Bauern fordern: „Zu Sonnwend braucht es eine Preiswende!“

Mit dicken Lettern und grellen Farben werben die Supermarktketten jede Woche  für Rabattaktionen bei Lebensmitteln. Immer neue Super-Sonderpreise sollen die Kunden in die Läden locken – die Leidtragenden sind die bayerischen Bauern. „Diese Rabattschlachten müssen ein Ende haben. Zur Sonnenwende braucht es eine Preiswende“, forderte der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl am Mittwochabend in Herrsching.Mit einem besonderen Sonnwendfeuer „verabschiedeten“ der Bauernpräsident sowie Bäuerinnen und Bauern aus der Region heute die Niedrigpreise für Lebensmittel: Indem sie die auffälligen Preisschilder für Sonderangebote ins Feuer warfen, läuteten sie symbolisch eine neue Epoche ein: das Ende der Rabattschlachten und Niedrigpreispolitik. „Die Erzeugerpreise bei Schweinefleisch, Milch oder Getreide haben mittlerweile ein Niveau erreicht, das keine wirtschaftliche Perspektive für unsere Betriebe mehr zulässt. Der Tiefststand ist erreicht, die Zeit ist reif für die Wende“, sagte Heidl.

In der Tat gebe es derzeit Tendenzen, dass die Talsohle durchschritten sei – die Preise bewegten sich leicht nach oben. Auf der anderen Seite halte der Lebensmitteleinzelhandel an seinen bestehenden Verträgen mit den Erzeugern fest. Deshalb fordert Bauernpräsident Heidl ein Ende der Dumpingpreise: „Die längerfristigen Verträge müssen ausgesetzt und Preiserhöhungen schnell auf den Weg gebracht werden.“

Die Sommersonnenwende hat eine besondere Bedeutung im Jahresverlauf. Das Licht der Sonne scheint in diesen Tagen am Längsten über der Erde, die Tage um den 21. Juni gelten als magisch. „Wir können nicht zaubern“, ist sich Heidl bewusst, „doch wir können ein Zeichen setzen – für die Zukunft der bäuerlichen Familienbetriebe in Bayern.“

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg