Am Grab von Herbert Riffel aus Prien

Eine große Trauergemeinde verabschiedete sich in der Priener Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“ und auf dem Friedhof von Herbert Riffel, der im Alter von 74 Jahren nach längerer Krankheit verstarb. Gemeindereferent Werner Hofmann charakterisierte den Verstorbenen als gläubigen Familienmenschen mit viel Lebensfreude, frischem Geist und tiefsinnigem Humor.

Herbert Riffel war in der Nähe von Bruchsal zur Welt gekommen, verlor zum Ende des Zweiten Weltkrieg im Alter von drei Jahren nicht nur seinen Vater, sondern mit vier Jahren bei einem Zug-Unfall auch noch ein Bein. Mit eisernem Willen überwand der junge Bub Riffel diese Schicksalsschläge und er schlug nach dem Handelsschul-Abschluss die Beamten-Laufbahn bei der Deutschen Bahn ein. Mit der Hochzeit mit seiner Frau Heidi und mit der Geburt seines Sohnes wurde die Familie Riffel in Prien sesshaft, beruflich hatte Herbert Riffel als Bezirksprüfer und als Diplom-Verwaltungs-Betriebswirt sowie als Bundesbahn-Amtmann bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1990 steten Erfolg. Im Jahr 2014 konnte er die Goldene Hochzeit im Kreise seiner Familie und Freunde feiern. Überhaupt war Herbert Riffel ein geselliger Mensch, der nach dem Motto „Leben und leben lassen“ mit seiner frohsinnigen Lebenseinstellung und mit seinen von ihm verfassten Gedichten vielen Menschen Freude bereitete. Trotz seiner schweren Behinderung widmete er sich dem aktiven Sport, unter anderem fuhr er viel mit dem Rad und schwamm gerne auf die Fraueninsel. Bei einem Fußball-Spiel mit einer Versehrten-Mannschaft in Dänemark bekam er – wie er gerne erzählte – als Anerkennung einen Händedruck des Dänischen Königs. Eng verbunden war Herbert Riffel mit dem TuS Prien, dessen Vorsitzender Peter Kapfer erinnerte am offenen Grab, dass Riffel 1971 zum Verein ging, im selben Jahr bei der Gründung der Tischtennis-Abteilung als stellvertretender Abteilungsleiter fungierte und 1975 die Führung der Tischtennis-Abteilung übernahm. Nach seinem aktiven Wettkampf-Ende war er noch für den TuS Prien ein wertvoller Helfer bei der Organisation der 100-Jahr-Feier, in der Fußball-Abteilung, bei den ersten Chiemsee-Wandertagen und beim Chiemsee-Halbmarathon, als stolzer Fahnenbegleiter und als Gesellschafter bei Vereinsfeierlichkeiten. Weitere Kranzniederlegungen im Beisein ihrer Fahnenabordnungen erfolgten durch Walter Jänicke vom Rauchclub Prien und Umgebung (38 Jahre Mitgliedschaft) und durch Vorstand Klaus Kollmannsberger vom Trachtenverein Prien (Mitglied seit 1981). Die volksmusikalische Gestaltung der Trauerfeier in der Kirche übernahmen die Inntaler Sänger mit Gesang und Zitherweisen.

Sterbefoto: Herbert Riffel

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg