie zeigten Erfolgsbeispiele bayerischer Wirtshauskultur auf (v.l.): Konrad Schwarz vom Gasthof Schwarz in Mehring, Sabine Detter vom Weißen Bräuhaus Graming, Franz Bergmüller, oberbayerischer Bezirksvorsitzender des DEHOGA Bayern, Landtagsabgeordneter Martin Huber sowie DEHOGA Bayern-Präsident Ulrich N. Brandl.

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg