Abschiedsfeier für Krankenhaus-Seelsorger in Prien – Stelle bleibt vakant

Ein sehr persönliches Abschiedsfest schenke die RoMed Klinik Prien a. Chiemsee zum Ende seiner 25jährigen Tätigkeit als Krankenhaus-Seelsorger Josef Götzmann. In der Klinik-Kapelle versammelten sich hierzu neben Mitarbeitern und Schülern auch ehemalige Patienten sowie Klaus Hofstetter vom Pfarrverband Prien, Georg Lindl als Stadtpfarrer von Traunstein und Christine Wackerbarth von der Evangelischen Kirche als Kollegen im priesterlichen Dienst. Auch die beiden Priener Ehrenbürger Renate Hof und Michael Anner (langjähriger Verwaltungsleiter im Priener Kreiskrankenhaus) sowie Repräsentanten der Priener Kliniken wohnten den Feierstunden bei. Nach einem Präludium am Klavier mit Sebastian Weyerer hieß Prof. Dr. Christoph von Ritter als Ärztlicher Direktor der RoMed Klinik die Gäste willkommen und er sagte gleich zu Beginn: „Wir Mediziner und vor allem unserer Patienten brauchen die Seelsorge, Ihre Tätigkeit trägt hundertfach Frucht“. Michael Moser als Beauftragter der Geschäftsführung dankte Josef Götzmann für seinen Dienst Tag und Nacht sowie für die vielen Denk-Anstöße in hellen wie auch in dunklen Stunden. „Sie haben alte Wahrheiten in zeitgemäße Botschaften und Worte gepackt und Sie haben die Dinge beim Namen genannt“, so Michael Moser, der Josef Götzmann noch als charakterstarken Pfarrer und gefragten Gesprächspartner bezeichnet und ihm als Abschiedsgeschenk des Hauses einen Rundflug mit einem Segelflieger über den Chiemgau schenkte. Dr. Martin, Leiter der Abteilung Krankenhaus-Seelsorge im Erzbischöflichen Ordinariat München überbrachte eine mit geistigen und kulinarischen Gaben gefüllte Jakobsmuschel und er dankte für den hohen Grad an Zuwendung gegenüber den Menschen von Pfarrer Josef Götzmann. Vorerst – so Dr. Seidnader – wird die Stelle nicht wieder besetzt werden, vorerst wird versucht die Gottesdienste mit verschiedenen Geistlichen aufrecht zu erhalten. Bürgermeister Jürgen Seifert von der Gemeinde Prien würdigte Götzmann als Prediger mit interessanten Botschaften, der nicht stromlinienförmig handelte und der erfolgreich für die neue Kapelle in der RoMed Klinik kämpfte. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ – diese Weisheit von Erich Kästner passe besonders gut zu Josef Götzmann, so Bürgermeister Seifert weiter. Doris Hoffmann von der Pflegedienstleitung lobte den stets farbenfroh gekleideten Seelsorger für sein facettenreiches Wirken auf dem Gebiet der Aus- und Fortbildung. „Sie haben sich selbst zurückgenommen, damit wir selbst mehr Raum bekamen“, so Frau Hoffmann, die zusammen mit Hans Albert im Auftrag der gesamten Pflegedirektion einen bislang einmaligen Ehren-Oskar überreichte. Von der Berufsfachschule für Krankenpflege in Wasserburg sprachen Heidrun Engelhardt und Brigitte Kanamüller-Eibl Gruß- und Dankesworte und sie sagten: „Sie schauten nicht nur hin, Sie haben tiefer geblickt“. Als Geschenk gab es ein ganz persönliches Kunstwerk von drei Examens-Schülerinnen der Palliativ-Pflege. Vom Darmzentrum der RoMed Klinik überbrachte Dr. Karl Henkel die Information, dass sich Josef Götzmann aufgrund seiner Beharrlichkeit und mit seinem weiten Herzen im Vorjahr die bundesweit seltene Zulassung als Psycho-Onkologe erworben hat. Götzmann selbst ergriff zwischen den Dankes-Reden und ausgesuchten musikalischen Beiträgen (unter anderem mit dem Lied von Konstantin Wecker „Was keiner wagt, das sollt Ihr wagen“, das auch Grundlage für den Primiztext von Josef Götzmann war) gerne das Wort und gewährte Einblicke in seine Gedankenwelt. „Wonach sucht Ihr? Was wollt Ihr im wirklichen Leben?“ – das waren zwei Fragen, die Götzmann seinen Gesprächspartnern in Not stellte. Mehrfach wurde von den Redner gewünscht, dass der nunmehrige Geistliche im Ruhestand mit priesterlichen Diensten, als Dozent oder für die Fort- und Weiterbildung noch zur Verfügung stehen möge. Doch vorerst will Josef Götzmann Ruhe, Abstand und Erholung finden – so seine Erläuterung in der RoMed Kapelle und auch anschließend in den persönlichen Gesprächen bei einem kleinen Empfang in der Cafeteria.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von der Verabschiedungsfeier für Krankenhaus-Seelsorger Josef Götzmann

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg