Bauernverband fordert weitere Förderung der Einzelbetriebe

Der Lebensmitteleinzelhandel betreibt seinen Konkurrenzkampf mit Lebensmittel zu Schleuderpreisen, der Milchpreis liegt am Boden, der Bundesrat fordert ein Ende der Anbindehaltung für Milchkühe und gleichzeitig steht die einzelbetriebliche Investitionsförderung zur Diskussion.

Etwa ein Drittel aller bayerischen Milchkühe lebt  in Ställen mit Anbindehaltung. Besonders in den südlichen Regionen Oberbayerns ist ihr Anteil noch höher. Deshalb weist Anton Kreitmair, Präsident des oberbayerischen Bauernverbandes, das Ansinnen der Länderagrarminister nach einem Verbot der Anbindehaltung kategorisch zurück. „Die Tiere haben häufig beinahe Familienanschluss. Sie werden individuell und liebevoll betreut. Das wird viel zu wenig berücksichtigt“.

Ein Verbot der Anbindehaltung würde zu einem Strukturbruch führen und zwar gerade in denjenigen Regionen, die am stärksten von der Milchviehhaltung geprägt sind und nach wie vor das Rückgrat für den Tourismus im Voralpenland bilden. „Hier ist alles von bäuerlicher Landwirtschaft und bäuerlicher Tradition geprägt. Die Menschen kommen zu uns, weil sie gerade diese wunderbare Atmosphäre schätzen, die sie von daheim nicht mehr kennen“, betont Bezirksbäuerin Christine Singer, die selbst im Landkreis Garmisch-Partenkirchen zu Hause ist.

Häufig steht die Landwirtschaft der Bäuerinnen und Bauern mit kleineren Ställen auf mehreren Standbeinen, oft in Verbindung mit Bauernhofurlaub und Direktvermarktung. Oder sie wird im Nebenerwerb betrieben. Eine große Gemeinsamkeit ist aber die Lebenseinstellung zu den Tieren, zum Beruf, zur von den Familienbetrieben gestalteten Landschaft und der bäuerlichen Tradition.

Der Bezirksverband des oberbayerischen Bauernverbandes befürchtet zudem, dass die Mittel für die einzelbetriebliche Investitionsförderung in der Landwirtschaft gesenkt werden. Die Verantwortlichen im Landwirtschafts- und im Finanzministerium müssen darauf achten, dass besonders die kleineren Milchviehbetriebe, die einen Umbau von der Anbindehaltung hin zum Laufstall planen, eine Förderung erhalten. Generell sprechen sich Präsident Anton Kreitmair und Bezirksbäuerin Christine Singer dafür aus, Baumaßnamen von kleineren Betrieben vorrangig zu fördern, dabei aber auch andere landwirtschaftliche Betriebsformen nicht außer Acht zu lassen.

Für Präsident Kreitmair spiegeln die oberbayerischen Bäuerinnen und Bauern die Vielfalt der Kultur in unserem Regierungsbezirk wider, denn sie stärken sich gegenseitig: Die einen halten den traditionellen Gedanken der Land- und Forstwirtschaft hoch, die anderen treiben die technische Entwicklung voran, von der wiederum alle profitieren. Beide Formen der bäuerlichen Landwirtschaft sind innovativ und in Folge der guten Ausbildung der Betriebsleiter beständig an einer Weiterentwicklung interessiert.

Nähere Informationen: http://www.bayerischerbauernverband.de

 

 

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg