Besuch beim Kuckucksuhren-Bastler Friedrich Pfaff in Prien-Ernsdorf

„Ohne Uhren kein Leben“ – dieser mehrdeutige Satz bekommt in Prien-Ernsdorf bei Friedrich Alfred Pfaff eine besondere Bedeutung. Der 75jährige hat sich seit Jahrzehnten dem Modellbau verschrieben, seit dem Jahr 2000 hat er für seine Liebhaberei, dem Bau von Kuckucksuhren mehr Zeit gefunden. Und das Besondere: die Uhren werden nach eigenen Vorstellungen und mit gebrannten Streichhölzern in einmaliger Art hergestellt.Gerne öffnet Friedrich Pfaff die Türen seines Hauses, um einen Blick in das reiche Schaffen zu gewähren. Bereits in seiner Jugend in Furtwangen im Schwarzwald fand Holz aus Mutters Holzkiste Verwendung für kreative Basteleien. Beruflich waren Maschinenbau-Mechanik sowie die Ausbildung zum Anwendungstechniker und Flugzeug-Mechaniker erste Stationen. Am Arbeitsplatz seiner Küchenbau-Firma ALNO in Pfullendorf am Bodensee war Pfaff dann Berufsausbilder zum Industriemechaniker. Immer stärker wurde dabei sein Hobby, der Modellbau. An nationalen und internationalen Wettbewerben hatte er sich erfolgreich beteiligt, manchen Siegerehrungen folgten Einladungen zu Modell-Restaurierungen für Museen. Nach der Pensionierung erfolgte der Umzug nach Bayern, der Heimat seiner Frau. Erste Station war Kiefersfelden, es folgten Unterwössen und seit knapp 10 Jahren in Prien. Bereits nach zwei Jahren in Bayern verstarb die Ehefrau, durch das gemeinsame Hobby von Uhren und künstlerischem Schaffen ergab sich später eine neue Lebensgemeinschaft mit Frau Edith Behling (Designerin und Dekorateurin). Mit ihr erfreut sich Friedrich Pfaff an einer außergewöhnlichen Vielfalt an künsterlischen Betätigungen und Werken. Herausragend dabei sind die Uhren aus seiner Schwarzwälder Heimat. Als Mitglied im „Verein der Schwarzwald-Uhr“ kann er mit Stolz seine Unikate zeigen. Eine Uhr besteht aus drei bis vier Tausend Zündhölzern und rund eintausend Dachschindeln. Nur 50 bis 60 Arbeits- und Bastelstunden braucht der fingerflinke Bastler, um eine neue Kuckucksuhr zu erstellen. Allein das Schlagwerk stammt nicht von seiner Hand, alles andere stellt er selbst her. Den Unterschied von Schwarzwald- und Chiemgau-Uhren zeigt der Bastler daran, dass als Gewichte Tannenzapfen oder Steine (Chiemgau) genommen werden. Vor 20 Jahren baute Pfaff mal eine alte Holzräder-Uhr aus der Zeit um 1700 mit viertelstündlichem Schlagwerk und mit einer schön klingenden Messing-Glocke nach. Zum großen Sortiment der bereits gebastelten Modelle gehören auch Oldtimer-Autos und Schiffe, nur keine Flugzeuge, vor deren Absturzmöglichkeiten im richtigen Leben Friedrich Pfaff immer größten Respekt bewahrt hat. Aufgrund seines Könnens und seiner Bastel-Leidenschaft ist der Uhrenbauer auch bereit, Uhren aller Art (z. B. Kamin- oder Wanduhren) zu reparieren, nur Armbanduhren gehören da nicht dazu. Zukünftig will Herr Pfaff noch Uhren jeder Art als Unikate und nach eigenen Entwürfen oder auch nach individueller Bestellung erstellen. Bei der Ideenfindung ist ihm seine Partnerin Frau Behling behilflich. Einen Traum möchten sich die Beiden noch erfüllen: sie haben bereits eine kleine Skelett-Uhr im Glas, gerne möchten sie eine große Skelett-Uhr mit Beleuchtung bauen.

Beim Betrachten der Uhren aus Zündhölzern erinnert sich Pfaff gerne daran, dass ihm Anfangs Verwandte, Feuerwehrkameraden und Freunde beim Beschaffen von den vielen Zündhölzern behilflich waren. Aus diesen machte er auch noch Bilder und Modell-Autos wie das Ford-T-Modell aus dem Jahr 1907, einen Rolls-Royce oder einen Mercedes aus dem Jahr 1902; auch ein Lanz-Traktor Baujahr 1921 mit Heißluft-Motor und mit dem Maßstab 1:10 ist in der Sammlung zu finden. Das Zusammenbauen von Zündhölzer-Bildern erstaunt ebenfalls, das größte Bild, ein Schwarzwald-Motiv verbrauchte rund 18.000 Zündhölzer. „Nur“ 2.000 Zündhölzer wurden für das Motiv mit der Priener Pfarrkirche verwendet. Am liebsten von allem macht Herr Pfaff Kuckucksuhren, diese finden ganz besonders in den USA interessierte Käufer. Aufgrund der großen Menge an Uhren, Modellen und sonstigen Bastelarbeiten und den damit entstandenen Platzbedürfnissen in seinem Priener Haus ist Herr Pfaff bereit, sich von seinen bisherigen Werken zum Teil zu trennen. Nähere Informationen sind möglich unter 08051-1821 oder mobil 0160-1864987. „Ohne Uhren kein Leben“ – dieses Motto sagt Frau Behling – trifft bei Friedrich Pfaff haargenau zu.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke vom Besuch beim Kuckucks-Uhren-Bastler Friedrich Pfaff in Prien.

Nähere Informationen: 08051-1821 oder mobil 0160-1864987

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg