Aktivitäten, Erfolg und Sorgen bei der Viehzuchtgenossenschaft Rosenheim-Ost – Neuwahlen

Qualität in der Viehzucht und gute Ergebnisse in der Vermarktung sind Hauptziele bei der Viehzuchtgenossenschaft (VZG) Rosenheim-Ost. Bei der Versammlung mit Neuwahlen übernahm Johannn Mayer aus Zacking das Amt des Ersten Vorsitzenden. 153 landwirtschaftliche Betriebe aus den Gebieten Aschau, Bernau, Breitbrunn-Gstadt, Eggstätt, Bad Endorf, Frasdorf, Prien, Riedering, Rimsting und Rohrdorf wollen in guter Abstimmung mit dem Rinderzuchtverband Traunstein in ihren Bemühungen nicht nachlassen gleichwohl Auflagen aus Berlin und Brüssel das Arbeiten erschweren – so der Tenor der gut besuchten Jahresversammlung im Trachtenheim von Hittenkirchen.

Welche Vielfalt die Viehzucht-Aufgaben haben, zeigte sich bereits bei der Begrüßung durch Zweiten VZG-Vorsitzenden Christoph Kaufmann. Sein besonderer Willkommensgruß galt Dr. Werner Hamp vom Veterinäramt Rosenheim, Dr. Karl-Heinz Stengel vom Tiergesundheitsdienst (TGD), den Vorsitzenden des Rinderzuchtverbandes Traunstein Franz Hasholzner und Hubert Hartl, Johannes Wolf von der CRV Deutschland, Hans Holzer von der Besamungsstation BayernGenetik Grub, Peter Gasteiger vom Milcherzeugerring Miesbach, Hans Bauer von der Milcherzeuger-Gemeinschaft, Vorsitzenden Sepp Moser vom Maschinenring Rosenheim, Kreisbäuerin Rosmarie Riepertinger, Zweiten Vorsitzenden Martin Thaler von der Erzeugergemeinschaft (EG) Schlachtvieh Traunstein, den Zuchtwarten Uli Maier und Wolfgang Maurer aus Miesbach den vormaligen Vorsitzenden Christian Kaufmann (Ehrenvorsitzender) und Johann Heubl, Verbands-Verwalter Gebhard Enzinger, Bezirksalmbauer Jakob Müller und Ehrenvorsitzenden Franz Steindlmüller vom Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern sowie Vertreter der genossenschaftlichen Molkerei Bergader. Den ebenfalls anwesenden Agrarkunden-Beratern Dr. Ursula Zobelt von der Volksbank-Raiffeisenbank und Franz Oberbauer von der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling galt ein Dank für deren Bewirtungszuschüsse bei der Versammlung sowie bei der jüngsten Bäuerinnen-Versammlung, zu der die VZG-Rosenheim-Ost eingeladen hatte.
Von einem aktiven Vereinsjahr konnte Schriftführer Lenz Obermüller berichten, besonders eine Lehrfahrt zu einem Fleckviehzuchtbetrieb und einem Almbauern im Berchtesgadener Land war beeindruckend. Kassier Herbert Rothmayer erwähnte besonders dankbar den Zuschuss des Landkreises Rosenheim, er erhielt Entlastung durch den Prüfer Sebastian Bauer. Als neuer Vertreter für den Milcherzeugerring Miesbach und Fachberater für Milchprüfungen mit Arbeitssitz in der Miesbacher Oberlandhalle stellte sich Peter Gasteiger vor. Zweiter Vorsitzender Sepp Linner von den Jungzüchtern gab verschiedene Vortrags- und Lehrfahrt-Programme bekannt, unter anderem am 1./2. April in die Steiermark. In seinem Jahresbericht, den Zweiter Vorsitzender Christoph Kaufmann für den verhinderten Ersten Vorsitzenden Peter Hötzelsperger gab, lobte Kaufmann den Aufschwung bei den Jungzüchtern und vor allem die hervorragenden Ergebnisse bei der Kälber-Anlieferung für den Markt in Traunstein. Im abgelaufenen Jahr wurden 2.222 Kälber nach Traunstein gebracht, das sind acht Prozent Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Zum Thema „Enthornen“ wird es am 16. Februar nachmittags eine eigene Theorie- und Praxis-Veranstaltung in Hittenkirchen geben. Sorgen bereiten Kaufmann die bürokratischen Auflagen vom Bund und von Europa. „Vor 10, 15 Jahren hatten wir noch ein leichteres Arbeiten, heute nehmen uns die Erzeugerpreise und unter anderem das geplante Anbinde-Haltungs-Verbot für Großvieh Freiräume. Frühere amtliche Empfehlungen wie bei den Freiluftställen gelten plötzlich nicht mehr, das versteht der normale Menschenverstand nicht. Es scheint als hätte uns die Politik verlassen“, so Christoph Kaufmann.

Franz Hasholzner, Vorsitzender vom Zuchtverband Traunstein würdigte die Leistungen der Viehzüchter, die es trotz Wetterkapriolen und damit einhergehender Futterbeeinträchtigungen geschafft haben, gute Milch- und Fleischqualität zu liefern. Hasholzner, seit 40 Jahren im Verband in Traunstein tätig und seit 20 Jahren verantwortlich als Vorsitzender konnte von einem Umsatzplus berichten, was wiederum auf die gute Zusammenarbeit zurückzuführen ist. „Kälber sind derzeit das Einzige, was im Rahmen der bäuerlichen Arbeit vernünftig bezahlt wird“, so Hasholzner. Auch er blickte sorgenvoll in die Zukunft, ergänzte seine Gedanken aber mit dem Zusatz: „Die vielen Auflagen und niedrigen Preise können Kleinbetriebe kaputt machen, wir haben schwierige Zeiten, aber wenn wir diese durchstehen, dann bekommen wir auch eine gute Zukunft“.

Aktuelle Informationen vom Rinderzuchtverband Traunstein
Stellvertretender Zuchtleiter Dr. Rudolf Maierhofer gab die neuesten Informationen aus dem Zucht- und Marktgeschehen. Ein neuer Gendefekt, der erhöhte Kälbersterblichkeit verursacht, wurde entdeckt. Durch die genetische Untersuchung der Besamungsbullen ist es möglich, frühzeitig solche Erbkrankheiten zu verhindern und somit Tiergesundheit, Tierwohl und die Wirtschaftlichkeit der Betriebe zu verbessern. Im April werden beim Gesamtzuchtwert die jeweiligen Merkmale neu gewichtet, so. Dr. Maierhofer. Fleischwert und der Fettgehalt der Milch werden erhöht, auch die Fruchtbarkeit der Tiere soll besser berücksichtigt werden. Dagegen wird in Zukunft das Abkalbeverhalten bei der Berechnung herausgenommen.
Fachberater Uli Stöhr gab Empfehlungen zum Bulleneinsatz und stellte die aktuellen Stiere der Besamungstationen CRV Deutschland und BayernGenetik vor. Nachkommengeprüfte Stiere mit höherer Vererbungssicherheit sollen stärker eingesetzt werden. Beim Einsatz der genomischen Jungvererber sollten die Landwirte den Bulleneinsatz möglichst breit streuen und nicht nur mit ein oder 2 Topvererber spekulieren. Bullen, die genetisch bereits Hornlosigkeit vererben erfreuen sich bei den Betrieben immer stärkerer Beliebtheit. Diese Zucht auf Hornlosigkeit bei den Kühen nimmt stetig zu und und hat den Vorteil einer geringeren Verletzungsgefahr bei Mensch und Tier.

Verbandsverwalter Gebhard Enzinger informierte anschließend über die Situation bei der Großviehvermarktung, sowohl bei den Zuchtviemärkten als auch beim Export. Er ging auf die Probleme bei der Kälbervermarktung ein und gab Tipps zum optimalen Verkaufsgewicht und zum Enthornen der Kälber.

Bei den Neuwahlen gab es folgende Ergebnisse. 1. Vorsitzender Johann Mayer aus Zacking (Gemeinde Rimsting), 2. Vorsitzender Christoph Kaufmann, Kassier Herbert Rothmayer, Schriftführer Andreas Rummelsberger, Orstvertreter Christoph Kink (Aschau), Matthias Schnaiter (Bernau), Martina Linner (bisher Thomas Ettenhuber – Breitbrunn/Gstadt), Vroni Schmid (bisher Thomas Ettenhuber – Eggstätt), Sepp Forstner junior (Bad Endorf), Wast Bauer (Frasdorf), Lorenz Obermüller (Prien), Christian Schmid (bisher Hubert Hamberger – Riedering), Christine Böck (bisher Johann Mayer – Zacking), und Sepp Gassbichler (bisher Konrad Hepfengraber – Rohrdorf). Zu Kassenprüfern wurden Martin Pfaffinger und Konrad Hepfengraber (bisher Wast Bauer und Thomas Ettenhuber) und als Vertreter beim Milcherzeugerring wurden Christoph Kink und Josef Stöffl gewählt. Für die ausgeschiedenen Vorstands-Mitglieder Peter Hötzelsperger und Lenz Obermüller gab es herzliche Dankesworte für deren vertrauensvolle und verlässliche Arbeit zum Wohle der Viehzuchtgenossenschaft. „Ich bin mir sicher, dass wir weiterhin gut zusammenarbeiten“ – mit diesen Worten beendete der neue Vorsitzende Hans Mayer die Versammlung.
Fotos: Hötzelsperger – 1. Die neue Vorstandschaft bei der Viehzuchtgenossenschaft Rosenheim-Ost, von links: Kassier Herbert Rothmayer, Zweiter Vorsitzender Christoph Kaufmann, Erster Vorsitzender Hans Mayer und Schriftführer Andreas Rummelsberger 2. Der neue Vorsitzende der VZG Rosenheim-Ost, Johann Mayer aus Zacking, Gemeinde Rimsting.

Nähere Informationen: www.rinderzuchtverband-traunstein.de

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg

Eine Antwort für Aktivitäten, Erfolg und Sorgen bei der Viehzuchtgenossenschaft Rosenheim-Ost – Neuwahlen

  1. Sepp Gotzlirsch 11. Januar 2016 at 13:45

    Servus liebe Bauern – Die (er-)Lösung wäre für die Landwirtschaft der Einstieg in die Em-Technologie mit Gesteinsmehl und Pflanzenkohle.Das Internet gibt auf em-chiemgau.de Infos für die Milch u. Ferkelbauern. Auch für Gärtner u.Häuslleit is was dabei. Frau und Mann brauchens nur anschauen und : Umdenken u. a u s p r o b i e r e n. Habediere!