Am Grab von Elisabeth Hartung aus Prien – viele soziale Verdienste

„Elisabeth Hartung war ganz für die Menschen da, ihr soziales Engagement war riesengroß und sie hat als adventlich gelebter Mensch jetzt einen anderen, ewigen Advent gefunden“ – mit diesen Worten begann Pfarrer Klaus Hofstetter die Traueransprache für Elisabeth Hartung, die nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von erst 66 Jahren verstorben ist.

Wie der Pfarrer weiter ausführte war Elisabeth Hartung in der Pfarrgemeinde Prien durch ihre Mitarbeit im Pfarrgemeinderat, als Vorsitzende vom Sozialausschuss, als Lektorin, als Caritas-Sammlerin, als Austrägerin vom Pfarrbrief und als Pflegerin von Gräbern, um die sich sonst Niemand mehr gekümmert hätte, vielfach und ehrenamtlich aktiv. Viel leistete Frau Hartung im Stillen und im Verborgenen, unter anderen für die Stiftung Attel bei Wasserburg oder für die Bubenburg in Fügen in Tirol. Von dort kamen aufgrund der engen Verbindungen die Pater Erich und Markus sowie Schwestern und Erzieher zur Trauerfeier nach Prien, um zusammen mit Pfarrer Hofstetter das vom Priener Kirchenchor musikalisch gestaltete Requiem gemeinsam zu zelebrieren. „Jeder hat zu jeder Zeit mit seinen Anliegen zu Elisabeth Hartung kommen können, und so bleibt sie für uns ein großes Vorbild“ – so schloss Pfarrer Hofstetter seine Würdigung. Nach einem langen Trauerzug erinnerte Landrat Wolfgang Berthaler vom Landkreis Rosenheim auf dem Priener Friedhof an den beruflichen Werdegang von Elisabeth Hartung, der mit der Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau bei Tengelmann in Prien begann und nach dem Erlangen der Hochschulreife zum Studium der Sozialpädagogik führte. Weitere Berufs-Bausteine waren Dienste ab 1984 beim Sozialdienst der Katholischen Frauen, ab 1986 als Sozialpädagogin beim Landratsamt Rosenheim; dort begann für sie 1987 als Sozialinspektorin die Beamtlaufbahn. Nach fast 30jähriger Tätigkeit in sozialen und staatlichen Diensten und nach dem verdienten Ruhestand hatte Frau Hartung – so der Landrat weiter – weiterhin Beschäftigung im Helfen gesucht. „Das eigene Wohl wurde hintangestellt, Frau Hartung fand immer den richtigen Ton, sie hatten großen Sachverstand und war stets korrekt und warmherzig“ – so der Landrat weiter, der noch daran erinnerte, dass Elisabeth Hartung von 1986 an, also seit der Gründung von der „Aktion für das Leben“ ehrenamtlich für diese tätig war. Im Jahr 2005 wurde im Bereich der Arbeitsvermittlung das Jobcenter Landkreis Rosenheim gegründet. Dessen Geschäftsführer Franz Heuberger erinnerte daran, dass Elisabeth Hartung beim Aufbau stark behilflich war und dass sie immer zuverlässig, positiv und freundlich trotz aller schweren Schicksale der zu Beratenden war. „Die Erfolgsgeschichte des Jobcenters ist auch eine Erfolgsgeschichte von Frau Hartung, die selbst schwierigste Fälle ruhig, selbstlos und bescheiden lösen konnte und die trotz alledem nicht ihren tiefsinnigen Humor verlor“, sagte Franz Heuberger. Wie er und Landrat Wolfgang Berthaler legte auch der Trachtenverein Prien mit Vorstand Klaus Kollmannsberger im Beisein der Fahnenabordnung einen Kranz am offenen Grab nieder. Der Trachtenvorstand dankte für die Zugehörigkeit zum Verein seit 1980 und er erinnerte daran, dass Elisabeth Hartung 2010 für ihre Vereinstreue geehrt werden konnte.

Sterbefoto: Eilsabeth Hartung, mit 66 Jahren in Prien verstorben

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg