Bayerns Trachtler erinnerten in Traunstein an Dr. Conrad Adlmaier

Am 30. September vor 50 Jahren verstarb Dr. Conrad Adlmaier aus Traunstein. Adlmaier war ein großer Pionier für die Trachtenbewegung in Bayern und darüber hinaus.

Am Vorabend des Sterbetages fanden sich auf dem Waldfriedhof von Traunstein Abordnungen des Bayerischen Trachtenverbandes und des Gauverbandes I zusammen mit einem Bläserquartett aus den Reihen der Stadtkapelle Traunstein und mit Gemeindereferent Uli Engelmaier von der Stadtpfarrei St. Oswald ein, um an das trachtlerische Lebenswerk von Dr. Adlmaier zu erinnern. In der Gedenkfeier würdigte Uli Engelmaier die Leistungen von Conrad Adlmaier und seine christliche Lebenseinstellung als Vorbildfunktion. „Seine Gründungen, Initiativen und Schriftstücke waren nachhaltig und sind unvergessen“, so der Geistliche. Auf die Leistungen von Dr. Adlmaier ging in einem Nachruf Gauvorstand Peter Eicher vom Gauverband I ein, dessen 1. Gauvorstand er von 1946 bis 1966 war. „Adlmaier war ein Erztrachtler, Vordenker und Wegbereiter, an dessen Beerdigung vor 50 Jahren 132 Fahnen und ungezählte Trachtlerinnen und Trachtler teilnahmen“, so Peter Eicher, der versprach, auch fortan das Versprechen „Wir werden Dich nicht vergessen“ zu halten. Weiters erinnerte Eicher, dessen Gauverband I an der Gedenkfeier mit der Gaustandarte und vielen Mitgliedern aus der Vorstandschaft und aus den Gau-Gebieten vertreten war, daran, dass Adlmaier nach seiner Wahl zum 1. Gauvorstand (nach dem überraschenden Tod von Thomas Bacher) diesen mit heute 118 Mitgliedsvereinen größten Einzelverband innerhalb des Bayerischen Trachtenverbandes mit großer Leidenschaft, Umsicht und straffer Hand führte. Bereits vorher und zudem war Adlmaier Schriftführer von 1925 bis 1947 bei den damals so bezeichneten Vereinigten Bayerischen Trachtenverbänden. Gleich nach dem II. Weltkrieg im Sommer 1945 beschlossen Thomas Bacher und Conrad Adlmaier die Trachtenbewegung neu aufzubauen und Verhandlungen mit der Militärregierung und Besatzungsmacht aufzunehmen. Max Bertl vom Bayerischen Trachtenverband machte im Beisein von Ehrenvorsitzenden Otto Dufter und Landesschriftführerin Hildegard Hoffmann deutlich, dass Dr. Conrad Adlmaier bei den vielen Aufgaben in schwieriger Zeit eine hohe Gabe des Vorausschauens hatte. „Damalige Kommunikations- und Reiseverhältnisse waren eine Herausforderung, wenn für Bayern oder auch für den von ihm mit begründeten Südwestdeutschen Gauverband Sitzungen in München, im Oberland oder am Bodensee zu bewältigen waren“, so Max Bertl, der besonders für die regelmäßigen Schriften des Buchdruckermeisters Adlmaier dankte, deren Herausgabe von ihm 1926 begonnen und seit seinem Tod bis heute als Heimat- und Trachtenboten von seinem Enkel Konrad Vogel und seiner Familie fortgesetzt wird. In der Zeit als Conrad Adlmaier Oberster Trachtler in Bayern war, fielen weitreichende und bis heute wichtige Entscheidungen, unter anderem 1954 die Anerkennung der Gemeinnützigkeit für Trachtenvereine, 1955 Schaffung des Goldenen Gauehrenzeichens, 1956 Beginn des Zuschusses vom Bezirk Oberbayern für die Volksmusikpflege und 1965 die erstmalige finanzielle Förderung der Trachtenpflege durch den Freistaat Bayern. Für all seine Aktivitäten und Verdienste wurde Dr. Adlmaier 1966 zum Ehrenvorsitzenden des Gauverbandes I ernannt. Nach der Gedenkfeier lud die Familie Konrad Vogel noch zu einer Brotzeitzusammenkunft im Vereinshaus vom Trachtenverein „Trauntaler“ Traunstein ein.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von der Gedenkfeier für Dr. Conrad Adlmaier auf dem Zentralfriedhof in Traunstein.

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg