Zottner-Wast von Frasdorf feierte 90. Geburtstag – viele Gratulanten

Sebastian Bauer, der „Zottner Wast von Frasdorf“ feierte seinen 90. Geburtstag im Kreise seiner Familie im Gasthaus Mayrl in Frasdorf, die Vertreter aller Ortsvereine gratulierten dem Jubilar.

Für die Gemeinde Frasdorf gratulierte Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller und brachte dem Jubilar ein kleines Präsent. Kassier Sepp Mayer und eine Abordnung des Trachtenvereins „D´ Lamstoana“ Frasdorf gratulierten dem langjährigen Mitglied und dankten für seine aktive Vereinstreue; lange Jahre lang war er im Verein als Vorplattler, als Fähnrich und Fahnenbegleiter sowie als Vereinsdiener aktiv und versäumt bis heute kein Preisplattln, besonders wenn früher seine Kinder und heute seine Enkel und Urenkel auftreten.
Die Vorstände des Krieger- und Reservistenvereins Frasdorf und des Krankenunterstützungsvereins bedankten sich bei Sebastian Bauer für seine vielfältigen Aktivitäten für die Dorfvereine, ihn habe man nie zu einer Arbeit rufen müssen, er sei immer für das Dorf und die Vereine dagewesen. Der VdK dankte dem Mitglied für über 60–jährige Vereinstreue. Für die Pfarrgemeinde gratulierte Johanna Abel, sie brachte dem Jubilar ein Bild, das ihn als Consultor bei der Fronleichnamsprozession zeigt. In Frasdorf gibt es seit 1760 die Bruderschaft zur „Unbefleckten Empfängnis Mariens“, ihre Mitglieder hießen Consultoren. Wer als „Konsulter“ in die Bruderschaft aufgenommen wurde, musste sich selber einen blauen Mantel mit weißem Kragen besorgen. Die Bruderschaftsmitglieder durften die Aufgaben bei den Gottesdiensten übernehmen: anfangs als Kranz-, Laternen- und Fahnenträger, dann als Himmel- und Sargträger. Die Consultoren begleiten auch heute noch alljährlich bei der Fronleichnamsprozession in Frasdorf das Allerheiligste, vier davon als Himmelträger, der Rest mit den Consultorstäben als Begleiter.
Sebastian Bauer wurde 1926 beim Unterzottner in Frasdorf geboren und ging dort zur Schule. Nach der Schule arbeitete er ein paar Jahre auf dem elterlichen Hof mit. Schon bald nach dem Ende der Schulzeit kam 1943 der Einberufungsbefehl auf den Hof unmittelbar neben der neu gebauten Reichsautobahn, der Jahrgang 1926 wurde mit 17 Jahren zum Reichsarbeitsdienst einberufen und anschließend sofort zur Wehrmacht eingezogen. Nach kurzem Einsatz an der Front wurde er schwer verwundet und geriet in Kriegsgefangenschaft. Nach seiner glücklichen Heimkehr kümmerte er sich daheim weiter um das Anwesen neben der Pfarrkirche St. Margaretha.
1960 heiratete er Maria Hännes vom Schuster in Pfannstiel, fünf Kinder gingen aus der Ehe hervor, mittlerweile ist die Familie auf zwölf Enkel und sieben Urenkel herangewachsen. 1964 verkauften die Eheleute das alte Zottneranwesen und bauten einen Aussiedlerhof an den südlichen Ortsrand von Frasdorf. Zeitlebens war Sebastian Bauer als gewissenhafter und guter Bauer bekannt, „der sein Sach zusammenhielt und mehrte“. Mit dem Eintritt ins Rentenalter übergab er den Hof an seinen Sohn Sebastian, der im Sinne des Vaters weiterwirtschaftet. Bis heute arbeitet er immer noch auf dem Anwesen mit und ist interessiert an allem, was im Dorf und in der Region vorgeht. „Wenn die Tochter Bürgermeisterin ist kann man das Dorfgeschehen nicht ignorieren, sondern muss an allem Anteil nehmen“. Zeitlebens war Sebastian Bauer an allem interessiert, was beim Trachtenverein in und rund um Frasdorf geschah, er erhielt die Ehrenmitgliedschaft und alle Ehrenzeichen des Vereins und des Chiemgau-Alpenverbands; besonders freut er sich, dass auch seine Kinder und Enkelkinder alle den Weg zum Trachtenverein fanden und aktiv beim Plattln und Dirndldrahn mitmachten.

Bericht und Foto: Heinrich Rehberg

Foto: Sebastian Bauer, der „Zottner Wast von Frasdorf“ (dritter von rechts) feierte seinen 90. Geburtstag mit Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller (links daneben) und den Vertretern der Ortsvereine Sepp Mayer vom Trachtenverein, Georg Lankes vom Krankenunterstützungsverein, Johanna Abel von der Pfarrgemeinde Frasdorf und Hans Winkler vom Krieger- und Reservistenvereins Frasdorf (von links).

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg