Am Grab von Kaspar Steindlmüller in St. Salvator – Trauerfeier mit 30 Geistlichen

„Keiner stirbt an einer Krankheit, sondern weil Gott ihn ruft“ – diese nachdenkliche Erkenntnis stellte Pfarrer Johannes Oberbauer an den Anfang seiner Requiems-Predigt für Kaspar Steindlmüller, der nach schwerer Krankheit im Alter von 64 Jahren verstarb. Steindlmüller war über 30 Jahre im Auftrag der Priener Kirchenverwaltung als Kirchenpfleger für die Wallfahrts- und Filialkirche von St. Salvator tätig. Und da all seine drei Kinder pastorale Berufe ergriffen, war zur Trauerfeier auch ein großer Kreis von kirchlichen Würdenträgern zugegen. Rund 30 Geistliche (mit den Söhnen Pfarrer Josef Steindlmüller und Pater Virgil Steindlmüller waren auch deren Weihekollegen, Seelorger aus dem Pfarrverband Prien sowie Monsignore Dr. Thomas Frauenlob aus Berchtesgaden und Erzabt Dr. Korbinian Birnbacher OSB von der Erzabtei St. Peter in Salzburg zugegen) füllten den Altarraum  oder waren im viel zu kleinen Gotteshaus von St. Salvator; die Feier konnte auch dank des guten Wetters nach außen übertragen werden. Eingangs dankte Pfarrer Klaus Hofstetter vom Pfarrverband Prien dem Verstorbenen, dass er sein Leben und das Leben seiner ganzen Familie der Kirche geschenkt hatte. Pfarrer Johannes Oberbauer vom Pfarrverband am Luitpoldpark in München, der seit seiner Kaplanszeit in Prien mit der Familie Steindlmüller freundschaftlich verbunden ist, tröstete mit dem Satz: „Die gegenwärtige Auferstehung von Jesus Christus ist die einzig wahre und auch genügende Antwort auf den Tod, angesichts des Todes brauchen wir den helfenden Glauben“. Oberbauer erinnerte an den Lebensweg von Kaspar Steindlmüller, der in Giebing bei Hittenkirchen begann. Nach der Volksschule galt es auf dem elterlichen Hof zu helfen, es folgten eine Maurer-Lehre, der Besuch der Meisterschule in München, der 15monatige Bundeswehrdient bei den Gebirgsjägern in Brannenburg, die Gründung der Familie mit Hausbau in St. Salvator und der berufliche Dienst bei der Stadt Wasserburg. In seine Zeit als Kirchenpfleger von St. Salvator fielen die Grundsanierung der Kirche, der Bau des Leichenhauses und die Neugestaltung des Altarraumes. Desweiteren –so Pfarrer Oberbauer- war Steindlmüller mit seinen handwerklichen und organisatorischen Fähigkeiten federführend dabei bei der Renovierung des Kindergartens von Prien und beim Hausbau für den Orden der Studitinnen in Ternopil. „Vergelt´s Gott, lieber Kaspar“ – damit beendete Pfarrer Oberbauer seinen Nachruf. Die musikalische Gestaltung des Trauergottesdienstes übernahmen mit Gesang Teresa Tieschky, Streicher der Stiftsmusik St. Peter, Pater Virgil an der Orgel und Kirchenmusiker Rainer Schütz. Beim Trauerzug und im Friedhof spielten Wildenwarter Blasmusikanten, der Kaspar Steindlmüller unter anderem durch den Bau des Probenhauses eng verbunden war. Am offenen Grab würdigte Erster Bürgermeister Michael Kölbl das 33jährige Wirken von Kaspar Steindlmüller in Wasserburg. „Als technischer Angestellter und Maurermeister hat er viel Gutes für das äußere Erscheinungsbild von Wasserbug getan, in verschiedenen Aufgabenbereichen war er unter anderem auch für den Bauhof, die Kläranlage und die städtischen Liegenschaften verantwortlich. Hohe Arbeits-Qualität war ihm wichtig“, so Bürgermeister Kölbl. Steindlmüller gehörte gleich drei Trachtenvereinen an. Seinem heimatlichen Stammverein Hittenkirchen diente er als Jugendleiter, Vorplattler, Kassier sowie stellvertretender Vorstand. Beim Bau des Trachtenheimes und bei zwei Gautrachtenfesten leistete er wertvolle Dienste. Wie Vorstand Christoph Kaufmann weiter ausführte, führte Steindlmüller bis vor kurzem und zehn Jahre lang den Förderverein für den GTEV Hittenkirchen. Klaus Löhmann vom Trachtenverein Prien dankte ebenfalls für vielfältige Unterstützungsdienste und treue Mitgliedschaft. Mit dem Trachtenverein „Daxenwinkler“ Atzing war Kaspar Steindlmüller insbesondere über die Kreuztracht St. Salvator und über kirchliche Veranstaltungen in der von ihm betreuten Kirche verbunden. Dafür bedankte sich Vorstand Anton Hötzelsperger beim Verstorbenen. Vorstand Georg Hinterholzer vom Krieger- und Soldatenverein Hittenkirchen sagte Dank für viele Jahre der Mitarbeit in der Vorstandschaft. Sieben Standarten und Fahnenabordnungen (drei Trachtenvereine, Veteranenverein sowie Priener Gebirgsschützen-Kompanie, Kolpingfamilie und Stadt Wasserburg) waren ein Zeichen der hohen Wertschätzung, die Kaspar Steindlmüller in der Gesellschaft und in den Gemeinschaften genoss. Ein weiteres Zeichen war die überaus große Schar von Gläubigen, die sich in und außerhalb der Kirche einfanden. Lediglich bei den Primizfeierlichkeiten der beiden Söhne vom Verstorbenen in den Jahren 2009 und 2011 hatte der Ort St. Salvator einen so großen Besucher-Zuspruch wie nunmehr bei der Beerdigung von Kaspar Steindlmüller, für den stets Gemeinnutz vor Eigennutz ging.

Fotos:  Hötzelsperger – Eindrücke von der Trauerfeier für Kaspar Steindlmüller in St. Salvator

 

 

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg