Bayerischer Waldgau-Hoagascht mit Witz und Musik

Eine weitaus schönere Art, das „Halloween-Fest“ zu verbringen, machte sich der Bayerische Waldgau zu eigen, als er zu seinem alljährlichen Hoagartn einlud, der diesmal in Neuschönau Station machte.Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Saal des Gasthauses Schinabeck am letzten Oktobertag. Nachdem die „Neuschönauer Dorfmusikanten“ (Armin Eiler, Martin Schopf, Jürgen Segl, Simon Schreiner, Rudi Kern) mit dem Gamsgebirg-Marsch den Abend eröffnet hatten, begrüßte der erste Vorsitzende des örtlichen Heimatvereines „D’Koishüttler“, Clemens Rothkopf, neben den Gästen aus der näheren Umgebung auch Gäste aus der Region des oberen bayerischen Waldes. Ein herzliches Grüß Gott richtete Rothkopf an die gesamte Vorstandschaft des Bayerischen Waldgaues, voran den ersten Vorsitzenden Andreas Tax mit seiner Mannschaft, die Ehrenmitglieder Hilde Herzig und Sepp Schiller, Vertreter des benachbarten Dreiflüsse Gaues und vor allem an die Sänger und Musikanten sowie Eberhard Kreutzer, der mit Witz und Humor durch den Abend führte.
Rothkopf bedankte sich im Namen des Heimatvereines bei der Vorstandschaft des Bayerischen Waldgaus, vor allem bei den Musikreferenten Ingrid und Hermann Hupf, dass dieses Jahr der Hoagarten in Neuschönau stattfinden konnte. Den beiden war es gelungen, ein abwechslungsreiches Programm mit hochkarätigen Sängern und Musikern zusammenzustellen. Schon Tradition hat ihr Lied „A echta Musikant“, bei dem sie in umgedichteten Strophen die mitwirkenden Gruppen vorstellten.
Die „Lamer-Winkel-Sänger“ besangen ihre Herkunft mit „Vo drin samma außa“. Die vier gstandnen Männer wurden auf der Zither begleitet von Hermann Achatz. Sie beeindruckten die Zuhörer mit weiteren Liedern aus der Waldheimat durch ihre imposanten Männerstimmen, die auch „leise“ Lieder wie „Der Lindenbaum“ oder „D’Liab“ zum Klingen brachten.
Die „Waldler Stubenmusik“ aus Viechtach spielte gekonnt auf und zeigte den Gästen, wie mit drei Zithern, Gitarre und Kontrabass Polkas und Märsche flott und schwungvoll klingen, aber auch Stücke zum nachdenklich werden, besinnlich und einfühlsam dargeboten werden können. Die „selbstgestrickten“ Stücke hatten klingende Namen wie „Spui-af-Boarischer“, „Distelberger Landler“ oder „Wenn d’Bladln foin“. Mit ihren Gsangln alter humorvoller wie auch nachdenklicher Waidler-Lieder erfreuten der „Simei Sepp und die Sonja“ von den Erlauzwiesler Trachtlern die Zuhörer. So mancher Zuhörer kam bei ihren Darbietungen („I bin a kloana Häuslma“ oder „Übers Loaterl do steig i ned auffe“) ins Schmunzeln. Unter der Anleitung von Ingrid Hupf war beim Zwiefachen „Neun Dörfer“ das Publikum angehalten, mitzusingen.
Der musikalische Nachwuchs wurde vertreten durch das junge Geschwisterpaar Antonia und Martin Hammerla aus Bischofsmais beeindruckte die Gäste mit ihrem musikalischen Können auf der Gitarre und der Steirischen Harmonika. Bekannte Lieder, wie „Geh tausch’ mas aus“ oder „I bin da kloa Sommerberger Bauer“ erklangen im Saal. Volksmusik auf hohem Niveau bot das Duo „Franz und Regina“ auf der Steirischen und auf der Gitarre. So konnte man bei genauem Hinhören Klänge des bekannten Harmonikaspielers Herbert Pixner aus Südtirol hören. Gern gehört waren auch die gesungenen Zwiefachen („Aber d’Ochsn treib i ned aus“).
Zwischen den einzelnen musikalischen Darbietungen strapazierte Eberhard Kreuzer mit seinen Gedichten und Erzählungen die Lachmuskulatur der Zuhörer. In den Mittelpunkt seiner Erzählungen stellte er Geschichten und Anekdoten über Alltägliches und Humorvolles aus dem Leben älterer Eheleute. Kein Auge blieb trocken bei den Erzählungen über den Hosenkauf (wo nach anstrengendem Probieren lediglich ein Paar Socken für den Mann, aber ein neues Kostüm für die Frau heraussprang), einen missglückten Bierzeltbesuch und die Tücken des „Hamma-ned-dahoam-Apparats“. Auch als Politiker nahm sich der ehemalige 2. Bürgermeister und Stadtrat von Zwiesel selber auf die Schippe („Da braucht man nix können, da wird man gewählt.“).
Während der Darbietungen aller Musikanten und Sänger, herrschte absolute Ruhe im Saal. Dies zeigte das große Interesse der Zuhörer sowie das hervorragende Niveau aller Mitwirkenden. Nach dem rund dreistündigen abwechslungsreichem und professionellen Programm bedankte sich Gauvorsitzender Andreas Tax bei allen Sängern und Musikanten, sowie dem Heimatverein für die Ausrichtung des Hoagartens und die Gastfreundschaft. (krp)

Bildunterschrift zu ko-krp-Waldgau-Hoagartn 2015-1: Dem Musikreferentenpaar Ingrid und Hermann Hupf oblag die Organisation des Abends.

Bildunterschrift zu ko-krp-Waldgau-Hoagartn 2015-2: Lieder über ihre Heimat, den Lamer Winkel hatten die „Lamer-Winkel-Sänger“ im Repertoire.

Bildunterschrift zu ko-krp-Waldgau-Hoagartn 2015-3: Ein „Heimspiel“ war es für die „Neuschönauer Dorfmusikanten“.

Bildunterschrift zu ko-krp-Waldgau-Hoagartn 2015-4: Schon 30 Jahre lang spielt die „Waldler Stubnmusi“ aus Viechtach miteinander.

Bildunterschrift zu ko-krp-Waldgau-Hoagartn 2015-5: Mit dem ihm eigenen Humor unterhielt Eberhard Kreuzer das Publikum.

Bildunterschrift zu ko-krp-Waldgau-Hoagartn 2015-6: Der Simei Sepp und die Sonja sangen schöne alte Heimatlieder.

Bildunterschrift zu ko-krp-Waldgau-Hoagartn 2015-7: Mit jugendlichem Charme wussten die „Geschwister Hammerla“ zu begeistern.

Bildunterschrift zu ko-krp-Waldgau-Hoagartn 2015-8: Ein eingespieltes Duo waren „Franz und Regina“.

Bericht und Bilder: Regina Pfeffer

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg