Atzinger und Wildenwarter Trachtler beim gemeinsamen Gedenken

„Wir haben seit 70 Jahren Frieden – nach den Jahren von Tod, Schrecken und Vertreibung hatten wir nach dem Ende des Krieges den Beginn des Wiederaufbaus unseres Landes und unserer Existenz und nun dürfen wir seit 70 Jahren in Frieden und Freiheit leben, wir stehen deshalb hier nicht am Kriegerdenkmal, sondern an unserem Friedensmahnmal“ –  so der Atzinger Trachtenvorstand Anton Hötzelsperger beim Jahrtag der Trachtenvereine von Wildenwart und Atzing am Wildenwarter Kriegerdenkmal, „jeder kann bei uns heute seinen Beitrag zum Frieden leisten, zumal wir alle von diesem Frieden profitieren – was also können wir alle für den Frieden in diesem unserem Lande tun? Vor allem braucht es Opferbereitschaft, ein Aufeinander Zugehen, ein Verzichten können – jeder kann etwas tun, um anderen zu helfen. Die einen finanziell, die anderen mit ihrer Arbeit im Ehrenamt, die nächsten mit Wohnraum, die anderen mit Übersetzungshilfen – aber viele schauen nur weg und gehen nicht hin, wenn sie zur Hilfe gerufen werden.
Schauen wir auf uns selbst: Auch in unseren Vereinen finden sich immer spärlicher Bereitwillige für bestimmte Ämter, auch wenn wir tüchtige Leute in unseren Reihen haben. Was würden wohl die Leute, deren Namen im Kriegerdenkmal eingemeißelt sind, sagen, wenn man die mangelnde Opferbereitschaft von heute mit deren Entbehrungen vergleichen würde? Ohne Verzicht kann es keine friedliche Weiterentwicklung geben“.
Zum Gedenken an ihre verstorbenen, gefallenen und vermissten Mitglieder halten die Trachtenvereine von Wildenwart und Atzing alljährlich ihren Gedenktag in der Wildenwarter Christkönigskirche ab. Priens Kaplan Pater Joshy hielt den Festgottesdienst zum Trachtenjahrtag der Vereine von Wildenwart und Atzing in der gut besuchten Wildenwarter Christkönigskirche und das Libera an der Gedächtniskapelle in Prutdorf. Mit den Fahnenabordnungen und der Wildenwarter Blaskapelle, unter der Leitung von Wolfgang Kink, zogen die beiden Trachtenvereine aus der ehemaligen Wildenwarter Gemeinde zum Kriegerdenkmal in Prutdorf und hielten die Gedenkfeier für die Verstorbenen, Gefallenen und Vermissten der Vereine.
Die beiden Vorstände Anton Hötzelsperger und Lambert Huber legten gemeinsam unter den Klängen des Lieds vom „Guten Kameraden“ und dem Kanonensalut einen Kranz zum Gedenken für alle nieder. Traditionell zogen die beiden Vereine dann gemeinsam mit der Musikkapelle Wildenwart zurück zur Wildenwarter Schlosswirtschaft.

Bericht und Bilder von Heinrich Rehberg

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg