Bistum Chiemsee vor 800 Jahren gegründet – seit 55 Jahren Freunde von Herrenchiemsee

Genau vor 800 Jahren entstand das Bistum Chiemsee auf Herrenwörth. Davon zeugt die päpstliche Errichtungsbulle für das Bistum Chiemsee „Super Familiam“ aus dem Jahr 1216 mit dem Datum 28. Januar. Diese Urkunde nimmt auf die pastoralen Notwendigkeiten Bezug und sie umschreibt den Umfang der Diözese mit ihren ursprünglich zehn Pfarreien. Diese waren in Bayern Herrenchiemsee, Prien, Eggstätt, Söllhuben und Grassau, in Tirol Söll, Kirchdorf, St. Johann im Leukental, Brixen im Tal und St. Ulrich im Pillersee. Gegründet wurde das Bistum Chiemsee im Jahr 1215 von Erzbischof Eberhard II. von Salzburg (1200 – 1246) als das zweite von vier sogenannten Salzburger „Eigenbistümer“. Die Erlaubnis zur Errichtung des Bistums Chiemsee hatte König Friedrich II. erstmals 1213 für Frauenchiemsee als Bischofssitz und zwei Jahre später für Herrenchiemsee gewährt, die päpstliche Errichtungsbulle trug das Datum 28. Januar 1216. Papst Benedikt XVI. hat dann im Jahr 2009 Herrenchiemsee zum Titularbistum erhoben. Beim Buch „Herrenchiemsee: Kloster–Chorherrenstift-Königsschloss“ (Verlag Friedrich Pustet), war die Vereinigung der Freunde von Herrenchiemsee Mitherausgeber. Die Vereinigung der Freunde von Herrenchiemsee gründete sich am 13. Juni 1961, also vor 55 Jahren im Kaisersaal des ehemaligen Chorherrenstifts auf Herrenchiemsee gründete. Laut Satzung widmet sich die Vereinigung der Erhaltung und Erforschung der historischen und kunsthistorischen Kulturgüter auf der Herreninsel, vor allem des im Jahr 1803 säkularisierten Chorherrenstifts. Dem Verein der Freunde von Herrenchiemsee ist besonders der altehrwürdige Inseldom ein Anliegen. Der Inseldom sollte nach Möglichkeit wieder der Öffentlichkeit, unter anderem für Veranstaltungen und Ausstellungen zugänglich gemacht werden. Bereits mehrere Bayerische Finanzminister kamen auf Wunsch der Vereinigung der Freunde von Herrenchiemsee aus diesem Grunde auf die Insel. Zuletzt im Herbst des vergangenen Jahres machte sich Finanz- und Heimat-Minister Markus Söder ein Bild vor Ort und Gedanken zur Finanzierung des schon lange am und auf dem Chiemsee gehegten Wunsches. Zum aktuellen Stand der Dinge in Bezug auf den Inseldom gibt es derzeit keine Neuigkeiten wie Dr. des. Cordula Mauß als Pressesprecherin der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen wie folgt informierte: „Ob, in welcher Form und durch welche baulichen Maßnahmen der sogenannte Inseldom der Öffentlichkeit zukünftig zugänglich gemacht werden kann, wird derzeit geprüft“ – so die aktuelle Mitteilung aus der Bayerischen Schlösserverwaltung.

In den Räumlichkeiten des Alten Schlosses wurde nach dem Zweiten Weltkrieg die Verfassung für die Bundesrepublik Deutschland ausgearbeitet. Das heutige Klostergebäude bzw. das Alte Schloss wurde im Barock errichtet. Vier Flügel umschließen einen großen, annähernd rechteckigen Hof mit einem idyllischen Rosengarten. Der Konventstock (Ostflügel) mit Sälen und Wohnzellen entstand 1645-1649, der Bräuhausstock (Westflügel) 1661-1665. Im repräsentativen Fürstenstock (Südflügel, 1700-1716) befanden sich die Klosterküche, Prunksäle sowie Wohnräume für fürstliche Gäste. Mit dem Prälaturstock (Nordflügel, 1727-1730) wurde der Klosterhof geschlossen. Seit 1998 befindet sich im Konventstock und im Fürstenstock ein modern gestaltetes Museum; die Gemäldegalerie „Maler am Chiemsee“ im Augustiner-Chorherrenstift ist  von 10 Uhr bis 16.45 Uhr geöffnet, die Galerie Julius Exter im Augustiner-Chorherrenstift ist noch bis Ende März 2016 geschlossen. Viele Besucher der Herreninsel und des von König Ludwig II. erbauten Neuen Schlosses nutzen ihren Aufenthalt auch zu einem Gang in das Alte Schloss mit all seinen vielen historischen Informationen und künstlerisch interessanten Ausstellungen.

Fotos:  Hötzelsperger – Eindrücke vom Alten Schloss Herrenchiemsee

Nähere Informationen: www.herrenchiemsee.de

Anton Hötzelsperger

Nachrichten

Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg