140 Jahre Feuerwehr Rossholzen-Steinkirchen – Festabend

Am 1. Juni 1875 wurden die Feuerwehren Rossholzen und Steinkirchen in ihren damals noch selbstständigen Gemeinden gegründet. Nunmehr konnten die beiden Wehren, die sich im Jahr 1978 zusammen schlossen, ihren 140. Geburtstag feiern. Dies erfolgte mit einem festlichen Gottesdienst in der Kirche von Rossholzen mit Pfarrer Robert Baumgartner und Diakon Günter Schmitzberger als Zelebranten und mit der musikalischen Gestaltung durch die Geschwister Bauer und die Samer Bläser. Alsdann luden die Feuerwehr-Vorstände Anton Schober und Christoph Heibler die Ehrenmitglieder, Aktiven und Ehrengäste in das schön hergerichtete Feuerwehrhaus von Rossholzen ein.

In seinem Rückblick erinnerte Vorstand Heibler an die Anfangszeit, als die Ausrüstung mit Löscheimer, Einreisshacken oder Beil noch spärlich war.. „Der Grundgedanke, in Not Geratenen sowie bei Feuersbrunst und Katastrophen zu helfen, war damals gewissermaßen eine Starthilfe. Im Laufe der Anfangszeit kam eine mit Pferden gezogene Handpumpe dazu. Die beiden Weltkriege erforderte besondere Anstrengungen und es kam im Zweiten Weltkrieg zur Gründung einer Frauengruppe in Steinkirchen, da es an einsatzfähigen Männern mangelte“ – so Christoph Heibler. Nach der Kriegszeit setzt die Zeit der Motorisierung ein, eine erste Motorpumpe wurde von der Jagdgenossenschaft bezahlt, das erste Feuerwehrauto wurde 1961 von den Gemeinden Rossholzen und Steinkirchen angeschafft. Ebenfalls in den 60er Jahren wurde in Rossholzen ein neues Gerätehaus mit Zentralheizung gebaut. Für die damalige Zeit waren der Bau eines Schlauchturms und zwei Ausfahrten etwas Besonderes, wobei eine Ausfahrt über die Weitsprung-Sandgrube der Grundschule Rossholzen ging. Die Garage der Feuerwehr Steinkirchen war in Esbaum unter dem damaligen Raiffeisen-Lagerhaus. Dann kam es zu weiteren Verbesserungen in der Ausrüstung, der erste Tankwagen im Inntal kam auf den Samerberg, der Tank des Autos war –wie Vorstand Heibler erinnerte- im Zweiten Weltkrieg als Wassertank mit Gerneral Rommel in Afrika unterwegs. Nach der Zusammenlegung der beiden Feuerwehren kam es zu weiteren Neuanschaffungen, bis heute wurden rund 30.000 Euro aus der Akivenkasse in die Aktualisierung der Ausrüstung gesteckt. Das 1960 erbaute Feuerwehrhaus wurde 1997 durch einen Neubau ersetzt, viele Sach- und Geldspenden ermöglichten diesen Bau, der heute zeitgemäße Fahrzeuge und Gerätschaften beherbergt.

Wie Christoph Heibler informierte, gab es in der langen Vereinsgeschichte auch viele Festlichkeiten, 1964 eine kleine Fahnenweihe in Esbaum, 1974 ein Fest der FFW Rossholzen zum 100. Geburtstag mit dem örtlichen Trachtenverein, 1975 der 100. Geburtstag der FFW Steinkirchen, 1993 die Fahnenweihe der FFW Steinkirchen und im Jahr 2000 wurden die 125. Geburtstage der beiden Wehren gefeiert. „Durchschnittlich zwei bis drei Feste im Jahr werden von uns besucht, eine enge Verbindung halten wir auch mit den kirchlichen Festen“, so Christoph Heibler. Nach seinem Rückblick bedankte sich der Vorstand bei allen bisherigen Aktiven, bei den Vereinsmitgliedern, bei der Gemeinde und auch beim Kreisfeuerwehrverband. Bürgermeister Georg Huber überbrachte neben den Glückwünschen und seinen Dankesworten auch noch eine Spende in Höhe von 250 Euro für die Jugend-Feuerwehr. Glückwünsche kamen auch von Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner sowie von den Vertretern des Kreisfeuerwehrverbandes, wobei Kreisbrandrat Richard Schrank wegen eines aktuellen Einsatzes der Veranstaltung nicht ganz beiwohnen konnte. Unter den weiteren Ehrengästen waren die Kreisbrandinspektoren Hans Huber und Klaus Hengstberger, die Kreisbrandmeister Martin Gruber, Wolfgang Cerweny und Joachim Buchmann, Maria Estermann als Fahnenmutter vom Jahr 2003, Kreisrat und CSU-Ortsvorstand Peter Schrödl, Karl-Heinz Zeuner als BRK-Kreisvorstand sowie viele Vertreter benachbarten Feuerwehren und von den Ortsvereinen.
Für das musikalische Programm beim Jubiläumsabend der FFW Rossholzen sorgten „Die 2 Samer“ und für die passende kulinarische Verpflegung (unter anderem mit Lochnerhof-Käsespezialitäten, Scherer-Speck aus Niederndorf und Brot vom Dorfbäcker) war als Küchenchef Michael Huber zuständig. Die Feuerwehr Rossholzen-Steinkirchen hat heute 57 aktive Feuerwehrmänner (davon drei junge Frauen) und zusammen rund 280 Vereinsmitglieder.

Fotos: Dietmar Scholz – Eindrücke vom Jubiläumsabend der Feuerwehr Rossholzen-Steinkirchen

Anton Hötzelsperger

Nachrichten

Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg