Gute, junge Wildenwarter Blasmusikanten

Die Ehrenurkunde des Musikbundes Ober- und Niederbayern für 60 Jahre aktives Musizieren verlieh Leonhard Neuner, der Stellvertretende Bezirksvorsitzende im Bezirksmusikverband Inn-Chiemgau des Musikbundes von Ober- und Niederbayern in der Frasdorfer Lamstoahalle an Wolfgang Buchauer, vier Leistungsabzeichen gingen an vier Mädchen und Burschen der Jugendkapelle Wildenwart.

„Alle miteinander haben sich sehr gut auf die Theorieprüfung, die sehr umfangreich und fordernd war, vorbereitet. Auch die Praxis haben sie auf ihren Instrumenten gut gemeistert“, so Leonhard Neuner bei der Preisverleihung. Sophie Kink bestand mit gutem Erfolg das Leistungsabzeichen des Musikbundes Ober- und Niederbayern in Silber für ihr Spiel mit dem F-Horn. Das Bronzene Leistungsabzeichen erhielten Leon Staber (Trompete), Marion Holdinger (Querflöte) und Remigius Kink (Tenorhorn).
Ein bisschen etwas von ihrem Können zeigten 36 Burschen und Mädchen zwischen elf und 16 Jahren in der Jugendkapelle im Vorprogramm des Doppelkonzertes mit der Bairer Blaskapelle in der Lamstoahalle, die älteren spielten bereits in den Registern der Wildenwarter Musikkapelle. Zum allerersten Mal war Anais Gsell aus Frasdorf mit ihrer Querflöte in der Jugendkapelle mit dabei. Johannes Brandstätter (Trompete), Seppi Brehmer (Posaune), Viktoria Aicher (Querflöte), Martin Hötzelsperger (Bariton), sowie Katharina (Flügelhorn, Johanna (Flügelhorn) und Christian Rosenwink (Bariton) spielten erstmals beim Konzert der „großen“ Musikkapelle Wildenwart mit.
Die Jugendmusikkapelle Wildenwart ist 16 Jahre alt. „Rund 50 Mitglieder umfasst unsere Jugendkapelle zur Zeit, bei uns kann man alle Instrumente lernen“, so der scheidende Dirigent Wolfgang Kink bei seinem letzten Konzert, „über die Hälfte der Musikkapelle Wildenwart mit ihren über 60 aktiven Musikanten rekrutiert sich mittlerweile aus den Reihen der Jugendkapelle. Die Erhöhung der Frauenquote von Null auf etwa ein Drittel der Wildenwarter Musikkapelle ist weitgehend der Ausbildung in der Jugendkapelle zuzuschreiben“. Kink dankte allen, die ihn 16 Jahre lang bei seiner Arbeit mit der Jugend unterstützten, vor allem seiner Frau Steffi, „dass sie ihm immer den Rücken freihielt“.
Nach 16 Jahren gab Wolfgang Kink den Dirigentenstab und damit die Leitung der Jugendkapelle weiter an Eva Maria Gruber. Die jungen Musikanten bedankten sich bei ihrem langjährigen Dirigenten mit je einer Süßigkeit für die Ausbildung und seine unermessliche Geduld. Seine Frau Steffi erhielt von jedem Musikanten eine Rose dafür, dass sie ihn solange mit den jungen Musikanten geteilt habe.
Fast die Hälfte der Wildenwarter Musikkapelle besteht mittlerweile aus Musikern, die durch die Schule der Jugendkapelle gegangen sind. Dabei ging die Arbeit von Dirigent Wolfgang Kink und der Musiklehrer für die einzelnen Instrumente weit über das bloße Lernen der richtigen Tonfolgen hinaus. Wolfgang Kink schaffte es aus vielen talentierten Einzelspielern ein Blasorchester zu formen, das „weitum als Talentschuppen“ bekannt ist, wie es der Leiter der Musikschule Grassau, Wolfgang Diem griffig formulierte. Zahlreiche Auftritte bei den Vereinen in der Region geben den jungen Musikern die Gelegenheit, sich bereits frühzeitig in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Musikkapelle und der Musikförderverein organisieren die Frühförderung: alle zwei Jahre bietet der Verein im Rahmen des Ferienprogramms einen Schnupperkurs an, zusammen mit den Gemeinden Frasdorf und Prien wird in der Grundschule Prien-Wildenwart und in der Wastl-Fanderl-Schule in Frasdorf ein Klassenmusizieren angeboten, die dazu notwendigen Instrumente stellt der Musikförderverein. Die Musikkapelle Wildenwart und der Musikförderverein Wildenwart bieten allen interessierten Kindern die Möglichkeit Blasinstrumente kennen zu lernen und sich mit der Musik vertraut zu machen. Sie stellen dazu für den Nachwuchs den Kontakt zu Musiklehrern her und für den Beginn – soweit vorhanden – vereinseigene Leihinstrumente zur Verfügung. Information und Auskunft bei der neuen Dirigentin Eva Maria Gruber.

Bericht und Fotos: Heinrich Rehberg

Vier junge Musiker der Jugendmusikkapelle und der Musikkapelle Wildenwart bestanden die Prüfung für das Leistungsabzeichen. Rechts im Bild Leonhard Neuner, der Stellvertretende Bezirksvorsitzende im Bezirksmusikverband Inn-Chiemgau des Musikbundes von Ober- und Niederbayern dahinter der Dirigent der Musikkapelle Wildenwart Sebastian Graf, links der Vorsitzende der Musikkapelle Helmut Rosenwink. Wolfgang Buchauer (zweiter von links) erhielt die Ehrenurkunde des Musikbundes Ober- und Niederbayern für 60 Jahre aktives Musizieren.

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg