Bauernpräsident Heidl fordert beim Netzausbau wiederkehrende Zahlungen

Um Bayern mit Strom zu versorgen, soll Energie künftig auch durch riesige Erdkabel in Richtung Süden fließen – das betrifft viele Bauern und Grundstückseigentümer.

„Beim Netzausbau werden viele Felder und Wiesen mit breiten Gräben durchzogen. Die betroffenen Eigentümer und Bewirtschafter erwarten deshalb, dass ihre Anliegen ernst genommen und ihre Forderungen umgesetzt werden“, sagte Bauernpräsident Walter Heidl bei zwei Informationsveranstaltungen, die das Bayerische Wirtschaftsministeriums am Donnerstag in Würzburg und Regensburg veranstaltet hat. Heidl forderte, dass die Energiewende möglichst dezentral umgesetzt wird und die Bauern im Sinne eines fairen Ausgleichs neben den nötigen Entschädigungen auch wiederkehrende Zahlungen von den Netzbetreibern erhalten.

Mit der Erdverkabelung sind aus Sicht des Bauernpräsidenten erhebliche Eingriffe in den Boden und seine Struktur verbunden. Außerdem würden die Flächen im Wert gemindert und die Nutzung eingeschränkt. Unter anderem durch die von einer Erdverkabelung ausgehende Erwärmung des Bodens. Bereits im Berliner Koalitionsvertrag wurden deshalb 2013 „eine finanziell attraktive Beteiligung von betroffenen Bürgerinnen und Bürgern an der Wertschöpfung sowie die Überprüfung der bisherigen Entschädigungspraxis“ in Aussicht gestellt. Doch bislang ist lediglich eine garantierte Rendite für die Netzbetreiber vorgesehen. Eine spezielle Regelung für Grundeigentümer fehlt hingegen. „Neben einer Entschädigung ist eine wiederkehrende Vergütung für die Nutzung unserer Flächen nötig“, sagte Heidl.

Staatssekretär Franz Josef Pschierer und Bauernpräsident Walter Heidl waren sich einig, dass bei der Planung der Trassen größtmögliche Rücksicht auf land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen genommen und möglichst bestehende Infrastrukturen (z. B. entlang von Autobahnen) genutzt werden müssen. Darüber hinaus ist beim Bau der großen Hochspannungsleitungen aus Sicht des Bauernverbandes eine neutrale Begleitung der Bauarbeiten durch Sachverständige nötig, um einen sorgsamen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Boden zu gewährleisten.

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Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg