Chiemsee-Harley-Spende für Kinder-Wildwasser-Fahrt

Mit dem Kajak Stromschnellen der Tiroler Ache umschiffen, von Felsen springen und in der berüchtigten „Waschmaschine“ schwimmen – einen Tag voller aufregender Abenteuer erlebten zwölf Jugendliche bei der Geschwisterkinder-Freizeit der Björn Schulz Stiftung und der Stiftung Pfennigparade am zweiten Juliwochenende. Die Kinder, die einen Bruder oder eine Schwester mit einer schweren Krankheit oder Behinderung haben, verbrachten unter dem Motto „Wilde Wasser“ ein Wochenende im Erholungshaus Irmengard-Hof am Chiemsee, der zur Björn Schulz Stiftung gehört. Höhepunkt der Auszeit vom belastenden Alltag war eine Kajakfahrt auf der Tiroler Ache von Kössen bis Schleching. Sie kam zustande durch eine Spende der Teilnehmer am Chiemsee Harley Treffen Mitte Juni diesen Jahres.

„Ich komme jedes Camp hierher, und ich finde es immer wieder schön, einfach nur toll“, erzählt Kathi, eine Teilnehmerin. Die zwölf- bis 16-Jährigen lernten sich am Freitagabend beim Lagerfeuer und Werwolfkarten spielen kennen. Der Samstag startete mit einem Chiemsee-Rugby auf dem Bolzplatz am Irmengard-Hof. Danach gab‘s „Verkehrschaos“ – ein erlebnispädagogisches Kooperationsspiel, veranstaltet von den vier Betreuern Linda Schlesinger, Marcel Jahn, Sarah Speichert und Magdalena Koch. In kleineren Gruppen erzählten sich die Jugendlichen, die meist im Schatten ihrer kranken oder behinderten Geschwister stehen, dann von ihren persönlichen Erlebnissen und erfuhren, wie sie mit belastenden Situationen besser umgehen können. Am Ende des Tages baute jeder einen Schwedenstuhl – eine Art kleiner Liegestuhl, der durch Ineinanderstecken zweier Holzteile entsteht. Die Stühle wurden individuell gestaltet und zum „Auszeitstuhl“ erklärt, auf dem man sich bei dicker Luft zurückziehen kann.

Bei strahlendem Sonnenschein ging es am Sonntag in drei Landrovern von Übersee nach Erpfendorf, der Einstiegstelle in die Tiroler Ache hinter Kössen in Tirol. Nachdem alle in die Neoprenanzüge geschlüpft waren, kamen das Einschwimmen mit dem Trainer und eine kleine Wildwasserschulung. Jeder erhielt eine Schwimmweste und einen Helm und dann hieß es, sich mit den Kajaks vertraut zu machen: paddeln lernen, Steine umschiffen und ein Gefühl für das Wasser bekommen. „Sie lernen die Strömung kennen und spüren, um zu wissen, wie man sich auf und im Wildwasser verhält“, erklärte Oliver Parker von Parker Outdoor in Übersee, der den Tag organisierte. Unter seiner fachlichen Leitung und der seiner beiden Guides Flo und Klaus hatten alle bald riesigen Spaß bei der Fahrt auf grünem Wasser flussabwärts durch die Entenlochklamm mit ihren bizarren Felsformationen. Der Mittagsimbiss auf einer Kiesbank schmeckte besonders gut und zwischendurch durften die Teilnehmer ihren Mut auf die Probe stellen: „Wir sind von der Felswand sechs Meter runter gesprungen, das fand ich am besten“, berichtet Bjarne. „Am Anfang habe ich mich nicht getraut zu springen – aber ich bin gesprungen!“ erzählt eine weitere Teilnehmerin. Schließlich übten sich alle noch in der berüchtigten „Waschmaschine“ – einer Flussbiegung, in der die Strömung besonders turbulent ist. Nach vier Stunden landete die Gruppe erschöpft am Ziel in Schleching. „Die Gesichter sagten mehr als Worte: Alle strahlten!“, freute sich Sozialpädagogin Linda Schlesinger von der Björn Schulz Stiftung. „Ein solches Erlebnis gibt den Kindern enormes Selbstvertrauen, sie wachsen an den Aufgaben und loten ihre Grenzen neu aus.“

Die Björn Schulz Stiftung dankt allen, die zum Zustandekommen dieses Erlebnisses beigetragen haben: Parker Outdoor unterstützte die Gruppe, indem die Teilnahmepreise ermäßigt wurden. Und möglich wurde die wunderbare Kajakfahrt erst durch die große Spende der Teilnehmer des Chiemsee Harley Treffens 2016.

Foto: Björn-Schulz-Stiftung – Großes Hallo vor der Kajakfahrt auf der Tiroler Ache: Die Geschwisterkindern mit ihren Betreuern beim Freizeitcamp der Björn Schulz Stiftung und der Stiftung Pfennigparade

Über die Björn Schulz Stiftung

Der Leitsatz der Stiftungsarbeit lautet: „Wenn ein Kind schwer erkrankt, ist immer die gesamte Familie betroffen“. Seit 1996 bietet die Björn Schulz Stiftung Hilfe für krebs- und chronisch kranke Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und deren Familien mit bundesweiten Projekten der ambulanten und stationären Betreuung. Die Arbeit der Björn Schulz Stiftung wird zu einem großen Teil aus Spenden finanziert. Die Stiftung ist Träger des DZI-Spendensiegels und bereits mehrfach regional und überregional für ihre Arbeit ausgezeichnet worden. In Bayern unterhält die Stiftung den Irmengard-Hof in Gstadt am Chiemsee, auf dem sich vor allem Familien mit schwerstkranken Kindern und auch Geschwisterkinder erholen können.

Über den Irmengard-Hof

Der Irmengard-Hof ist das Erholungshaus der Björn Schulz Stiftung für schwer kranke Kinder und ihre Familien in Gstadt am Chiemsee. Der landschaftlich traumhaft gelegene Irmengard-Hof ermöglicht seinen Gästen individuellen Rückzug. Hier ist Zeit und Raum für Austausch und Begegnung in der Familie oder mit Gleichaltrigen, um für die Bewältigung einer herausfordernden Lebenssituation neue Kraft, Selbstvertrauen und Lebensfreude zu schöpfen. Spezielle Angebote wenden sich an die gesamte Familie sowie an Geschwisterkinder. Ebenso finden Mütter von pflegebedürftigen Kindern in Auszeit-Wochenenden mal wieder etwas Zeit für sich selbst. Den Gästen stehen 24 Zimmer mit rund 90 Betten sowie vielfältige Gemeinschaftsräume und eine großzügige Gartenanlage mit Tiergehege sowie Spiel- und Bolzplatz zur Verfügung.

Mitterndorf 1
83257 Gstadt

www.bjoern-schulz-stiftung.de

Spendenkonto:
Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim | IBAN: DE 53 711 600 000 108 952 604 | BIC: GENODEF1VRR

Die Björn Schulz Stiftung ist eine Stiftung zur Förderung mildtätiger sowie gemeinnütziger Zwecke.
Vorstand –       Bärbel Mangels-Keil (Sprecherin) | Götz Lebuhn | Volkmar Heun
Stiftungsrat –   Detlef Jaenicke (1. Vorsitzender)

 

Anton Hötzelsperger

Nachrichten

Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg