250 Jahre Müllner Peter und 25 Jahre Naturschutz Geigelstein – Jubiläumsjahr im Priental

Aschau im Chiemgau feiert dieses Jahr gleich zwei große Jubiläen. So jährt sich der Geburtstag des bekannten Müllner Peter von Sachrang zum 250. Male und das Naturschutzgebiet Geigelstein wurde vor 25 Jahren ausgerufen. Weshalb diese beiden Ereignisse nun zum Jahresmotto der Gemeinde ernannt und mit vielen Veranstaltungen geehrt werden, die hauptsächlich der „Museumsverein Müllner Peter von Sachrang e. V.“, der „Freundeskreis Müllner Peter von Sachrang e. V.“, der Verein „Lebendiges Sachrang e. V.“ sowie die Initiative „Das Bergbauermodell Sachrang“ vorbereitet und durchgeführt haben.

Dazu wurde auch das Müllner Peter Museum, das im alten Schulhaus von Sachrang untergebracht ist, fein herausgeputzt. Frisch renoviert und modernisiert ist es ab 1. Mai wieder geöffnet. Die Festwochen zum Jubiläumsjahr beginnen am 25. Juni um 14 Uhr mit einer Sonderausstellung zum Thema „Dich schenkte der Himmel“ mit religiösen Prientaler Objekten aus der Zeit des Müllner Peter. Am Nachmittag um 17.30 Uhr findet ein Totengedenken an seinem Grab sowie anschließend ihm zu Ehren ein Gedenkgottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael statt. Der Festabend wird feierlich im Hotel zur Post mit bedeutenden Musikern und Gesangsgruppen ausgerichtet. Darüber hinaus gibt es bis zum Herbst Führungen, Kräuterexkursionen und Konzerte. Am 18. September wird zudem die traditionelle Bayerisch-tirolische Wallfahrt zur Ölbergkapelle zum 45. Mal begangen. Zur Abschlussveranstaltung am 16. Oktober singen und musizieren Sebastian Weyerer und Hans Berger mit ihrem Ensemble und den Audorfer Sängerinnen.

Universalgenie Müllner Peter

Der Müllner Peter, geboren am 29. Juni 1766, verstorben 1843, gilt als Universalgenie. Als Sohn eines Müllers ging er selbst auch diesem Beruf nach. Der überdurchschnittlich gebildete Sachranger agierte darüber hinaus als Musiker, Gemeindevorsteher und Heilkundiger. In seinem Nachlass, den der Freundeskreis Müllner Peter sowie das Müllner Peter Museum gemeinsam mit einer Reihe von Künstlern pflegt und verwaltet, finden sich viele Kompositionen. Ebenso umfangreich ist seine handschriftliche Rezeptsammlung, deren Zutaten aus Kräuterpflanzen bestehen, die im zugehörigen Heilkräutergarten zu bestaunen sind. Mit ihnen wird es möglich, altes Wissen zu nutzen, um Neues zu verstehen. Nachdem seine Ehefrau Marei 1824 bei einem Hochwasser der Prien ums Leben gekommen ist, kümmerte sich der Müllner Peter ab 1825 um die Ölbergkapelle, um sie vor dem Verfall zu retten. 1827 wurde sie wieder benediziert durch S. Exzellenz Erzbischof Lothar Anselm Freiherr von Gebsattel, Salzburg und die Wallfahrten wiederbelebt. Seit 1972 finden sie dank des Engagements des Freundeskreises Müllner Peter regelmäßig wieder jeden dritten Sonntag im September statt.

Artenvielfalt am Blumenberg

Zum 25-jährigen Jubiläum des Naturschutzgebiets Geigelstein legt die Gemeinde Aschau einen kostenlosen Sonderprospekt auf. Der am 1. Juni 1991 zum Naturschutzgebiet ernannte Geigelstein mit seinem 1.808 Meter hohen Hauptgipfel gilt aufgrund seiner zahllosen Blüten als Blumenberg des Chiemgaus. Um ihn im Jubiläumsjahr entsprechend zu würdigen, findet in der Zeit vom 19. bis 23. September eine Wanderwoche statt, deren Höhepunkt die Sternwanderung am 21. September ist. Hierzu starten zwei Führungen zeitgleich von der deutschen sowie von der österreichischen Seite aus, um gemeinsam am Gipfel anzukommen. Auch der Deutsche Alpenverein lässt das Ereignis hochleben. Er begeht am 23. Juli eine Jubiläumsfeier mit Berggottesdienst in der Priener Hütte mit anschließendem Beisammensein. Die ausgedehnten Bergwälder, saftigen Almen sowie die Felsbereiche auf den Gipfeln bieten zahlreichen Wildtieren Schutz. Zu den bekanntesten zählen Gämsen, Murmeltiere, Schnee- und Auerhühner. Mit der Rossalm (1700 m) befindet sich zudem eine der höchstgelegenen Almen Deutschlands im Naturschutzgebiet.

Almleben damals und heute

Der Verein „Lebendiges Sachrang“ eröffnet das Jubiläumjahr mit dem „Kamingespräch mit dem Biologen und Almexperten Alfred Ringler“ zum Thema „Ein Berg, der verbindet – ein Berg, der bewegt“. Im Verlauf des Sommers beteiligt sich der Verein an der Almpflege mit Schwendaktionen. Mit der traditionellen Jodel-Wanderung auf die Schreckalm mit Traudi Siferlinger sowie dem spätsommerlichen Kamingespräch beendet der Verein die Veranstaltungsreihe. Die Ausstellung „Die Alm ins Tal holen“ wird während des ganzen Sommers im Sachranger Schulgarten zu sehen sein. Die Initiative „Das Bergbauernmodell Sachrang“ vermittelt so die Aspekte des heutigen Almlebens.

Weitere Infos und die kostenlosen Prospekte dazu, gibt es in den Tourist Infos Aschau i.Chiemgau, Tel. 08052/90490 oder Sachrang, Tel. 08057/909737 bzw. unter www.sachrang.de

 

Anton Hötzelsperger

Nachrichten

Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg