Am Grab der Aschauer Schulleiterin Johanna Wörndl

„Sie lebte ein buntes, facettenreiches Leben, ein erfülltes Leben, sie lachte gerne und erledigte alle ihr gestellten Aufgaben, sie ist nie stehen geblieben, sie war immer in Bewegung“, so Pfarrer Johannes Palus beim Requiem für Johanna Wörndl, die überall nur Hanni genannt wurde. „Die Schulleiterin von Aschau verstarb voller Pflichtbewusstsein während der Ferien“. Sie wurde auf dem Aschauer Friedhof zur letzten Ruhe gebettet. Zahlreiche Aschauer, darunter viele Schulkinder und junge Erwachsene, die einst bei ihr zur Schule gingen, folgten im Trauerzug auf den Friedhof. Bürgermeister Peter Solnar und eine Vertreterin des Schulamtes Rosenheim nahmen am offenen Grab Abschied von einer Frau, die sich um Aschau verdient gemacht hat. „Als Schulleiterin hast Du die Gemeinde geprägt, bis zuletzt warst Du die Leiterin Deiner Schule“, so Bürgermeister Solnar. „Wir trauern um Dich, weil wir dich gerne haben“.

Johanna Wörndl wurde 1957 in Aschau geboren, sie verbrachte hier ihre Kindheit und ihre Jugendjahre, schon früh machte sie in der Grundschule Bekanntschaft mit dem Schulhaus, das einst ihr Leben bestimmen sollte. Nach dem Abitur in Prien studierte sie für das Lehramt an der Lehrerbildungsanstalt in Pasing; nach ihren ersten Anstellungen in Neubeuern und Prien kam sie 1997 als Konrektorin nach Aschau und übernahm vor zehn Jahren als Rektorin die gesamte Verantwortung für die damalige Teilhauptschule. Die Schule war ihre zweite Familie, ihre eigentliche Familie gründete sie mit ihrem Mann Klaus 1982, zwei Söhne gingen aus der Ehe hervor. 1986 zog die Familie ins eigene Haus ein. Die beiden in den letzten Jahren geborenen Enkelkinder brachten die Augen der Oma zum Strahlen, wir Pfarrer Palus anmerkte, und gaben ihr bis zuletzt viel Kraft. Mit ihrer großen Schulfamilie konnte sie in den vergangenen Jahren viele Pläne verwirklichen, „so wie die Schule heute dasteht, ist es die Arbeit von Hanni Wörndl“, bedankte sich Bürgermeister Solnar. In ihrer knapp bemessenen Freizeit war sie gerne auf den heimischen Bergen unterwegs, sei es zu Fuß, mit dem Mountainbike oder mit den Skiern, sie fand Zeit zum Reisen mit dem Wohnmobil und engagierte sich auch politisch in der Gemeinde. Eine Periode gehörte sie als pflichtbewusste Gemeinderätin dem Gremium am Aschauer Ratstisch an. Eine schwere Krankheit zwang sie 2004 etwas kürzer zu treten, doch kaum hatte sie diese überwunden, legte sie mit voller Kraft wieder los. Doch die Krankheit kehrte wieder, sie erlag ihr nachdem sie noch vor kurzem mit dem Wohnmobil in der Wachau und in der Toskana unterwegs war in der vergangenen Woche in ihrem Haus in Aschau.

Bericht und Bilder: Heinrich Rehberg

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg