Bilderbuch-Fest beim Treffen der Veteranenvereine auf dem Samerberg

Das hohe Gut des Friedens, der in Deutschland so lange wie nie zuvor besteht und in diesen Tagen genau 70 Jahre besteht, stand im Mittelpunkt des heurigen Treffens der Interessengemeinschaft der Krieger- und Soldatenvereine im Landkreis Rosenheim. Gastgeber bei idealem und trockenem Wetter war der Krieger- und Veteranenverein Törwang-Grainbach, der heuer seinen 200. Geburtstag feiern konnte.

Ein Bilderbuch-Kirchenzug bildete den Auftakt zum von den Samerberger Vereinen und Bürgern wohl vorbereiteten Festtag. Vom Festzelt in Fading ging es vorbei am Buchenwald in einem beschaulichen Weg mit Hochriesblick zum malerischen Dorfplatz von Törwang. Dort feierten Pfarrer Josef Brenninger und Diakon Günter Schmitzberger einen Gottesdienst, den die Musikkapelle Samerberg mit ihrem Dirigenten Benedikt Paul und der Kirchenchor Samerberg mit seinem Leiter Jürgen Gieck musikalisch gestalteten. Eingangs sagte Pfarrer Brenninger: „Der Anlass zur Gründung des Veteranenvereins vor 200 Jahren war zutiefst traurig, seither haben ungezählte Kinder, Frauen und Männer in unvorstellbarem Leid ihren Tod gefunden. Doch Gott, der allein über Leben und Sterben herrscht, bringt Licht in die Dunkel- und Ausweglosigkeit“. Diakon Schmitzberger würdigte in seiner Predigt die Veteranen als Senior-Experten, die aufgrund ihrer Erlebnisse über ganz wertvolle Erfahrungen verfügen. „Betroffene erzählen anders als Geschichtsbücher, ich selbst bin durch das Erzählt-Bekommen von meinen Großeltern tief geprägt und seither davon überzeugt, dass wir alles, alles, wirklich alles daran setzen müssen, um in allen Konflikten eine friedliche Lösung zu finden“, so Schmitzberger. Bürgermeister Georg Huber dankte dem Veteranenverein mit seinem Vorstand Michael Irger und er gratulierte dem ältesten Ortsverein zum Jubiläum. „Zeigen wir der Jugend Wege vom hohen Wert des inneren und äußeren Friedens und leisten wir mit diesem würdevollen Tag einen Friedens-Beitrag ebenso wie wir es im Umgang mit den Flüchtlingen von heute tun können“, sagte der Bürgermeister. Stellvertretende Landrätin Marianne Loferer erinnerte an die mahnenden Worte des ehemaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Hans Seidl aufgrund seiner eigenen Kriegserfahrungen und sie sagte weiter: „An jedem Tag ist auf der Welt Krieg, der Balkan und die Ukraine sind nicht weit von uns, Frieden darf nicht zur trügerischen Selbstverständlichkeit werden“. Pius Graf erläuterte als Vorsitzender der Interessengemeinschaft den tiefen Sinn von Gedenken an die Verstorbenen als er sagte: „70 Millionen Tote im Zweiten Weltkrieg dürfen nicht zu Talkshow-Themen allein verkommen, Bombennächte, Vermißte, Vertreibung und all das Leiden und Sterben müssen gegenwärtig bleiben, damit sie nicht vergessen werden“. Anschließend legte Graf mit zwei Soldaten einen Kranz nieder und die Musikapelle intonierte das Lied vom „Guten Kameraden“, dessen Text Wolfgang Maurer sprach. Zum Schluss des Gottesdienstes überreichte der Patenverein Rossholzen-Steinkirchen mit seinem Vorstand Michael Wagner ein Patenband für den Festverein. Den Abschluss der Feier auf dem Dorfplatz bildete die Bayernhymne. Alsdann wurde in fünf Zügen mit 94 verschiedenen Orts- und Veteranenvereinen, mit Musikkapellen und Festkutschen zum Festzelt und zum gemütlichen Beisammensein marschiert.Ehrengäste des Veteranentreffens auf dem Samerberg waren unter anderem Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig, die Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner und Otto Lederer, die Bezirksräte Sebastian Friesinger und Sepp Hofer, Bayernbund-Landesvorsitzender Adolf Dinglreiter, Ehrenvorsitzender Matthias Schweiger vom Festverein und Alt-Bürgermeister Josef Deindl.

Foto: Hötzelsperger – Eindrücke vom Bezirkstreffen der Veteranenvereine auf dem Samerberg

Weitere Informationen zum Festprogramm: www.musikkapelle-samerberg.de

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg