Bayern weitet Kulturlandschaftsprogramm aus

Anton Hötzelsperger —  7. Oktober 2016

Die bayerischen Bauern können im nächsten Jahr für eine Vielzahl besonders umweltschonender Bewirtschaftungsverfahren staatliche Gelder beantragen. Wie Landwirtschaftsminister Helmut Brunner in München mitteilte, sollen dafür die Angebote im Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) gegenüber 2016 deutlich ausgeweitet werden.

„Der Freistaat baut damit seine bundesweite Vorreiterrolle in der umweltschonenden Landbewirtschaftung weiter aus“, so der Minister. Schon heute sei das KULAP das mit Abstand größte und finanzstärkste Agrarumweltprogramm in Deutschland. Bereits jeder zweite Landwirt mache mit. Die Erweiterung der Angebotspalette ist laut Brunner den Beschlüssen des Bayerischen Kabinetts zum Doppelhaushalt 2017/2018 zu verdanken: Danach stehen in den kommenden beiden Jahren für das Programm rund 520 Millionen Euro zur Verfügung – fast 69 Millionen Euro mehr als im laufenden Doppelhaushalt. Dem Minister zufolge ist das KULAP mit seinen vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten nicht nur bei Landwirten geschätzt, sondern auch in der breiten Öffentlichkeit anerkannt. Schließlich seien die staatlichen Prämien eine für jedermann nachvollziehbare Gegenleistung für aktive Einschränkungen bei der Bewirtschaftung.

Nach Aussage Brunners können die bayerischen Landwirte im kommenden Jahr aus 19 statt heuer elf Angeboten zur umweltschonenden Landbewirtschaftung wählen: dem Ökolandbau (Programmteil B10/11), der extensiven Nutzung von Grünland (B20/21), der emissionsarmen Ausbringung von Wirtschaftsdünger (B25/26), der Umwandlung von Acker in Grünland entlang von Gewässern und sonstigen sensiblen Gebieten (B28/29), der Anlage von Gewässer- und Erosionsschutzstreifen (B34), der Winterbegrünung mit Wildsaaten (B36), der Mulch-, Streifen- oder Direktsaat bei Reihenkulturen (B37/38), dem Verzicht auf Intensivfrüchte in wasserwirtschaftlich sensiblen Gebieten (B39), der Anlage von Blühflächen (B47/48), der Erneuerung von Hecken (B49), der extensiven Futtergewinnung (B50), der Mahd von Steilhangwiesen (B51), der Behirtung von Almen und Alpen (B52), dem Weinbau in Steil- und Terrassenlagen (B55), dem Wiederaufbau von Steinmauern in Weinbausteillagen (B56), dem Erhalt von Streuobst-Wiesen (B57), der extensiven Teichwirtschaft (B58), der Anlage von Struktur- und Landschaftselementen (B59) und der Sommerweidehaltung (B 60).

Weitere Informationen zum KULAP und zur Neuantragstellung gibt es im Internet unter www.landwirtschaft.bayern.de/kulap.

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg