Bauernverband antwortet auf Bayerischen Agrarbericht 2016

Der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner hat heute im Landtag den Agrarbericht 2016 vorgestellt. Sein Fazit: „Die bayerischen Bauern trotzen der Krise auf den Agrarmärkten.“ Darauf hat der Bayerische Bauernverband geantwortet.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass die präsentierten Daten im Wesentlichen nur bis zum Jahr 2015 reichen. „Die Auswirkungen der desaströs niedrigen Preise der letzten Monate finden damit keinen Eingang in den aktuellen Agrarbericht“, sagt Hans Müller, Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes. „Brunners Agrarbericht kann und darf nicht darüber hinweg täuschen, dass die Lage vieler Familienbetriebe nach wie vor schwierig ist, die Erzeugerpreise weiterhin niedrig sind und die desaströse Preispolitik auf vielen bayerischen Höfen zu massiven Problemen führt.“
Damit bleibt die finanzielle Situation angespannt und die Liquidität ist auf vielen Familienbetrieben – egal ob Milchbauern, Schweinehalter oder Ackerbauern – weiter ein Problem. Der Bayerische Bauernverband fordert deshalb, dass jetzt auf Bundesebene endlich die seit Monaten angekündigten Hilfsmaßnahmen umgesetzt werden. In dieser Woche werden in Berlin wieder Gespräche zu den geplanten steuerlichen Maßnahmen geführt. „Bayern ist und bleibt von bäuerlichen Familienbetrieben geprägt. Bei der rückwirkenden Gewinnglättung und dem Freibetrag zur Schuldentilgung brauchen wir Entscheidungen. Das ist dringend notwendig, um Betriebe in dieser schwierigen Situation sowie bei ihrer Weiterentwicklung zu unterstützen und so die Vielfalt der bayerischen Landwirtschaft zu erhalten“, sagt Müller. „Gleichzeitig zeigen die enorm schwankenden Preise und die Krise in der gesamten Landwirtschaft, dass eine steuerfreie Rücklage zum Ausgleich dringend nötig ist. Bauern brauchen die Möglichkeit für sich und ihren Betrieb vorzusorgen.“

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg