Am Grab der Priener Unternehmer-Persönlichkeit Georg Hefter

Eine außergewöhnliche Lebensleistung des im Alter von 88 Jahren verstorbenen Priener Unternehmers Georg Hefter spiegelte sich in einer eindrucksvollen Trauerfeier und Beerdigung wider. Voll besetzt war die Pfarrkiche „Maria Himmelfahrt“ als Pfarrer Klaus Hofstetter und Pfarrer i. R. Josef Dengl auf das Leben und Wirken von Georg Hefter zurückblickten. Die musikalische Gestaltung des Requiems übernahmen Bläser aus den Reihen der Wildenwarter Blasmusik und Kirchenmusiker Rainer Schütz an der Orgel. Eingangs erinnerte Pfarrer Hofstetter daran, dass das Leben von Georg Hefter ein Auf und Ab war, sowohl als Sportler, der noch mit 85 Jahren ohne Elektroantrieb mit dem Mountainbike auf die Kampenwand radelte, als auch als Mensch, der die Schrecken des Krieges mitmachte und letztlich auch als Unternehmer, der es vom einfachen Lehrling bis zur Gründung einer ganzen Unternehmensgruppe schaffte. Nach dem passenden Evangelium mit der Geschichte von der Nutzung der Talente sprach Pfarrer i. R. Josef Dengl den Angehörigen Trost zu, als er sagte, dass der Tod nicht das Ende, sondern eine Wende des Lebens ist. Dengl würdigte das lange, erfolgreiche und erfüllte Leben von Georg Hefter mit den drei Merkmalen und Leidenschaften „Beruf“, „Musik und Heimat“ sowie „Familie“. Georg Hefter, der als zweites von vier Kindern in Prien-Trautersdorf zur Welt kam, begann nach seinem Schulabschluss eine Lehre als Maschinenbauer bei der Firma Gmeiner in Rimsting und legte vor dem Einzug zum Reichsarbeitsdienst mit 17 Jahren die vorgezogene Facharbeiterprüfung erfolgreich ab. Nach dem Krieg und dem Gefangenenlager in Heilbronn begann er wieder im Rimstinger Betrieb und wurde dort später als Industriemeister eingesetzt. Vier Jahre nach seiner Hochzeit mit Frau Maria machte er sich 1963 selbstständig indem er die Firma Hefter Maschinenbau in einer kleinen Werkstatt in der elterlichen Landwirtschaft gründete. Drei Jahre später erwarb er ein aufgelassenes Sägewerk mit eigenem Wasserkraftwerk an der Bernauer Straße, dem Hauptsitz des heutigen Familienunternehmens. Stromerzeugung mit Wasserkraft war für ihn Leidenschaft und Wirtschaftsfaktor zugleich. Im Laufe der Jahre wurde das Unternehmen immer wieder erweitert und auch nach der Übergabe der Firma an seinen Sohn Georg war er mit dem Unternehmen, seinen Mitarbeitern und seinen Zielen auf das Engste verbunden. „Beruf war seine Erfüllung, viele Arbeits- und Ausbildungsplätze sind seiner Phantasie, seinem Erfindergeist und seinen zahlreichen Patenten zu verdanken“, so Pfarrer Dengl, der als zweite Leidenschaft neben dem Beruf die Musik- und Heimat-Wertschätzung nannte. Früher mit seiner „Hefter-Musi“ und als Mitglied der Bad Endorfer Musikkapelle bis zuletzt mit der „Stoaling-Musi“, sowie bei Familien- und Firmen-Feierlichkeiten spielte er begeistert mit seiner Klarinette mit. Die dritte Säule des Lebens-Erfolgs von Georg Hefter kennzeichnete dessen Liebe zu seiner Familie mit drei Kindern und sechs Enkelkindern. „Zuhause war sein Ruhepool und Ankerplatz, die Goldene Hochzeit mit seiner Maria vor fünf Jahren war ein absoluter Festtag für ihn und alle, die dabei sein konnten“, erinnerte Pfarrer Dengl.

Schier endlos schien der Trauerzug von der Pfarrkirche zum Friedhof voran mit Wildenwarter Blasmusikanten, mit den Fahnenabordnungen der Trachtenvereine Prien und Wildenwart, des Veteranen- und Kriegervereins von Wildenwart, des Schützenvereins von Wildenwart und der Feuerwehr Wildenwart sowie mit dem kirchlichen Dienst, dem Sarg und den Angehörigen. Am offenen Grab erinnerte Helmut Krauss namens der Belegschaft der gesamten Hefter-Unternehmensgruppe daran, dass Georg Hefter Tag und Nacht für seine Firma da war. „Er war ein Tüftler, der sein Wissen und seine Erfahrung weitergab und er war eine Respektsperson, ein guter Chef und ein gütiger Freund gleichermaßen“, so Helmut Krauss. Klaus Löhmann als Vorstand des Priener Trachtenvereins dankte für fast 70 Jahre der Vereinstreue. Georg Hefter war ein Gönner, der mit der Firma und privat half, er war auch aktiv als er zur Priener 850-Jahr-Feier eine historische Schmiede als Festwagen baute und heuer zum Gautrachtenfest mit modernster Technik die Festzeichen zum Jubiläumsabend ließ. Wildenwarts Trachtenvorstand Peter Freund junior sagte in seinem Nachruf, dass Georg Hefter bis ins hohe Alter half und dabei war, wo immer es ging, dem Wildenwarter Trachtenverein trat er vor 34 Jahren bei. Auch der Wildenwarter Schützenverein „Die Elfer“ verlor mit dem Tod von Georg Hefter ein langjähriges Mitglied und einen Förderer. Noch vor einer Woche ließ er zur Versteigerung dem Verein eine Werkzeug-Spende zukommen. Gleiches konnte für den Veteranen- und Kriegerverein Wildenwart dessen Vorstand Heinrich Rehberg berichten. Darüber hinaus erinnerte Rehberg, dass Georg Hefter zum Kriegsende noch in Gefangenschaft geriet. Von einem ersten Gefangenenlager in Frasdorf kam er dann (zeitgleich wie Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt) in ein Übergangslager nach Bad Aibling, und kehrte im Sommer desselben Jahres zurück nach Prien. Ein dreifacher Kanonensalut und das Lied vom „Guten Kameraden“ ehrten Georg Hefter, der des öfteren für das Kriegerdenkmal in Prutdorf spendete. Zum Schluss der Ansprachen erinnerte Hans Schlutt aus Rimsting vom Stoaling-Stammtisch -auch namens von Sepp Seiser aus Bernau von der „Stoaling-Musi“- an schöne Zeiten auf der Kampenwand. Georg Hefter gehörte viele Jahre dem Steinlingalm-Stammtisch an, als Sportler, Skifahrer und Bergradler war er ein gerne gesehener Kamerad, der vor zwei Jahren letztmals mit der kompletten Stammtisch-Musi beim Alm-Abschied zum Beispiel mit dem „Klarinettenmuckl“ und mit dem „Hirtenlied“ zu einem unvergesslichen Abend beitrug. Schlutt bedankte sich als letzten Gruß mit einer Latschenkranz-Niederlegung. Georg Hefter hat nunmehr seine letzte irdische Ruhestätte im Priener Friedhof gefunden, das Familiengrab vom handwerklich schön gestalteten Kreuz bis zur Grableuchte aus Edelstahl gestaltete und fertigte er zu Lebzeiten mit seinen Mitarbeitern noch alles selbst.

Fotos: Porträt Georg Hefter und/oder Georg Hefter im Sommer diesen Jahres in seinem Betrieb in Prien.

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg