Am Grab von Lorenz Aicher aus Prien

Eine überaus große Trauergemeinde fand sich in der Priener Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“ und auf dem Friedhof ein, um Abschied von Lorenz Aicher zu nehmen. Aicher war nach schlimmer Krebs-Diagnose innerhalb weniger Tage im Alter von fast 75 Jahren verstorben. Pater Joshy erinnerte in seinem Nachruf daran, dass Lorenz Aicher als besonders hilfsbereiter und humorvoller Familienvater, Kollege, Vereinsmitglied und Nachbar geschätzt war.

Aicher kam 1941 als sechstes Kind in Halfing zur Welt und musste aufgrund der Kriegszeit schon als Kind seiner Mutter helfend beistehen, die er dann im Alter von 15 Jahren verlor. Der gläubige Katholik kam nach der Volksschule von Halfing in die Postlehre nach Bad Endorf und anschließend als Funker zur Bundeswehr bei den Gebirgsjägern in Bad Reichenhall. 1964 begann er die Ausbildung zum Post-Assistenten und 1996 kam er als Post-Beamter nach Prien. Im gleichen Jahr heiratete er seine Ehefrau Elke, gemeinsam mit ihren beiden Kindern und zwei Enkelkindern blieben sie bis zuletzt der Marktgemeinde treu. Die musikalische Gestaltung des Requiems und der Friedhofs-Feier übernahmen eine Bläsergruppe aus den Reihen der Blaskapelle Prien sowie Kirchenmusiker Rainer Schütz. Die Fahnenabordnungen des Männergesangsverein Halfing und des Veteranenvereins Halfing zeugten davon, dass Lorenz Aicher für das Gemein- und Vereinswesen viel übrig hatte. Sportlich betätigte er sich gerne im Fußball und im Tischtennis, in dieser Disziplin erreichte er sogar den Titel eines Vereinsmeisters in Eggstätt. Hilfsbereit und aktiv war er auch für den Männergesangsverein Halfing, für diese moderierte er über 20 Jahre das traditionelle Stefanikonzert. Zu vielen Familien- und Vereinsangelegenheiten lieferte er humorvolle und nachdenkliche Gedichte, einige Kostproben passend zum Leben und Ableben von Lorenz Aicher wurden bei der Trauerfeier vorgetragen. Besonders engagierte er sich für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Post. Wie Alois Eder als Vertreter der Post AG am offenen Grab sagte, war Lorenz Aicher sehr um den kollegialen Austausch über die offizielle Dienstzeit hinaus bemüht, was sich auch an der Anwesenheit vieler aktiver Postler sowie von zahlreichen Postbeamten im Ruhestand zeigte.

Kaplan Pater Joshy trug zu Beginn des Requiems ein Gedicht vor, das Lorenz Aicher zum Schulbeginn von seinem Enkel Martin in der dritten Klasse verfasste:

Ich wünsch dir einen guten Tag
und daß dich heute jeder mag,
daß du gut ausgeschlafen bist
und daß der Tag bis zur Nacht
dir recht viel Freude macht.

Ich wünsch dir in der Schule Spaß
und keinen Streit und keinen Haß,
daß du dich nicht verletzt, nicht fällst und keinen in den Weg dich stellst, daß du mit dem, was heute ist, zufrieden bist.

Auch Spaß bei allem, was du tust,
und daß du heut nicht weinen musst,
daß du mit anderen spielst und lachst
und vielen Menschen Freude machst,
denn dann erfährst du sicherlich:
Sie mögen Dich!

Porträt und Sterbefoto: Lorenz Aicher

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg