60 Jahre Musikkapelle Wildenwart – Jubiläums-Konzert am 24. Oktober

Die Gründungsväter der Musikkapelle Wildenwart hätten es sich sicher niemals träumen lassen, dass „ihre Musikanten“ nicht nur zu kirchlichen Anlässen, Konzerten und Gaufesten, sondern eines Tages sogar beim Staatsempfang des (ehemaligen) russischen Präsidenten, Dmitri Medwedew am Münchner Flughafen (2009), bei der Grünen Woche in Berlin (2011), oder bei der Meisterfeier des FC Bayern in München (2014) musikalisch mitwirken würden.Bei der Gründungsversammlung am 3. September 1955, zu der sich vierzig musikbegeisterte Männer einfanden, ging es in der Schlosswirtschaft Wildenwart erst einmal darum, die Kapelle „auf die Beine zu stellen“. Die jungen Wildenwarter Peter Donauer und Albert Pfaffenzeller jun. beschlossen am Stammtisch, von Haus zu Haus zu gehen, um Mitglieder zu werben.

Mit Albert Pfaffenzeller sen., gelernter Organist, fand sich ein engagierter erster Dirigent, der sich neben dem musikalischen Neuanfang auch mit Ausstattungsfragen zu beschäftigen hatte. Ganze Blasinstrumentenbesetzungen mussten mangels finanzieller Mittel gebraucht erworben werden, wobei jedes Mitglied seinen eigenen Beitrag dazu leistete. Proben fanden in den Anfangszeiten bis zu fünfmal die Woche statt, ab Mitte der sechziger-Jahre in der Turnhalle der Wildenwarter Grundschule.

Für öffentliche Auftritte, die stets in Tracht (Kurze oder Lederbundhose) stattfinden, entschied sich die Musikkapelle für die „Miesbacher Joppe in Grün“ und den Miesbacher Hut mit Adlerflaum. Die Frauen (seit 1998 in der Kapelle) tragen ein festliches, schwarzes Dirndlgwand und ein eigens kreierten „Wildenwarter Musikerhut“ als Kopfbedeckung.
Bis heute findet diese Tracht große Anerkennung und unterstreicht die Heimatverbundenheit der Musikkapelle Wildenwart.

Der Aufschwung der Musikkapelle setzte sich ab dem Jahre 1965 mit dem Dirigenten und Trompeter Max Kempinger, ab 1978 mit Paul Kempinger (seinem Sohn) fort. Ferner hat Sepp Fischer sen. wie auch sein Sohn Sepp Fischer jun. als Musikmeister nicht unerheblich zum Erfolg der Kapelle beigetragen.

Die Vereinsführung und damit die Organisation der Musikkapelle obliegt stets dem Vorstand. Dies war in den 80er Jahren Josef Fischer, Anfang der Neunziger übernahm Peter Aicher zwölf Jahre lang den Vorstand, bis er im Jahre 2003 von Peter Stoib sen. abgelöst wurde.

Mit der Jahrtausendwende begann in der Musikkapelle Wildenwart eine „Neuzeit“, eingeleitet durch den neuen Dirigenten Wolfgang Kink. Im Repertoire fand sich nun zunehmend konzertante wie auch Unterhaltungsmusik wieder. Erstmals wurden außerdem Frauen in das Orchester aufgenommen. Kink war auch der Initiator für die Gründung der Jugendkapelle und des Musikfördervereins Wildenwart.

In der großen Besetzung (Festmusik) spielt die Musikkapelle derzeit mit bis zu 67 Musikantinnen und Musikanten, in der kleinen Besetzung treten rund 25 Spieler auf. Von insgesamt 67 aktiven Mitgliedern spielen 24 Frauen in der Kapelle.
Zahlreiche Musikanten konnten gerade in jüngster Zeit, vom Musikbund von Ober- und Niederbayern e.V. das Musikleistungsabzeichen D1 bis D3 entgegen nehmen.

In der Jugendkapelle spielen derzeit 45 Musikantinnen und Musikanten, im Alter zwischen 10 und 16 Jahre mit und gestalten örtliche Feste wie z.B. Waldfeste und Frühschoppen.

Ein lange gehegter Wunsch der Musikkapelle – ein eigenes Musikheim – ging in diesem Jahr nach zweijähriger Bauzeit in Erfüllung. Bei der festlichen Einweihungsfeier mit kirchlichem Segen an Pfingsten dankte der im März 2015 neu gewählte 1. Vorstand, Helmut Rosenwink jun., insbesondere dem Förderverein, den Gemeinden Prien am Chiemsee und Frasdorf sowie allen Unterstützern. Mit mehr als 4000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden leisteten die Vereinsmitglieder ihren wichtigen Beitrag zum Gelingen des Projektes.

Mit einem Jubiläumskonzert am 24. Oktober 2015 in der „Lamstoahalle“ in Frasdorf, feiert die Musikkapelle Wildenwart nun ihr 60-jähriges Gründungsfest, zu dem schon jetzt alle Freunde und Gönner herzlichst eingeladen sind.

Text: Johanna Bohrer
Bilder: Sepp Reiter

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg