Ausstellung reisender und bekannter Maler in Städtischer Galerie Rosenheim

SPITZWEG, SCHLEICH D.Ä. UND MALERFREUNDE AUF REISEN – Neue Ausstellung in der Städtischen Galerie Rosenheim vom 14. Dezember 2014 bis 8. März 2015.

Die liebevoll-ironisch dargestellten Zeitgenossen, die Carl Spitzweg meist in kleinformatigen Bildern malte und zeichnete, kennt jeder. Aber dass Spitzweg auch Landschaften liebte und häufig malte, das wissen nur wenige.

Die aktuelle Ausstellung der Städtischen Galerie Rosenheim eröffnet ab 14. Dezember 2014 ihre Tore und verspricht einen äußerst spannenden künstlerischen Aufbruch ins Inntal und überraschende Einblicke in das Schaffen berühmter Künstler!
Der Titel ist Programm. Das Team von Galerieleiterin Monika Hauser-Mair ist bekannt für gelungene Ausstellungskonzepte und sie weiß aus Erfahrung, das Gute liegt oft so nah! Eine Ausstellung, wie diese über das Inntal, gab es so aber noch nie.
Die Städtische Galerie Rosenheim möchte ihre Besucher in den nächsten zweieinhalb Monaten auf eine neue regionale Entdeckungsreise schicken. Ihnen zeigen, wie diese international bekannten deutschen Künstler, die ihren festen Platz in der Kunstgeschichte haben, das Malen im Freien entdeckten – und dafür nicht nur nach Frankreich und in die Niederlande reisten – sondern eben oft und gerne ins oberbayerische Inntal zogen. Wer die Ausstellung später direkt vor Ort „verarbeiten“ möchte, kann dann im Mai 2015 an einer Exkursion teilnehmen, die auf den Spuren der gezeigten Maler wandelt, auf Motivsuche geht und weitere hautnahe Eindrücke verspricht. Und auch sonst gibt ein interessantes Rahmenprogramm von Dezember bis März weitere Einblicke in das Leben und das Werk der gezeigten Künstler. So liest zum Beispiel die preisgekrönte Schriftstellerin Asta Scheib an Spitzwegs Geburtstag, dem 5. Februar, aus der Romanbiografie über den Maler „Sonntag in meinem Herzen“.

„Wir wollen mit unserer Ausstellung deutlich machen, dass Brannenburg, Oberaudorf und Neubeuern, diese wunderbaren Orte, schon im 19. Jahrhundert viele berühmte und für damalige Zeiten höchst innovative Künstler angelockt haben. Viele Sommer haben sie sich in der Inntal-Region Inspiration geholt, für all die wunderbaren Gemälde, die wir zeigen“, erzählt Monika Hauser-Mair. Sie kann es kaum erwarten, den Besuchern zu zeigen, welch liebevoll-detaillierten Blick auf die Berge, die Almen, die Menschen und Tiere im Inntal diese Landschaftsmaler hatten.

Das Ausstellungskonzept
Die Ausstellung lädt den Besucher nun ein, gemeinsam mit Carl Spitzweg, seinem großen Vorbild und Freund Eduard Schleich d.Ä. und deren Zeitgenossen auf Reisen zu gehen. Auf eine Reise in die Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts in eine der schönsten Regionen in Oberbayern.
Wir begleiten Spitzweg, Schleich und Freunde nach draußen, auf Berge und Almen. Für heutige Betrachter normal, aber damals gewagt und völlig neu. Wie arbeiteten die ersten Maler im Freien? In einer Zeit, in der es noch nicht einmal Farbtuben gab? Und wie sah das Künstlerleben aus? Wir betrachten heute Portraits von seriös aussehenden bärtigen Herren in steifen Anzügen. Carl Spitzweg war eigentlich Apotheker – wurde da nur brav gemalt oder auch gefeiert?

„Nein, da wurde nicht nur gearbeitet, da wurde auch ordentlich gefeiert“, berichtet Kunsthistorikerin Elisabeth Rechenauer. Bei ihren Recherchen stieß die Oberaudorferin dann auf großes Interesse seitens der Inntaler Bevölkerung. „Etliche Privatleute sprachen mich an und wollten zur Ausstellung beitragen. Sei es mit Bildern, einem Gästebuch, einer Chronik oder auch mit Fundstücken aus dem Umfeld, der damaligen Maler im Inntal“, erzählt Elisabeth Rechenauer. Als Highlight und besondere Rarität gelten die beiden ersten Oberaudorfer Gästebücher, vom „Weber an der Wand“, in denen sich im Zeitraum von 1829 bis 1898 über 300 Maler verewigt haben.

Ausstellungshöhepunkte dank vieler privater Leihgeber
Was sind denn die Lieblingsexponate der Ausstellungsmacherinnen? Die drei sind sich einig: „Das ist schon unser Titelmotiv: Der Blick ins Inntal von Eduard Schleich. Die typischen Berge, der Heuberg, das Kranzhorn“, sagt Kuratorin Eva Gawlik. Und Galerieleiterin Monika Hauser-Mair ergänzt: “Mir geht da persönlich das Herz auf, weil ich wieder einmal merke, mein Gott ist das schön bei uns, das Bild finde ich einfach bezaubernd. Mein besonderer Dank geht aber an all die großzügigen privaten Leihgeber, die uns ihre Bilder anvertrauen. Ohne die könnten wir diese Ausstellung gar nicht machen.“ Etwa 125 Gemälde, Objekte, Skizzen und Zeichnungen kann die Ausstellung nun präsentieren, davon allein 25 Leihgaben aus anderen öffentlichen Häusern und eben etwa 70 Werke von privaten Sammlern. „Das sind wunderbare Bilder, die müssen gezeigt werden“, so erklärt ein Sammler, warum er seine Bilder verleiht.
„Für mich sind Carl Spitzweg und Eduard Schleich ‚Leuchtstern‘ für die Malerei des 19. Jahrhunderts, wirklich herausragend. Beide haben gerade in den kleinen Bildern Größtes geleistet. Ich freue mich auf die Ausstellung!“

Text/ Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Claudia Bultje-Herterich

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg