50. Volkstanztreffen in Teisnach glänzte mit 450 Tänzern

Gleich, aber doch irgendwie anders. Einen Abend, wie er bunter und abwechslungsreicher noch nie war, bescherten sich die Vereine des Bayerischen Waldgaues beim Jubiläumsabend zum 50. Volkstanztreffen, das in der Mehrzweckhalle in Teisnach stattfand, selber.Gauvortänzer Eugen Sterl verlieh seiner Freude Ausdruck, dass mit 450 angemeldeten Tänzern aus 29 Vereinen ein Höchststand bei der Beteiligung verzeichnet werden konnte.  Nach dem einleitenden „Waidlermarsch“ der tonangebenden Musikkapelle „Tittlinger Tanzbodn-Musi“ unter der bewährten Leitung von Anton Mayer sprach Eleonore Wittenzellner-Muhr, die Vorsitzende der „Woidschrazln“ Teisnach ihre Begrüßungsworte. „In Teisnach regieren die Frauen“, meinte sie humorvoll im Hinblick auf ihre Nachrednerin, Bürgermeisterin Rita Röhrl. Sie dankte der Marktgemeinde für die Überlassung der Turnhalle, der FFW Teisnach, die spontan und unbürokratisch mit zehn Leuten beim Aufbau der Bestuhlung geholfen haben und all ihren fleißigen Helfern aus dem Verein. Rita Röhrl freute sich, dass Teisnach zum neunten Mal als Veranstaltungsort ausgewählt wurde und gratulierte dem Bayerischen Waldgau zu diesem großartigen Jubiläum. „Bei so viel jungen Leuten hier sieht man, mit wieviel Freude Volkstanz noch getanzt wird.“ Ihr besonderer Gruß galt den Gästen aus Syrien, von denen zwei schon aktiv in einer Volkstanzgruppe mitwirken. „Integration am Land funktioniert eher als in der Stadt. Hier kümmern sich Leute um Leute“, zeigte sich die Bürgermeisterin überzeugt.

„50 Jahre Volkstanz im Bayerischen Waldgau – erforschen, lernen, weitergeben“, Gauvorsitzender Andreas Tax wies auf die unschätzbare Arbeit der Gebiets- und Vereinsvortänzer hin. Drei Volkstanz-DVDs konnten erstellt werden. Jeder Verein, der sich regelmäßig an der Austragung beteiligt, könne bestätigen, dass sich allein schon durch die Vorbereitungen das tänzerische Können merklich steigert, denn jede teilnehmende Gruppe sei „gezwungen“, ihren Vorrat an Tänzen jährlich zu erweitern. „Wir freuen uns, möglichst viel aus dem reichen Schatz unseres Volkstums kennenzulernen und zu beherrschen.“ Zudem wies er auf das Niederbayerische Trachtentreffen hin, das vom 3. bis 5. Juni in Bodenmais stattfindet.

„Tanzn tua i gern“ ist nicht nur der Titel eines Zwiefachen, sondern könnte auch als Motto des abendfüllenden, abwechslungsreichen Programmes gelten, das Zuschauer und Mitwirkende zu Begeisterungsstürmen hinriss. An den Anfang des Abends war traditionell der Auftanz gestellt, in den Gauvortänzer Eugen Sterl mit Frau Lisbeth zwei neue Figuren eingeflochten hatte. Die Freude an ihrem Tun war den Tanzpaaren schier am Gesicht abzulesen, denn heute stand die Kür vor der Pflicht. Da es sich um das 50. Jubiläums-Volkstanztreffen handelte, wurde die übliche Programmgestaltung gelockert. Es bestand diesmal die Möglichkeit, dass jeder Verein seinen „Lieblingstanz“ aufführen oder wahlweise einen der beiden, die bei den Gebietstanzproben einstudiert wurden („Mexikanischer Walzer“ und „Schwedische Maskerade“) – ein Angebot, das von den Mitwirkenden gerne beherzigt wurde.

Bekannte und gefällige Melodien, Klatschen, Singen und rhythmisches Stampfen erfüllte den Raum. Ob Volkstanz aus der Gegend, Tanz zu dritt, Zwiefacher oder im Rund – die Bandbreite der Darbietungen war enorm und wurde von den jeweils anderen Vereinen mit wachen Augen begutachtet. Groß und Klein, Jung und Alt, vereinsübergreifend und teils hautnah – die Tanzpaare zeigten keine Scheu bei ihrem Tun. Für beispielhafte Integration sorgte der Heimatverein Frauenau, die mit Mustafa Mashta und Abdal Rahman Almakhoz zwei junge und tanzbegeisterte Syrer in ihren Reihen hatten. Die drei Jugendgruppen aus den Bezirken Regen, Freyung-Grafenau und Kötzting-Cham zeugten von einer erfolgreichen Nachwuchsarbeit. Zwischen und nach den Pflichttänzen der Gruppen spielte die Kapelle zum allgemeinen Volkstanz auf, wobei vor allem bei den Zwiefachen das Parkett überaus gut gefüllt war.

Mit einer Ehrung bedacht wurden die beiden ausscheidenden Gebietsvortänzer Adolf Breu (Bezirk Kötzting) und Alois Maier (Bezirk Cham). Breu übernahm im Jahr 1995 das Amt und wurde somit beauftragt, mit elf Trachtenvereinen von Miltach bis Lohberg Volkstänze einzustudieren und zu üben. 40 Gebietstanzproben waren die Bilanz bis zu seinem Ausscheiden nach 20 Jahren in 2015. Alois Maier war seit März 2000 für neun Vereine zuständig. Er erstellte auch das neue Gau-Taferl und hat die Totenbretter am Arber mitgestaltet. Die beiden Gauvorsitzenden dankten mit einem Bild und Gutschein, bei den Frauen ließen sie Blumen sprechen, eine Ehre, die auch Gauschriftführerin Regina Pfeffer für ihr vielfältiges Engagement zuteilwurde. Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Auszeichnung von Hedwig Riedl (langjähriger Kassier) und Max Schiller (Vorsitzender seit mehr als 25 Jahren) von den „Gotthardsberglern“ Kirchberg mit dem Ehrenzeichen des Waldgaues.

Mit der Verteilung der Teilnahmeurkunden ging die denkwürdige Veranstaltung zu Ende. Unangefochtener Spitzenreiter sind die „Ossabuam“ Lam mit 49 Teilnahmen, eng gefolgt von den „Waldler“ aus Viechtach mit 48 Teilnahmen. Mit 30 Teilnahmen konnten die „Wochtstoana“ Hohenwarth ein kleines Jubiläum feiern.

Bericht und Bilder: Regina Pfeffer

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg