Brigitte Bergmann aus Bad Aibling vom Bayer. Heilbäderverand geehrt

Pflegekräfte leisten Schwerstarbeit, die für die Gesellschaft unersetzlich ist. Dafür hat der Bayerische Heilbäder-Verband (BHV) jetzt zehn Pflegekräfte stellvertretend für alle ausgezeichnet.

Der Verbandsvorsitzende Klaus Holetschek überreichte ihnen im Beisein von Gesundheitsministerin Melanie Huml Freiaufenthalte in Heilbädern und Kurorten. Mit dabei war auch Brigitte Bergmann aus Bad Aibling. Sie war über 42 Jahre lang in der Akutpflege, im Dauernachtdienst und auf einer onkologischen Intensivstation tätig. Sie leitete in ihrem Berufsleben erfolgreich mehrere Heime. Jetzt darf sie einen einwöchigen Gesundheitsurlaub in Bad Kötzting verbringen. Brigitte Bergmann war sehr verblüfft über diese Auszeichnung. „Ich bin fast ein bisschen beschämt gewesen. Ich habe mir gedacht: was habe ich denn schon geleistet?“ Klaus Holetschek weiß es zu schätzen: „Sie leisten einen unersetzlichen Dienst an der Gesellschaft.“ Er nahm diese Auszeichnung auch zum Anlass, die Kur als Pflichtleistung der Gesetzlichen Krankenkassen für Pflegekräfte und pflegende Angehörige zu fordern. „Pflegekräfte sind besonders gefährdet, an Burnout zu erkranken, sie haben außerordentliche physische und psychische Belastungen. Deshalb muss es für sie ohne Wenn und Aber einen Anspruch auf eine Kur geben.“ Einer der ersten Gratulanten für Brigitte Bergmann war der Bad Aiblinger Kurdirektor Thomas Jahn.
„Ich freue mich sehr, dass der BHV nicht nur die Pflegebedürftigen, sondern auch die Pflegenden in den Blick nimmt. Das Ziel des Verbandes ist es, ein wissenschaftlich evaluiertes, mehrtägiges Präventionsprogramm speziell für Pflegekräfte zu entwickeln.“, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml. Der BHV und der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) haben dazu eine wissenschaftliche Studie mit dem Titel „„Präventiv der Arbeitsbelastung für Pflegepersonal entgegenwirken – aktiv Körper, Geist und Seele stärken“ gestartet. Sie wird von der Staatsregierung gefördert und vom Lehrstuhl Public Health und Versorgungsforschung (IBE) der Ludwig-Maximilians Universität (LMU) München wissenschaftlich begleitet. Erarbeitet wird dabei ein fünftägiges Präventionsprogramm für Pflegekräfte, das in Bad Reichenhall durchgeführt werden soll. Die Ministerin ergänzte: „Ich weiß aus vielen Gesprächen um die besondere Belastung pflegender Angehöriger. Diesen sollte daher der Zugang zu Kurleistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung erleichtert werden. Ich denke an eine Ausgestaltung, die vergleichbar mit den Regelungen für Mutter-Kind-Kuren ist.“
Die demografische Entwicklung und die drastische Zunahme an pflegebedürftigen Menschen wird qualifiziertes Pflegepersonal in Zukunft noch unentbehrlicher machen. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums wird die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2060 von aktuell 2,7 Millionen auf 4,7 Millionen steigen. Alleine die Zahl der Demenzerkrankten wird von heute ca. 1,4 Millionen bis zum Jahr 2030 auf voraussichtlich 2,2 Millionen steigen. Klaus Holetschek warnte deshalb vor einem drastischen Mangel an Pflegekräften. „Der Bedarf an Pflegekräften wird angesichts dieser Zahlen steigen. Deshalb müssen wir alles tun, um die Pflegekräfte so lange wie möglich gesund und im Berufsleben zu halten.“

Foto: von links: BHV-Vorsitzender Klaus Holetschek, der Bad Aiblinger Kurdirektor Thomas Jahn, Brigitte Bergmann und Gesundheitsministerin Melanie Huml.

Kontakt:
Bayerischer Heilbäder-Verband e. V.
1. Vorsitzender Klaus Holetschek
Rathausstr. 6-8, 94072 Bad Füssing
Telefon: 08531/975590
Telefax: 08531/21367
E-Mail: gs@bayerischer-heilbaeder-verband.de

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg