51. Bergkirchweih am Großen Arber am 21. August

Im letzten Jahr konnte die Arberkirchweih auf ihr 50-jähriges Bestehen seit Wiedereinführung zurückblicken. Auch heuer ruft der Arber, der 1456 Meter hohe „Bayerwald-König“, wieder zu seiner Bergkirchweih. Es ist ein erhebendes Erlebnis, wenn alljährlich Hunderte von Pilgern und Bergwanderern auf dem höchsten Gipfel des Bayerischen Waldes der Messe beiwohnen. Seit 1965 finden Tradition, Frömmigkeit und Naturverbundenheit auf dem Arbergipfel einen besonderen Ausdruck.

Am Sonntag, 21. August findet zum 51. Mal in Folge die St. Bartholomäus-Kirchweih auf dem Großen Arber statt. Der Bayerische Waldgau und der Bayerische Waldverein laden dazu ihre Mitglieder und Freunde herzlich ein. Für viele ist es der höchste Festtag. Kein „Event“, kein Rummel oder Auflauf von Menschen, sondern ein Zeichen des Glaubens und gelebter Volksfrömmigkeit möge diese Feier sein, zu der sich die Mitfeiernden bequem per Gondel oder schnaufend und schwitzend zu Fuß auf den beschwerlichen Weg zum Gipfelplateau machen.

Es ist Brauch, dass sich die Wallfahrer im Volksgesang mit der beliebten „Waldler-Messe“ einbringen. Die Kapelle auf dem Arber ist der Muttergottes geweiht, daneben wird auch der selige Bartholomäus verehrt. So leitet sich auch der Name „Bartlmäuskirchweih“ ab.

Ab 9 Uhr spielt die Gaukapelle „Tittlinger Tanzbodnmusi“ bei der Bergstation der Gondelbahn zur Begrüßung der Kirchweihbesucher. Am Hofbauerkreuz auf der Arberebene treffen sich ebenfalls schon um 9 Uhr die Wallfahrer, die mit der Lamer Bergwacht über den Arbernordhang zum Gottesdienst wallfahren.

Die Trachtenvereine, Fahnenabordnungen und Gäste treffen sich um 10 Uhr bei der Bergstation der Gondelbahn und ziehen um 10.15 Uhr mit den Fahnen zur Arberkapelle. Dort wird um 10.30 Uhr der Kirchweihgottesdienst gefeiert.

Als Nachfolger von Arberpfarrer Dr. V. Emeka Ndukaihe, der nach Straubing-Christkönig gegangen ist, wird heuer erstmals H. H. Pfarrer Bogdan Bogdanovski als Ortspfarrer von Bayerisch Eisenstein den Gottesdienst zelebrieren. Für die musikalische Umrahmung sorgt in diesem Jahr der aus dem Lamer Winkel stammende „Woidwinkl-Dreigsang“ mit Hans Neumaier, Adolf Schwarz und Erich Müller.

Zu einer echt bayerischen Kirchweih gehört Beten und Feiern. Oder wie man so schön sagt: „Nach der Mess die Maß.“ Deshalb spielt nach dem Gottesdienst (bis ca. 14 Uhr) die „Tittlinger Tanzbodenmusi“ bei der „Eisensteiner Hütte“ zur Kirchweih auf. Die beiden Berg-Gasthöfe laden mit kulinarischen Köstlichkeiten aus der Küche, erfrischenden Getränken und der Tradition gemäß mit schmackhaftem Kirchweih-Gebäck ein. Eine musikalische Unterhaltung gibt es auch bei der Einkehr bei der Bergwachthütte auf der Arberebene.

 

Grußwort zur St. Bartholomäus-Kirchweih

 „Halleluja – Lobet den Herren vom Himmel her,                                                                    lobt ihn in den Höhen,                                                                                                             ihr Berge und all ihr Hügel,                                                                                                    ihr Fruchtbäume und alle Zedern.“ (Psalm 148, 1.9)

Die ganze Schöpfung wird in den Psalmen zum Lobpreis Gottes aufgerufen. Der letzte Satz des Psalters (die Sammlung von 150 Psalmen) lautet: „Alles, was atmet, lobe den Herrn! Halleluja!“ (Ps 150,6) Und gerade dieser Aufruf hängt an der Vorderseite der Arber-Kapelle.

Übrigens, alle großen und wichtigen Ereignisse in der langen Geschichte des Volkes Israel ereigneten sich auf den Bergen. Damit sind die Entscheidungen der wichtigen, von Gott auserwählten Personen verbunden (Abraham, Mose, König Salomon, die Propheten usw.) Auf den Bergen haben sich die Menschen, über die die Heilige Schrift berichtet, Gott näher gefühlt. So war es auch in fast allen alten Religionen.

Darum sind die Worte der Wanderer und Touristen, die auf dem Großen Arber ganz oft laut ihre Gefühle und Erfahrungen, aber auch das Staunen über die Schönheit der Natur, in kurzen Worten zusammenfassen: „Meine Seele ist hier Gott näher!“ Diese Erfahrung habe ich wieder neu im September 2015 gemacht, als ich vom Großen Arber die wunderschöne Pracht der Natur bewundert habe. Sicherlich haben viele von Ihnen diese Erfahrung gemacht: In den Bergen fühlt sich die Seele frei, leichter und von der Last des Alltags befreit.

Die unbeschreibliche Schönheit der Schöpfung bringt uns in die Nähe Gottes und diese oft unbegreifliche Nähe überströmt unsere Seelen mit allem, womit uns der Schöpfer beschenken kann. Und der Schöpfer beschenkt uns mit allem, wonach sich unsere Herzen bewusst (oder manchmal auch unbewusst) sehnen.            Es ist an dieser Stelle nicht möglich, alles mit ein paar Sätzen aufzulisten. Es bleibt nur, still zu sein und zu staunen.

Unser Leben ist wie eine Wanderung: Aufbrechen, Glück über die schöne Landschaft empfinden, erschöpft und müde sein, Rast halten und Kraft schöpfen, schließlich ankommen.

Unser Leben ist wie eine Reise. Gott, der Schöpfer des ganzen Universums segne Sie alle auf dieser Reise.

Von Herzen wünsche ich allen Besuchern, Wanderern und Touristen am Großen Arber viel Glück und Freude über die Schönheit der Natur, die uns umgibt.

Zur Feier der Arberkirchweih lade ich (zusammen mit der Pfarrgemeinde Bayerisch Eisenstein) Sie alle recht herzlich ein.

Ihr Arberpfarrer Bogdan Bogdanovski

Reise-Segen (aus „Er leitet mich auf rechten Pfaden“ von Rainer Bareis)

Gott, segne mir die Erde, auf der ich jetzt stehe.

Gott, segne mir den Weg, auf dem ich jetzt gehe.

Gott, segne mir das Ziel, für das ich jetzt lebe.

Du – immerdar und immerdar, segne mich auch, wenn ich raste.

Segne mir das, was mein Wille sucht,

segne mir das, was meine Liebe braucht,

segne mir das, worauf meine Hoffnung ruht.

Du König der Könige, segne mir meinen Blick.  

  (aus Irland)

 

 

 

 

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg