Brauchtums-Vertreter im Dialog mit BR-Intendant Ulrich Wilhelm

„Es ist ein spannendes, tolles Miteinander zumal es Themen genug gibt, die uns gemeinsam berühren und deswegen freue ich mich, dass Sie als Vertreter bayerischer Brauchtums-Verbände und Organisationen wieder zum traditionellen BR-Dialoggespräch nach München gekommen sind“ – mit diesen Worten begann Intendant Ulrich Wilhelm vom Bayerischen Rundfunk das Treffen hoch über München am Rundfunkplatz 1. Zugleich gab der Intendant Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Planungen.„Der Bayerische Rundfunk soll noch bayerischer und regionaler werden“ – so Ulrich Wilhelm, der dem seit einem Dreiviertel-Jahr auf Sendung befindlichen Digital-Sender „BR Heimat“ einen Bilderbuch-Start bescheinigte. „BR-Heimat ist der erfolgreichste Programm-Start der letzten Jahre innerhalb der ARD. Der stark hörbare Aha-Effekt zeigt, dass das Programm der bayerischen Seele entspricht. Dieser Erfolg wäre dem BR nicht ohne dem Zutun der Brauchtumsvertreter gelungen“, sagte der Intendant, der –ebenso wie alle Diskussionsteilnehmer – die Arbeit vom Leiter von BR-Heimat, Stefan Frühbeis und seinem ganzen Team als besonders lobenswert bezeichnete. Auch Adolf Dinglreiter, Landesvorsitzender des Bayernbundes und Organisator des BR-Dialoggesprächs würdigte das in kurzer Zeit auf die Beine gestellte, starke Programm als „Runde Sache“. Mit der Einführung von BR-Heimat mit bayerischen Beiträgen rund um die Uhr (Volks- und Blasmusik und anderem mehr) sind aber die Veränderungen beim BR noch nicht abgetan. Wie Intendant Wilhelm sagte, wird der BR einige Umgestaltungen vornehmen, da technische Veränderungen („Immer mehr Funktionen auf einem Gerät“) mit gesellschaftlichen Veränderungen („Immer mehr Vereinzelungen und –z.B.- immer weniger Lagerfeuer) einhergehen. Demzufolge gilt es immer schneller hoch-komplexe Themen zu erfassen und Entscheidungen zu treffen. „Darauf sollten wir persönlich und als Firma reagieren, indem wir auch mal entschleunigen, zu den Themen tiefer einsteigen sowie mehr Orientierung und Spezialisierung suchen“. Damit meinte Ulrich Wilhelm den Aufbau von Fach-Redaktionen für Radio, Fernsehen und online-Plattformen. Zugleich erfordern Kostenüberprüfungen Einsparungen beim Produktionsbetrieb, dem derzeit rund 900 Beschäftigte angehören.

Eine zentrale Botschaft des Intendanten war: „Berichte aus Bayern müssen ausgebaut werden, nicht nur aus den Städten, sondern auch aus den Regionen“. So soll ab Frühjahr 2016 die Rundschau-Sendung um 18.30 Uhr „bayerischer“ und auf eine halbe Stunde ausgedehnt werden. Die Aller-Welt-Nachrichten sollen dann durch die Übernahme der Tagesschau (zeitgleich mit der ARD) abgedeckt werden. Zustimmung zu dieser Programm-Struktur kam auch von Sigmund Gottlieb, dem Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks, er sagte: „Je globaler und unübersichtlicher die Nachrichten werden, umso wichtiger wird zukünftig die regionale Berichterstattung zu besten Sendezeiten werden“. Der Umbau –so Gottlieb weiter- wird alle Bereiche der Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft betreffen und daran sollen die Brauchtums-Verantwortlichen auch mitwirken. Hierzu sagten unter anderem Horst Münzinger, Vorsitzender vom Förderverein Bairische Sprache und Dialekte, Max Bertl als Landesvorsitzender des Bayerischen Trachtenverbandes, Christian Glas vom Bayernbund und Martin Wölzmüller vom Landesverein für Heimatpflege ihre Unterstützung zu. Im Zuge der Neuausrichtung von bayerischen Themen auf allen Sendeplattformen will der BR nach den Worten des Intendanten den Digital-Ausbau voranbringen und das Programm auf Bayern 1 „verjüngen“. „Dabei wird sich die Frage stellen, ob die derzeitige Volksmusik-Sendung von 19-20 Uhr auf B1 noch das richtige Umfeld haben wird, deswegen bitte ich um ihre Mitarbeit, wenn wir unsere Programm-Änderungen vornehmen“, so Ulrich Wilhelm zu den Brauchtums-Zuständigen, die im kommenden Jahr zu weiteren Gesprächen und Abstimmungen eingeladen werden. Zugesagt wurde vom Intendanten und seinen anwesenden Abteilungsleitern, dass das vom Wertebündnis Bayern ins Leben gerufene Schul-Projekt „Mundart wertvoll“ vom Bayerischen Rundfunk unterstützt und begleitet wird. Im Rahmen des Besuchs im Hochhaus des Bayerischen Rundfunks wurde auch das Studio von BR Heimat besichtigt, dabei erläuterte Stefan Frühbeis als Leiter dieses neuen Digitalsenders das tägliche Programmschema und er konnte erfreut von einer derzeitigen Tagesreichweite von rund 110.000 Hörerinnen und Hörern berichten.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke vom Besuch der Brauchtums-Verantwortlichen aus Bayern beim Bayerischen Rundfunk.

Nähere Informationen: www.br.de und www.trachtenverband-bayern.de

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg